Altbayerische Onlineschau zwischen Gaudi und Grant

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Inhalt
Wer glaubt, über das Münchner Kindl sei schon alles geschrieben, kennt Tivolifoto nicht. Ich habe nämlich eigene Bezüge mit meinen Münchner Kindl. Wie häufig in meinem Internetangebot biete ich abwechselnd sachliche Information, aber auch persönlich gefärbte Unterhaltung mit Kuriosa und Satire an.
Angefangen hat die Gaudi mit dem Aloisius-Spiel als Tischunterhaltung und mit den Aloisius-Figuren als Souvenir-Geschenken im Hofbräuhaus. Dann entdeckte ich das Münchner Kindl im Onlineshop der Firma Sparfroh aus dem oberfränkischen Landkreis Coburg.
Dort wird der Schlüsselanhänger mit dem Münchner Kindl zum Preis von 2,25 € angeboten. Ich bestellte einige Dutzend Exemplare online. DHL lieferte zuverlässig an die Wohnungstür. Danach blieben sie nur kurz mein Eigentum, weil ich sie an Tischgäste im Hofbräuhaus, im Biergarten und bei privaten Anlässen verschenkte.
Bis vor einem Jahr gab es noch die große Ausführung der Figur mit 6 cm. Mittlerweile wird nur mehr das 3,5-cm-Kindl hergestellt, weil es sich mehr für die Hosentasche eignet.
Schlüsselanhänger gibt es Hunderttausende. Ich benutze als solchen nur einen Mini-USB-Stick mit meinen Personendaten und den digitalen Kopien einiger wichtiger Dokumente. Das erscheint mir sinnvoll, weil ich im Unglücksfall kurzzeitig von niemandem vermisst werde. Bei Unglück oder Verlust sind die Schlüssel meiner Wohnung und Person zuzuordnen.
Nachteilig ist, dass ich Opfer eines unehrlichen Finders werden könnte. Er hätte nicht nur meine Schlüssel, sondern auch die Anschrift. Es wäre sogar möglich, meine Identität zu übernehmen. Darüber sind schon Krimis entstanden.
Meine Schlüssel habe ich aber noch nie verloren, und ein Schmuckanhänger erscheint mir überflüssig. Damit unterscheide ich mich von vielen, die sich gerne schmücken. Heute werden Schlüsselanhänger nicht nur an Schlüssel gehängt, sondern an Taschen, Kleidung und alles Mögliche. Der spontane Erfindungsgeist überrascht mich oft.
Die zweite Überraschung ist, dass ich manchen Personen die Verwendung dieser vermeintlich überflüssigen, nutzlosen Anhängsel nicht zutraue. Sie scheinen damit allerdings einen Kult zu verbinden, den ich nicht verstehe. Er freut mich aber, weil er anderen gefällt.
Schenken überrascht und erfreut nicht nur den Beschenkten, sondern auch den Schenkenden. Im Hofbräuhaus machen mir die Kindl-Geschenke eine besondere Freude, weil sie anschließend um die ganze Welt reisen. Danach werden sie hergezeigt, und man berichtet von dem alten Münchner, der sie geschenkt hat. Die Kindl sind nicht nur ein Souvenir aus München, sondern auch eine Erinnerung an meine Gesellschaft am Wirtshaustisch.
Beim Schenken erkläre ich meist, dass das Kindl ein Symbol für München ist. Die Stadt wurde von oder bei Mönchen gegründet. Die Stadtgründungsurkunde, der „Augsburger Schied“ vom 14. Juni 1158, enthält hierzu „apud munichen“. Kaiser Friedrich Barbarossa hatte im Streit zwischen Herzog Heinrich dem Löwen und Bischof Otto von Freising entschieden, dass Markt, Brücke, Zoll und Münze von Föhring nach München verlegt werden.
Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich aus der Münchner Mönchsfigur zuerst ein Knabe und dann in den 1920er Jahren ein Mädchen. Das Mönchsgewand mit Kutte und Kapuze enthält die Farben Schwarz und Gelb, die zu den Stadtfarben von München wurden. Die ausgestreckten Arme verweisen auf das Evangelienbuch und die Segensgeste. In den Figuren der Schlüsselanhänger ließ man das Buch weg.
Andere Erklärungen zu den Armen beziehen sich auf das Stadtrechtsbuch und die Schwurhand mit dem Eid darauf. Sie sind weithin bekannt, aber vermutlich nur unzutreffend abgeschrieben.
Möglicherweise hat die städtische Obrigkeit die Gesetzestreue und Unterdrückung von Untertanen gegenüber dem wohlwollenden Segen bevorzugt. Jedenfalls entscheiden Stadtpolitik und Verwaltung heutzutage ständig gegen den Bürgerwillen, z. B. beim Tivoliskandal.
Mir gefällt die segnende Hand mehr als die schwörende.
Schließlich verschenke ich einen Glücksbringer.
Aufsteigend aktualisiert am 11. September 2026
| Rotraud | Baden-Württemberg, La Gomera |
| Martina, Hubert, Marie | Niederbayern |
| Marianne | Ismaning |
| Sharon | Frankfurt, Indien |
| Eltern und Sohn | USA |
| Nok und Wilawan | München, Thailand |
| Gabi am Chinaturm | Gailtal, Zorneding |
| HB-Kellnerin | 3. August 2026 |
| Zwei Touristinnen | Armenien |
| Touristin, Studentin | Südkorea, Augsburg |
| Elisabeth | Moosach |
| Corinna | Oberpfalz |
| Katherina für beide Kinder | Bogenhausen |
| Anastasia und Alexandra | Ukraine |
| Audrey | Montreal |
| Kerstin | Hannover |
| Alexa | Mexiko |
| Touristin | Argentinien |
| Maria | Mexiko |
| Brenda | South Dakota |
| Clemens | Bayerischer Wald |
| Em und Sai | Thailand |
| Zwei Touristinnen | Georgia |
| Zwei Touristinnen | Japan |
| Lola | Teneriffa |
| Monika | Ungarn |
| Touristin | Brasilien |
| Vinzenz, VVV-Musikant | München |
| Metzgereiverkäuferin | München |
| Sabine | Nürnberg |
| HB-Kellnerin | Kroatien, München |
| Taxifahrer für Tochter | München |
| Touristin | Japan |
| Lizeth | Kolumbien, München |
| HB-Kellnerin | Rumänien, München |
| Marika, Tivoli Pavillon | Freiburg, München |
| Sofia | Nordhessen |
| Claus Behrens und Oscar Moerch | Dänemark |
| HB-Oberkellner | Türkei, München |
| Philippine, Marseille | Frankreich |
| Hias und Mane am Tivoli Pavillon | München |
| Rene und Lena vom Stammtisch Eidgenoss | Schweiz |
| Cansel | Istanbul, Türkei |
| Celeste – VVV-Gast | Bologna, Italien |
| Tourist, schenkt uns zwei Brezn und Butter | USA |
| HB-Kellnerin | Serbien, München |
| Martha, Bo und Natasha | Brasilien, Slowenien, Slowakei, München |
| HB‑Personal – zweimal | München |
| Natalie | Australien |
| Taxifahrer – zweimal | München |
| Metzgereiverkäuferin | München |
| Mariane, Dominique | Mexiko, Düsseldorf |
| Brenda | Mexiko |
| HB-Kellnerin | München |
| Tatjana | Tal, Litauen |
| Touristinnen | Sheffield, Japan |
| Hans, Tina-Michaela, VVV | München, Haar |
| Kathrin und Smilla | Köln |
| Metzgereiverkäuferin | München |
| Metzger Michi, Taxifahrerin | München |
| Patrizia, Mimmi, Hella, VVV | München |
| Yuko Movi und Mutter | Tokio |
| Stefan | Ismaning |
| Lucki | Berchtesgaden |
| Kellnerin Eileen | München |
| VVV-Mitglied | München |
| Özlem | Türkei |
| Yeongi | Korea |
| Yeong Chae | Korea |
| Touristin | Colorado |
| Lukas und Simon | Niederbayern |
| VVV-Dame | München |
| Ingrid | München |
| Kleines Münchner Kindl ab hier | |
| Besucherin | Linz |
| Rosi | München |
| Touristin | Japan |
| Besucherin | Hessen |
| Ruth | Hessen |
| Martha | Venetien |
| Cici | Shanghai |
| Kellnerin Tessa | Kreta |
| Besucherin | Zürich |
| Thomas | München |
| Beate | München |
| Alex | München |
| Kellnerin Xu | München |
| Stefan J. | München |
| Donna | UK und Dubai |
| Caroline | UK und Singapur |
| Clementina und Paula | Argentinien |
| Besucherin – Königin | Mannheim |
| Besucherin | Freising |
| Conni | Ammersee |
| Kellnerin Dilay | München |
| Kellnerin Lea | München |
| Erika | München |
| Beate | München |
| Christiane | München |
| Kathi | Thüringen |
| Wolfgang | München |
| Rosi | München |
| Kellnerin Xu | München |
| Marie | Niederbayern |
| Großes Münchner Kindl |
Über den Sinn von Schlüsselanhängern und Plastik als Material für eine Symbolfigur kann man sich streiten – ebenso über die Frage nach Kitsch bei Souvenirs. Mir geht es um die Freude mit den Geschenken und um ihre Funktion als Erinnerung und Glücksbringer.
Die Figuren werden im Onlineshop der Firma Sparfoh angeboten und von der Firma Alfred Fischer Kunststofferzeugnisse aus dem Lautertal bei Coburg hergestellt. Dort arbeitet man mit einer Spritzgussmaschine und einer vollautomatischen Verpackungsmaschine. Die Firma verwendet Recyclingmaterial für den Umweltschutz. Spritzgussfiguren bietet man auch aus Biokunststoff an. Handbemalung veredelt die Figuren. Die Angebote umfassen Schlüsselanhänger, Spardosen, Glücksbringer und Sonderanfertigungen.

Die Schlüsselanhänger sollen als Glücksbringer erfreuen, aber auch zur eigenen Kreativität anregen. Mit den Figuren kann man nicht nur spielen, sondern sie auch fotografieren oder zeichnen. Fotos mit unterschiedlichen Hintergründen oder in kuriosen Zusammenhängen und Situationen sind möglich.
Manchmal erbitte ich eine Kinderzeichnung und war schon einmal erfolgreich. Weitere Zeichnungen und Fotos nehme ich gerne in diesen Beitrag auf.




Das Titelbild präsentiert die Münchner Kindl vor den weiß-blauen bayerischen Rauten. Für mich gehören München und Bayern zusammen, auch wenn sich heimatverräterische Gleichmacherei noch so sehr bemüht, eine deutsche oder internationale Weltstadt zu entwickeln.
Die CSU-SPD-Bezeichnung „Landeshauptstadt“ ist eine Schande aus der „Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern“ (BayGO) von 1952. Wir leben in der Hauptstadt des Freistaats Bayern. Das Münchner Kindl ist ein Symbol für eine Hauptstadt in einer Nation und nicht für einen deutschen Landesteil – siehe Tivoligeschichte „Freiheit für Bayern“.
Nebenbei bemerkt: „Bayern“ im Internet ist fußballverseucht. Da hilft sogar der Suchstring „Bayern -München“ in den Suchmaschinen nichts – also mit Leerzeichen und Minuszeichen.

Mein vorheriger, KI‑verseuchter Beitrag zum Heidifest 2026 hatte mich fast verleitet, hier wieder Bilder und Texte mit KI anzubieten, weil es so einfach ist. Dann erkannte ich, dass mich mein Denken mehr erfreut als alles Künstliche. Zudem ist das Thema hier ein würdigeres als die fragwürdige Party.
Ich möchte die interessierte Öffentlichkeit und nicht zuletzt mich selbst unterhalten. Die KI muss ein Werkzeug bleiben und darf unser Denken und die Sprache nicht bestimmen.
Für Informationen bevorzuge ich den Wikipedia-Beitrag und die Ergebnisse von Suchmaschinen zum Münchner Kindl. Die Ergebnisse auszuwerten gefällt mir mehr, als KI-Antworten in diesen Beitrag zu kopieren.
Die folgende Angelegenheit hat zwar nichts mit dem Münchner Kindl zu tun, aber ich muss das Ärgernis mit KI-Texten einfach loswerden.
Nicht beim Münchner Kindl, sondern bei Amazon Kindle hat mich ein Autor mit KI-Texten hereingelegt. Es ist verächtlich, wenn jemand die KI umfangreiche Texte verfassen lässt, um damit Geld zu verdienen. Ich verlinke ein krasses Beispiel des KI‑Missbrauchs. Amazon Kindle hat nach meiner Rezension und Protest-E‑Mail die KI‑Werke gelöscht.
Der Unterhaltungswert der KI im grafischen Bereich sagt mehr zu. Gerne teile ich dabei meine Vorgehensweisen mit, sodass Veränderungen, die über Bildbearbeitung hinausgehen, öffentlich sind.
Am meisten genieße ich, wie dieser Beitrag mit den Ideen aus meinem Hirnkastl wächst. Das Abschreiben oder Kopieren überlasse ich lieber den macht- und habgierigen Politikerinnen und Politikern. Auch auf KI-formulierte Zusammenfassungen verzichte ich oder verändere sie mit eigenen Worten.
Für mich ist die Frage, wer ein Münchner Kindl ist, leicht zu beantworten. Ich kenne nämlich etliche gebürtige Münchnerinnen und Münchner. Interessierte sind eingeladen, bei meiner Tivoligeschichte zum Mini-Hofbräuhaus nachzuschauen. Im dortigen lesenswerten, ersten Kapitel „Münchner in München“ habe ich die Frage mithilfe des Volkskundlers Florian Dering schon geklärt.
München war schon immer eine Zuagroastenstadt. Nur ein Drittel der Bevölkerung ist hier geboren. Den „echten Münchner“ gibt es also weniger durch genetisches Erbe, sondern vielmehr durch die Liebe zu dieser Stadt, ihre Lebensart und durch die Bereitschaft, sich mit ihr zu identifizieren.
Ich bin seit 1976 Wahlmünchner aus Niederbayern. Echte Münchner finden sich typischerweise eher in Wirtshäusern und Biergärten als in preißn-durchsetzter Stadtverwaltung, Politik, Wirtschaft und Kultur.
Das weltweit berühmteste Wirtshaus ist natürlich das Hofbräuhaus. Ich bin dort regelmäßiger Gast und wurde schon als Schmierfink vom Hofbräuhaus ausgezeichnet. Irgendwie hat das Münchner Kindl mit dem Hofbräuhaus zu tun, und wenn es nur um unser Grundnahrungsmittel geht. München ist sicherlich eine Bierstadt.
Leider wird das Münchner Kindl im Hofbräuhaus etwas stiefmütterlich behandelt. Sogar der Hofbräuhaus-Shop bietet im Gegensatz zu vielen anderen Souvenirgeschäften kein Münchner Kindl an.
Viele Hofbräuhaus-Touristen interessieren sich ohnehin eher für Bier und Schweinshaxn als für die Stadtgeschichte. Oft geht es schon am nächsten Tag weiter nach Neuschwanstein. Münchner sind eine Seltenheit im Hofbräuhaus. Einheimische werden eher vertrieben. Münchner Kindl als Bilder oder Personen muss man suchen.
Die Idee zu diesem Beitrag hatte schon einige Zeit in mir geschlummert. Der Aloisius-Spiel-Beitrag enthielt nämlich ein Kapitel zum Münchner Kindl, das nicht ganz zum Thema passte. Gemeinsam war nur, dass ich die Aloisius-Figuren auch verschenke. Der Münchner im Himmel symbolisiert aber eher das Hofbräuhaus und diente Ludwig Thoma für die Kritik an der bayerischen Staatsregierung. Das Münchner Kindl ist ein städtisches Symbol.
Aufgeweckt hat den eigenen Kindl-Beitrag eine Kellnerin im Hofbräuhaus, der ich nachträglich für das Ende meiner Schreibpause danke. Ich belohnte Freundlichkeit, Frohsinn, Umsicht und Fleiß mit dem Schlüsselanhänger. Wir fragten, wie lange sie schon im Hofbräuhaus arbeitet. Sie antwortete seit drei Monaten.
Dass es dann Zeit für ein Münchner Kindl wird, bemerkte ich, nahm eine Figur vom Bayern-Banner und schenkte sie ihr. Ganz spontan rief sie: „Geil, das freut mich!“ Meine Reaktion war nur: „Geil ist das nicht!“. Daraufhin meinte sie: „Cool, nicht geil.“ Schon war sie wieder am Weiterarbeiten.
Wir dachten, jetzt fühlt sie sich wie ein richtiges Münchner Kindl. Dabei ist es wissenswert, dass Personal im Hofbräuhaus nur in seltenen Ausnahmen aus München kommt, aber teilweise schon langjährig hier wohnt.
Im Tischgespräch bemerkte ich, dass man mit solchen Kleinigkeiten eine große Freude bewirken kann, mehr als mit dem Gegenwert in Form von Trinkgeld. Jemand widersprach und betonte die erfreulichen Wirkungen von Trinkgeld.
Nach einigen Minuten kam die Kellnerin zurück und zeigte uns voller Stolz die an einer Kette im Brustbereich ihres HB‑Personal-Dirndlgwands befestigte Figur. Bestimmt wird sie häufig darauf angesprochen und wirbt damit für die Stadt.
Drei Wochen später bediente sie wieder am Tisch und trug das Kindl immer noch. Ich freute mich und schenkte ihr den Aloisius vom Bayernbanner. Im kurzen Gespräch teilte sie mit, ein echtes Münchner Kindl mit hiesigen Eltern zu sein.

Auf Wikipedia und die Suchmaschinen habe ich schon hingewiesen. Die KI informiert sich ebenfalls dort, wertet die Links aus und fasst einen illustrierten Text zusammen. Vor nicht allzu langer Zeit hätte man Zeitungsarchive und Bibliotheken bemühen müssen. Das gute alte Buch hat aber noch lange nicht ausgedient.
Eines der schönsten München-Bücher oder Monacensia wurde 1999 vom schon erwähnten Florian Dering in Zusammenarbeit mit Sandra Uhrig anlässlich einer Ausstellung des Münchner Stadtmuseums herausgegeben: „Das Münchner Kindl: Eine Wappenfigur geht eigene Wege“. Ich habe den Ausstellungskatalog preisgünstig und originalverpackt in einem Internet-Antiquariat erworben.
Es ist nicht nur lesenswert, sondern empfiehlt sich schon durch die vielen Abbildungen zum Motiv, zur Kultur- und Stadtgeschichte. Der Preis von etwa 15 € für ein kunst- und kulturhistorisches Bilderbuch von fast 292 Seiten im DIN‑A4-Format erweist sich mehr als gerechtfertigt. Die Inhalte sind auch nach einem Vierteljahrhundert und ohne die digitale Welt noch aktuell.
Das Werk eignet sich hervorragend als Geschenk für München-Liebhaber – also „echte Münchner“ und solche, die es werden wollen.

In meinem Fotoarchiv befinden sich Abbildungen von Postkarten mit dem Münchner Kindl, die im Museumszelt der Oidn Wiesn 2014 ausgestellt waren. Deshalb gehören sie auch zu meinen Münchner Kindl. Sie stellen aber nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt von historischen, meist humorvollen Ansichtskarten dar. Gemeinsamkeiten sind die Mönchskutte mit den schwarz-gelben Farben und die vielen Maßkrüge.
2010 hat die TZ 20 Ansichtskarten aus zahlreichen Leserzusendungen ausgewählt und veröffentlicht. Ich empfehle den Link zum TZ‑Artikel „Das Münchner Kindl von anno dazumal“. Das Internet bietet aber erheblich mehr Postkartenmotive zum Münchner Kindl an. Diesen Vorzug leistet der Ausstellungskatalog im vorherigen Kapitel nicht. Er beinhaltet aber auch 20 Grußpostkarten.






Viele Einheimische und Touristen bemerken nicht, dass sich auf der Spitze des Münchner Rathausturms in 85 m Höhe ein Münchner Kindl befindet.
Die Kupferfigur von 1905 ist 1,65 m groß und stammt von Kupferschmied und Bildhauer Hygin Kiene (1863–1928). Der Schwabinger Bildhauer Anton Schmid entwarf das Modell mit seinem neunjährigen Sohn Wiggerl, dem späteren Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy (1896–1982).
Mein Foto aus dem Jahr 2004 entstand mit APS‑C-Brennweite 300 am Kartoffelbrunnen auf dem Viktualienmarkt. Ohne Fotomontage oder KI‑Schöpfung kann die Einheit von Kirche, Stadt und Volk interpretiert werden.
Die Bildbearbeitung hat ein wenig bei Perspektive, Weißabgleich, Farben und Helligkeit geholfen. Mich juckt es in den Fingern, eine Lupe mit KI auf das Münchner Kindl zu richten, aber ich verzichte auf Künstlichkeit. Einige KI-Experimente sind mir aber doch noch eingefallen.





Ich verstehe mich nicht nur als Autor und Gestalter einer altbayerischen Onlineschau, sondern auch als zugezogener Berichterstatter zu Teilen der Münchner Stadtgeschichte mit ihrer Kultur und Natur, z. B. zur Geschichte des Tivoli in München. Mein Interesse zielt dabei auf die nahe Wohnumgebung. Darin befindet sich eine Burgfriedensäule mit dem Münchner Kindl, etwa 150 Meter südwestlich des Monopteros.
Der heutige Englische Garten war vor seiner Entstehung in zwei Gebiete geteilt: Der südliche Teil gehörte seit 1724 zur Stadt München, während der nördliche Teil, die Hirschau, ein kurfürstliches Jagdrevier des Dorfes Schwabing war und der Dachauer Gerichtsbarkeit unterstand. Die Grenze verlief entlang des Burgfriedenwegs und wurde durch die Burgfriedensäule mit dem Münchner Kindl markiert.
Ein Schwabinger Kataster erwähnte erstmalig 1808 das Tivoli-Gebiet. Damals war es eine sumpfige Auenlandschaft mit Bächen, Kiesbänken und Gebüschen. Die nördliche Hirschau bewahrte ihren ruhigen Waldcharakter als Jagdgebiet. Die Ortsnamen Tivoli, Hirschau und Kleinhesselohe stammen aus dieser Zeit und beziehen sich auf Gebiete im damaligen Schwabing, das 1890 nach München eingemeindet wurde.

Eine potenzielle Münchner-Kindl-Darstellerin ist zwischen 20 und 29 Jahre alt, ledig und hat in München geborene Eltern oder Großeltern. Sie stammt aus den Reihen der Münchner Wiesnwirte, Schausteller, Wirte und Brauereien. Leider haben nicht alle Wiesnwirte Töchter, die sich für die Berufung des Festrings München eignen. Gilt es doch, die gastronomische Nachfolge für den Betrieb von städtischem und staatlichem Eigentum zu sichern.
Aktuelles 2026er Beispiel ist Sina Hochreiter, deren Eltern und Großeltern den Imbissstand auf dem Viktualienmarkt betreiben, der auch Biergarten genannt wird. Ein Wiesnzelt und weitere Gastro-Betriebe gehören dazu.
Andere Darstellerinnen trugen die in München bekannten Namen Hagen, Steinberg, Heide, Krätz, Noeth und Inselkammer. Man wird den Damen aber nicht gerecht, wenn sie auf ihre Erzeuger reduziert werden. Tatsächlich waren und sind sie sympathische Botschafter Münchens. Außerdem führt das Münchner Kindl reitend den Einzug der Wiesnwirte und den traditionellen Trachten- und Schützenumzug am ersten Sonntag des Oktoberfestes an.
Ich kopiere die Chronik der Darstellerinnen nicht, sondern hebe nur die erste aus dem Jahr 1938 hervor: Ellis Kaut war die spätere Erfinderin des weltberühmten, frechen, männlichen Kobolds Pumuckl. Gespannt bin ich, wann der Zeitgeist zum männlichen Münchner Kindl zurückkehrt. Noch ist das unvorstellbar, aber politische Machtansprüche aufgrund der sexuellen Orientierung werden immer mehr.
Fotografisch biete ich nur das Münchner Kindl Sina Hochreiter beim Schäfflertanz im Januar 2026 auf dem Marienplatz an. Ein Video zu ihr darf natürlich nicht fehlen.



Bei den folgenden Bildern hat die lokale KI-Software Excire mein digitales Fotoarchiv mit mehr als 200.000 Fotos seit 1998 durchsucht. Die Ergebnisse waren für mich erstaunlich. Ich habe nur nach „schwarz-gelbes Gewand“ gesucht und einige Schätze gefunden, die ohne die Software versteckt geblieben wären.
Zudem ist es möglich, Fotos aus der Anfangszeit der digitalen Fotografie mit KI zu verbessern. Bei den Farben der Wappen hat die Ki nachgeholfen. Die Gärtnerin hat mich auf dem Originalfoto nicht lächelnd angeschaut, sondern ausdruckslos zur linken Seite geblickt.









Das Münchner Kindl befindet sich beispielsweise auf Trambahnwagen, Kanaldeckeln, Postkarten, Bierkrügen, Bierflaschen oder Plakaten. Anstelle des Buchs hält es auf vielen Darstellungen heute einen Bierkrug in der Hand.
Hier ist nur über die Münchner Kindl zu lesen, soweit ich einen persönlichen Bezug damit verbinde. Ich zeige nicht zum tausendsten Mal die Münchner Stadtwappen, Kanaldeckel usw. Das Internet ist voll mit Münchner Kindl. Sogar die YouTube-Suche liefert Ergebnisse. Selbstverständlich darf der Hinweis auf einen Tatort von 1972 mit diesem Titel nicht fehlen. Der jährliche Münchner-Kindl-Lauf findet seit 2008 statt. Münchner Kindl Bräu wurde wiederbelebt.
Größtes Problem des Münchner Kindls ist, dass sich die städtischen Sittenwächter nicht über die verhüllende Kleidung aufregen können und diese wie beim Wiesn-Teufelsrad übermalen lassen. Als weiteres Zeitgeistphänomen gehören Tattoos und Graffiti nicht zu meinen Münchner Kindl.
Außerdem gibt es einen Münchner-Kindl-Senf. Da muss ich den meinigen nicht auch noch dazugeben. Ich genieße lieber, wie aus einem anfänglichen Chaos ein wohlgeordneter persönlicher Beitrag entsteht.
Neugierig war ich aber schon, welche Informationen mir das Internet bietet. Auch mit der KI habe ich alles Mögliche ausprobiert. Ich empfehle sogar solche spielerischen Vorgehensweisen. z. B. mit dem Auftrag: „Schreib mir einen Blogbeitrag zum Münchner Kindl!“ Das Ergebnis ist verblüffend und nicht einmal sachlich-langweilig, sondern anregend formuliert. Es zeigt mir aber die verarmte Zukunft mit sprachlicher Künstlichkeit.

Kurioserweise könnte man bei der Geschichte des Münchner Kindls von Verjüngung und Geschlechtsumwandlung schreiben. Es verwundert, dass der Zeitgeist noch nicht auf Anti-Aging und Transgender gekommen ist.
Das Münchner Kindl eignet sich doch hervorragend als Symbol für die queere Community. Heute fehlt nur noch, dass der Freistaat Bayern verpflichtet wird, eine Unisex-Toilette im Hofbräuhaus anzubieten. Das historische Gebäude verfügt schon über barrierefreie und rollstuhlgerechte Toiletten. Dieses Alibi reicht dem Zeitgeist aber nicht.
Zur Eröffnung der Münchner-Kindl-Toilette wird dann ein Kindlfest veranstaltet. Dazu engagiert man einen Primitivsender, das in München heidifest-erprobte Fotomodel und ihre Lieblings-Dragqueens, die „Queen of Drags“-Kandidatinnen Bambi Mercury, Yonce Banks und Candy Crash. Eingeladen werden ausrangierte Playback-Sänger und botoxgespritzte C‑Promis. Normale Gäste vertreibt man.
Bei Toilette und Fest spielt es keine Rolle, ob Gerhard Polt „Braucht’s des?“ fragt. Hauptsache, die Brauerei Staatliches Hofbräuhaus sorgt für Marketing, Sponsoring und Freibier. Selbstverständlich wird die Kindl-Toilette mit den Stoffwechselprodukten von HB-Bier und den Verdauungsresten von HB‑Schweinehaxn eingeweiht.
Fast hätte ich es vergessen: Heidi Klum reitet natürlich als Münchner Kindl an der Spitze des jährlichen CSD. Zudem übernimmt sie bei der Wiesn im Festzelt Bräurosl das Anzapfen bei der neuen Lesben-Party am „Bier, Boobs, Brezn Monday“. Noch mehr fragwürdige Anlässe lassen sich bestimmt finden. Eine volkstümliche, traditionelle Gaudi sind solche Feste jedenfalls nicht – eher eine Schande für …
Das heutige Münchner Kindl darf nicht zum Zeitgeist-Schmarrn verkommen, wie schon so oft in der Vergangenheit. Aber: „Ohne Gaudi is ois nix.“ hat Fredl Fesl (1947–2024) so treffend formuliert.

