Mein Glücksbringer

Auf der Suche nach einem Glücksbringer für eine Kellnerin im Schelling-Salon, begann ich mich mit dem Glück zu beschäftigen. Heutzutage macht man das natürlich mit einer Suchmaschine im Internet. Ich suchte also nach etwas zum Kaufen und Schenken. Dabei übersah ich das Naheliegende. Erst am nächsten Morgen fiel mir ein, dass ich etwas selbst herstellen kann. Für mich bieten sich Fotobücher und Geschichten an. Wie üblich passte keines meiner Werke. Die Idee war geboren, ein neues Glücksbuch zu gestalten.

Plötzlich hatte ich hunderttausend Einfälle, die mehr oder weniger brauchbar waren. Aber meine Orientierungslosigkeit war vorbei. Es gab ein neues Ziel, das ab sofort wichtiger als alles andere war. So ging es mir bei den meisten Projekten. Vor einigen Wochen hatte ich wegen meiner fotografischen und schreiberischen Untätigkeit noch verkündet: Das Ende kommt von selbst. Und genau so war es gewesen.

Eigentlich blieb ich während der Pandemie immer aktiv, nur meine Arbeiten waren öffentlich nicht wahrnehmbar. Wegen Corona ging ich nicht mehr viel in Wirtshäuser und verließ selten die Wohnung – nicht aus übertriebener Vorsicht oder Angst vor Covid, sondern aufgrund der allgemein bedrückten Stimmungslage. Um nicht auch zu jammern und um geistig fit zu bleiben, begann ich mein Internetangebot umzustellen. Es sollte aktuell, übersichtlich und gefällig werden. Die Lesbarkeit auf Tablets und Handys war dringend verbesserungsbedürftig. Der klassische Editor musste durch den neuen Block-Editor ersetzt werden.

Dazu ging ich nicht nach Anleitungen vor, sondern lernte mit Versuch und Irrtum. Über den Erfolg beider Methoden kann man sich streiten, entscheidend ist das Ergebnis. Und für meine Methode braucht man Glück. Mit ein wenig Pech erweisen sich einige Arbeiten leicht als verkehrt oder überflüssig. So hatte ich manchmal Programmfehler oder fehlende Funktionen vermutet, meine Vorgehensweise war aber nur ein Irrweg. Nach der Lösung fühlte ich mich als glücklicher Gewinner.

Was hat das mit der Kellnerin im Schelling-Salon zu tun?

Vor vielen Wochen besuchte ich nach einem vormittäglichen Arztbesuch erstmalig die historische Gaststätte und war zweiter Gast. Die Kellnerin zeigte sich sehr freundlich und aufmerksam, aber irgendwie ungewöhnlich. Das Essen schmeckte hervorragend. Ich fühlte mich wohl. Mehrmals kam die Bedienung in unbeschwerter Weise an den Tisch, bis sie schließlich auffallend über Schmerzen klagte, weil sie gestolpert war. Tapfer wollte sie weiterarbeiten. Dann bediente mich eine andere Angestellte und erklärte, dass ihre Vorgängerin wegen des Unfalls aufgeben musste.

Nach einem Vierteljahr war ich mit Bekannten zum zweiten Mal im Schelling-Salon. Wir freuten uns, weil es Blut- und Leberwurst gab. Die mir vom Sehen bekannte Kellnerin bediente in gewohnter Weise. Über dem Mittelgang hing ein Schild mit der Aufschrift: Leber- und Blutwurst. Spaßeshalber bemerkte ich zur Kellnerin, dass dies falsch sei, weil es doch Blut- und Leberwurst heißen müsse. Schlagfertig und in bester valentinesker Manier meinte sie, dass man das Schild doch umdrehen könne. Wir lachten und genossen die würzigen, schmackhaften Würste mit dem ebensolchen Sauerkraut. Ich beschloss, bald wieder in diesem Wirtshaus zu essen.

Beim dritten Besuch begrüßte mich die Kellnerin gleich mit der Bemerkung, dass es heute keine Leber- und Blutwürste gäbe. Das war mir aber nicht so wichtig, weil die Speisekarte sehr umfangreich und das Angebot besonders preiswert ist. Den Spaß mit der verkehrten Anordnung der Wörter wollte ich nicht wiederholen. Ich freute mich, dass mich die Kellnerin wiedererkannt hatte.

Nach einiger Zeit kam sie an den Tisch und fragte, ob ich vor vielen Wochen schon einmal hier gewesen wäre. Ich antwortete, dass dies an dem Tag ihres Unfalls war und dass es mir leid täte, wenn ich ihr Pech gebracht hätte. Daraufhin lachte sie und meinte: nicht Pech, sondern Glück. Ich wäre ihr Glücksbringer, weil sie danach zwar etliche Wochen krankgeschrieben war, aber nicht operiert werden musste. Endlich wäre sie zu Ruhe und neuer Arbeitskraft gekommen. Stolz freute ich mich, ein persönlicher Glücksbringer zu sein und beschloss der Kellnerin etwas für ihr künftiges Glück zu schenken.

In der Folgezeit hatte ich noch nicht mit dem Fotobuch begonnen, bastelte jedoch immer wieder am Einleitungstext herum. Meine Internetsuche richtete sich unter anderem auf den Titel „Meine Glücksbringer“. Der Schmarrn, den ich fand, zeigte mir den Weg zu dem neuen Titel „Das Glück vom Tivoli“. Damit sollte der fotografische Inhalt des neuen Projekts bei meiner Fotoauswahl sehr frei, aber persönlich, individuell und weltweit einmalig werden.

Die Begrüßung beim vierten Besuch war mit der Anrede „Mein Glücksbringer“. Der Abschiedsgruß erfolgte wiederum mit diesen Worten. Ich blickte auf, lachte, und die Kellnerin meinte: „Ja, diesen Namen haben Sie jetzt weg.“

So entstand die Idee für ein Fotobuch mit dem Titel „Mein Glücksbringer“. Aber wie fotografiert man Glück?

Lachende Personen allein drücken das nicht unbedingt aus. Situationen mit Glück sind nur zufällig zu fotografieren. Glück steht in enger Verbindung mit Freude und Geschenken. Davon hatte ich in meinen Blumengrüßen bereits eine große Anzahl fotografiert. Jetzt erfahren sie mit dieser Geschichte aus dem Schelling-Salon eine Neuauflage. Und außerdem sind meine Blumenfotos Geschenke, die nicht verwelken.

Beim fünften Wirtshausbesuch erlebte ich meinen Glücksbringer in Aktion. Die Wirkungen gefielen mir so gut, dass ich ihn im Internet als Present für die Weltöffentlichkeit und im Privatleben als Fotobuch-Geschenk verwenden werde. Mein Glücksbringer soll Glück und Wohlergehen auf allen Lebenswegen bringen.

Besondere Blumen befinden sich auf dieser Stickerei, die ein Geschenk meiner Großmutter zur Hochzeit meiner Eltern am 23. Mai 1950 war. Das Foto ist Teil meiner Sammlung aus dem Elternhaus im niederbayerischen Gäubodendorf Ottmaring. Das heimatliche Werk besteht weiter in meiner Erinnerung, als digitales 2004er Foto sowie jetzt als weltweiter und persönlicher Wunsch.

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Mein Glücksbringer
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Glückwünsche mit Blumen
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