Video mit Fotoschau

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Weil es die gastronomischen Einrichtungen im nördlichen Teil des Münchner Lehels nicht schaffen, einen guten Gast an sich zu binden, begebe ich mich nach der Biergartenzeit mit der Trambahn auf die Herbergssuche in andere Stadtteile. Meine Wahl fällt auf das Weiße Bräuhaus im Tal und den Augustiner am Platzl. Ganz bin ich aber nicht zufrieden, weil man an den dortigen Wirtshaustischen häufig eine außerirdische Touristenschar antrifft. Das Dazusetzen, wie es in einem altbairischen Wirtshaus üblich ist, kann somit zu Einsamkeit führen. Dann besuche ich Wirtshäuser mit einem hohen Überfüllungs- und Reservierungsgrad. Das Wohlbefinden in diesen Einrichtungen ist ebenfalls eingeschränkt. In der biergartenlosen Zeit müssen aber geschlossene Anstalten aufgesucht werden, außer man widmet sich unnatürlichem Einzelgängertum und anderen mehr oder weniger umstandsreichen Möglichkeiten des Kontakts und der Nahrungsaufnahme.

Solche Sätze kann man natürlich nur ohne große, zeitaufwendige Verpflichtungen schreiben. Es ist aber auch möglich, sich über vieles hinwegzusetzen und neue Wege zu gehen. Solche führen mich zur Zeit in ein noch junges gastronomisches Angebot mit dem Namen Marktschänke beim Viktualienmarkt. Dort kann ich als nachmittäglicher Gast meine Gedanken meist ungestört zu Papier bringen und mich dem Gespräch widmen. Das Personal ist sehr freundlich und das Essen schmeckt mir. Die Küche kauft offensichtlich bei einer Metzgerei in Miesbach ein, die sich hervorragend darauf versteht, den Fleisch- und Wurstprodukten einen besonders guten Geschmack zu verleihen.

Hinter viele Geheimnisse der Marktschänke bin ich noch nicht gekommen, aber öffentlich ist im Internet zu lesen, dass es sich um einen Ableger der Forschungsbrauerei München handelt. Beim täglichen Telefonat mit meiner Mutter kann ich somit unbekümmert versichern, dass ich nicht zum Biertrinken in ein Wirtshaus gehe, sondern zum Studieren oder Forschen in ein Institut. So ganz gehört dieses zwar nicht zur Ludwig-Maximilians-Universität oder zur Technischen Universität München, aber das muss ich ja nicht dazusagen.

Also begebe ich mich in der vierten Adventswoche 2014 zum Studium in die Marktschänke. Und dann passiert etwas für die Vorweihnachtszeit und die Münchner Innenstadt sehr ungewöhnliches. Das Wirtshaus hat Musikanten engagiert. Die meist jungen Gäste reagieren zurückhaltend und sind in Gespräche vertieft. Ich beginne nach den Musikstücken zu klatschen und kann mich zu den Musikern an den Tisch setzen. Wir kommen ins Gespräch.

Einvernehmlich wird festgestellt, dass man mit dem Wirt ein ernsthaftes Wort reden muss, damit er in der staaden Zeit so wie andere Wirte mehr ans Geldverdienen denkt als an die Unterhaltung der Gäste mit besinnlicher Musik. Lokale sind in den vorweihnachtlichen Innenstädten durch shoppingsüchtige Frauen und konsumwütige Männer ohnehin bestens gefüllt. Mit Musikangeboten wären wir doch bald wieder in jener rückständigen Zeit, als es noch Volkssänger und Musikanten in den Wirtshäusern gegeben hat und keine Bildschirme in den Wohnungen. Das ist doch eine arme Zeit gewesen. Die Menschen mussten sich noch miteinander und nicht mit den kleinen Kastln beschäftigen. Da war doch alles noch schwarzweiß!

Jetzt bin ich beim Stichwort für den Grund des neuen Beitrags. Zu meiner Motivation gehören lebenslanges Lernen und Weiterentwicklung. Tivolifoto sieht heute nicht mehr so aus wie vor vier Jahren bei seiner Entstehung. Mit diesem Beitrag schaffe ich eine Ausnahme von der Regel, dass es bei Tivolifoto Fotobücher und Fotostrecken gibt. Meine Fotopräsentation im Internet umfasst bislang die Möglichkeiten Fotostrecke und Fotobuch mit den Darstellungsformen Fotoserie, Fotoessay, Fotoerzählung oder Fotogeschichte. Der vorliegende Artikel bereichert meine Arbeiten um eine neue Ausdrucksform. Ich nenne diese Video mit Fotoschau, obwohl ich das Gesamtangebot von Tivolifoto auch als Fotoschau bezeichne. Die Schau hat umgangssprachlich unter anderem zwei Bedeutungen: Man kann etwas anschauen und man freut sich über etwas.

Ich freue mich nicht nur über meine Fotos, sondern auch über Musik, die mir gefällt. Deshalb habe ich zu allen Beiträgen Musikvideos bei YouTube verlinkt. Dieses Angebot wird aber meist nur von mir allein wahrgenommen. Jetzt könnte ich zur Betrachtung der Fotostrecken lizenzfreie Musik anbieten oder Musikvideos bei YouTube direkt in meine Beiträge einbetten. Dies widerspräche aber der Zielsetzung, dass Fotos angeschaut und Texte gelesen werden. Sogar die Fotogalerien bei WordPress finde ich einen Rückschritt gegenüber der Fotointegration in den Hypertext.

Bislang habe ich auf das Einbetten von Foto-, Dia- und Slideshows verzichtet. Mit dem Artikel Blumengrüße in der Hirschau habe ich aber bereits eine Fotoschau ohne Musik erarbeitet und vorgeführt. Durch meine Überlegungen zum Herzeigen und Anschauen von Fotos sowie mit dem Anspruch Musik zu präsentieren, komme ich auf die Idee, ein YouTube-Video mit Musik und Fotos zu erarbeiten. Nach einigen Versuchen stelle ich fest, dass dies mit dem Movie Maker des Betriebssystems Windows einfach möglich ist. Die vielfältigen Angebote der Gestaltung von Animationen und visuellen Effekten bei Übergängen werden aber nicht genutzt. Ich zerschneide die PDF-Datei von Dirndldrahn, Landlergschwister und Raupenbahn zu JPG-Dateien für die Einzelseiten. Dann bitte ich Andreas Staebler, den G.Rag von den Landlergschwistern, erfolgreich um seine Zustimmung zur Veröffentlichung der Live-Aufnahme von „Der Räuber & Der Prinz“. Mein Eindruck zum bisherigen Ergebnis ist aber, dass die Farbigkeit der Bilder den Gesamtzusammenhang beeinträchtigt. Es erfolgt eine automatische Umwandlung in Schwarz-Weiß-Fotos. Dies widerspricht dem Grundsatz meines Angebots, dass Bilder der Wirklichkeit möglichst entsprechen sollen. Gelegentlich erlaube ich mir aber, mit dem Freischwimmer-Abzeichen zu liebäugeln.

Vor diesem gesamten Hintergrund habe ich ein Musikvideo gestaltet, das ich hiermit den Gästen von Tivolifoto präsentiere. Eine Ausweitung ist theoretisch auf alle Beiträge meines Angebots möglich. Es muss aber passen. Wer über eine digitale Musikaufnahme verfügt und diese bei Youtube veröffentlichen möchte, dazu aber kein Video hat, kann sich die Beiträge von Tivolifoto anschauen. Wenn es mir gefällt, erstelle ich in kurzer Zeit kostenfrei ein Video mit einer Fotoschau und biete dieses in meinem Kanal bei YouTube an. Besser ist es natürlich, sich von der eigenen Kreativität leiten zu lassen.

Wiesnhit im Festzelt Herzkasperl der Oidn Wiesn des Oktoberfest 2014 – G.Rag & Die Landlergschwister – Der Räuber und der Prinz

There are 6 comments

  1. zalp

    Lieber Josef,
    großartig gemacht! Da passt alles aufs feinste zusammen.
    Diese Darstellungsform füllt die Lücke zwischen „starren Fotos“ (nicht abwertend gemeint) und „unkontrollierten Videos“.
    Diese Blasmusik zwischen Tradition und Moderne gefällt mir außerdem auch.
    Viele Grüße aus dem Sauerland an die Isar,
    Christoph

    1. Josef

      Lieber Christoph, vielen Dank für diese Bewertung. Ich muss aber zugeben, das der Zufall eine große Rolle gespielt hat. Anordnung und Abfolge der Bilder sind gleich wie im Fotobuch oder in der Fotostrecke. Ein- und Ausblenden sind automatisch und ebenfalls zeitlich gleich. Manchmal hat man aber den Eindruck, dass Absichten verfolgt wurden,  z. B. im Bildwechsel bei 2:08. Weil die Bilder auch in der Fotostrecke eine logische Gliederung und komplexe Anordnung haben, entdeckt man in dieser Darstellungsform eine Handlung, die mit der Instrumentalmusik und dem Gesangstext eine Verbindung eingeht. Empfehlenswerte Videos der Gruppe habe ich in der Fotostrecke mit den anfänglichen Lautsprechersymbolen bereits verlinkt. Schaut man sich z. B. meine Lieblingsnummer Honky Tonkin an, würde meine Darstellungsform gar nicht passen. Da ist ein Film ohne Schnitt mit den tatsächlichen Abläufen besser geeignet. Die filmende Person muss übrigens die Musik gut gekannt haben. Herzliche Grüße aus München in das Sauerland, Josef

  2. keinbisschenleise

    Ach wie schön lieber Josef,
    da hast du dir ja wieder mal viel Arbeit gemacht, die sich aber TOTAL gelohnt hat ⭐
    Habe mir die Videos alle im Vollbildmodus angeschaut und bin begeistert.
    Musik und Fotos so schön im Zusammenspiel, einfach ein Genuss ❤
    Danke und ganz liebe Grüsse aus Niederbayern in den Montag-Abend,
    Uschi

    1. Josef

      Liebe Uschi, viel Arbeit mache ich mir gerne, wenn sie in Zusammenhang mit einer natürlichen Entwicklung steht. Aufwand und Ergebnis bieten mir dann auch Begeisterung und Genuss. Das Zusammenspiel von Musik und Fotos ist sehr ausbaufähig. Ich habe Freude am Lernen, Versuchen und Entwickeln. Mit meinem freien Angebot kann ich mich treiben lassen. Kommentare können die Richtung bestimmen. Vielen Dank für Deine freundlichen Worte und herzliche Grüße von München nach Plattling, Josef

  3. ladyfromhamburg

    Schon interessant, wie sich die Gastronomie im Laufe der Zeit entwickelt und verändert. Und wie du herumkommst, entdeckst, forschst, suchst, Kontakte knüpfst, fragst, machst …
    Ich habe mir die Videos angesehen. Das Schwarz/Weiß passt sehr gut – genauso wie die Blumenmotive zur Musik. Ich glaube, da muss ich noch einmal bei Gelegenheit hereinhören. Es war wieder einmal ein sehr erbaulicher Fund hier bei dir, lieber Josef! Vielen Dank!

    LG Michèle

    1. Josef

      Liebe Michèle, kurz vor Mitternacht lese ich Deinen freundlichen Kommentar, der mich sehr freut und für den ich Dir danke. Besonders gefällt mir der Ausdruck “erbaulicher Fund”, weil ich davon ausgehen kann, dass ich Dir mit dem Beitrag eine Freude machen konnte. Das wollen wir doch alle. Wir zeigen etwas her, weil es uns gefällt und weil wir hoffen, dass es anderen eine Freude macht. Wenn es gefällt, dann haben wir alle gewonnen. Herzliche Grüße von München nach Hamburg, Josef

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