Kampf am Tivoli – Fluch II

Das Titelbild zeigt symbolisch eine Waffe im nicht ganz ernst gemeinten Kampf am Tivoli. Jetzt wird ”Der Fluch vom Tivoli” zur gewaltsamen Auseinandersetzung, welche aber auch künstlerische und sogar humorvolle Züge hat. Tivolifoto dankt den Fans von Fluch I für ihre Teilhabe bei diesem großen kommerziellen Erfolg. Mit Fluch II soll allen nochmals Geld aus der Tasche gezogen werden. Neues gibt es wegen des Wiedererkennungswerts nur wenig, damit eine wiederholte Bereicherung funktioniert. Dazu wählt man dieselben handelnden Personen und eine vergleichbare Geschichte an dem bekannten Ort. Das funktioniert doch im Kino und jetzt eben auch bei Tivolifoto.

Zunächst wird an die Personen erinnert. Bislang gab es den Schöpfer, den Zerstörer und den fotografierenden Radler. Jetzt kommen Retter und Django hinzu. Der Zerstörer wird zittern, weil Django mit im Spiel ist, der bei Tivolifoto durch Die letzten Tage der Rosinante vom Aumeister bekannt ist. Die tragische Geschichte ist nun nicht mehr nur ein Fluch, sondern ein Kampf mit entsprechenden Werkzeugen und Handlungen für Angriff und Verteidigung. Bei den Orten wurde schon über Hauptwerk, Zweitwerk und Eule berichtet. 2013 baute der Schöpfer neue Werke an den alten Orten und schuf den Hagen von Tronje an einer weiteren Stelle. Auf meinem Weg mit dem Fahrrad zum Aumeister oder in die neue Hirschau ergaben sich wieder viele neue fotografische Ansichten und Perspektiven. Außerdem lernten sich Schöpfer und Radler über Internet-Angebot, Fotobuch, Postanschrift und Gespräche etwas kennen. Diese Entwicklung ist in den Kommentaren zum Fluch I nachzulesen.

Lange hatte ich das Fotobuch von Fluch I in meiner Fahrradtasche, um es dem Künstler zu schenken. Er lief mir, und ich fuhr ihm aber einfach nicht über den Weg. Einmal befestigte ich die Visitenkarte von Tivolifoto an einem neuen Werk. Der Zerstörer legte dieses aber trotz meiner Karte flach. Dann kam im August das Sommerfest in der Hirschau. Ich zeigte das Buch meinen Begleiterinnen Ingrid und Karin. Die Blumen-Karin vom Blumenladen in unserem Viertel berichtete mir, dass der Schöpfer Reisinger heißt und in der Oettingenstraße wohnt. Ich suchte in einer benachbarten Wohnanlage an den Postkästen nach diesem Namen, um mein Fotobuch einzuwerfen, wurde aber nicht fündig. Im Nachhinein erfuhr ich, dass er dort nur gelegentlicher Gast bei einer Freundin ist.

Am 17. September meldete sich der Künstler mit einem kurzen Kommentar bei Tivolifoto. Endlich konnte ich ihm das verfluchte Fotobuch an seine Postanschrift schicken. Er bedankte sich mit einer Ansichtskarte. Das Fotomotiv war The Kid von Charlie Chaplin aus dem Jahr 1921. Auf die Karte zeichnete er eine Skizze mit dem Standort des Hagen von Tronje. Dieser Überlebenskünstler war mir natürlich durch meine Fahrradfahrten längst bekannt. Warum er längere Zeit von der Zerstörung verschont blieb, weiß wohl nur der Zerstörer.

Bei einer Heimfahrt von der Hirschau Ende Oktober erblickte ich auch wieder den Schöpfer. Laut rief ich, was er denn da mache. Er lachte, freute sich über unser Treffen und bedankte sich für meine Internet-Dokumentation und das zugesandte Fotobuch. Dann kam ein Radfahrer dazu, der den Künstler kannte und von ihm als Retter vorgestellt wurde. Der Radler berichtete, dass er bei einem Zusammentreffen versuchte, durch Zureden den Zerstörer von seiner Tat abzuhalten. Dieser Verbrecher steigerte sich aber mit gewaltigen Fußtritten in einen Zerstörungswahn, den man nicht bremsen konnte. Der Rettungsversuch scheiterte, weil so ein Kunstwerk für die Flachlegung nur Stöße mit den Füßen braucht.

Der Retter hat aber einige Informationen über den Zerstörer, da er wie dieser Ganzjahresbader im Eisbach vor dem Tivolikraftwerk ist. Sogar eine nähere Beschreibung des Übeltäters war möglich. Der Zerstörer ist ein Zwei-Meter-Mann mit athletischem Körperbau, rechteckiger Gesichtsform und glatt rasiertem oder haarlosem Schädel. Das Erscheinungsbild bewirkt Assoziationen zu einem Skinhead oder Neo-Nazi. Sein Alter ist vermutlich mitte-dreißig. Er wohnt offensichtlich in der Hohenzollernstraße und liegt häufig unbekleidet am Eisbach vor dem Tivolikraftwerk.

Im Biergarten am Aumeister berichtete ich Django von diesen Begegnungen und Ereignissen. Es gibt ihn wirklich als meinen Biergarten-Amigo, mit dem ich mich meist zufällig treffe, aber auch gerne verabrede. Django brachte mich auf eine Idee. Ich erzählte ihm von meiner neuen Begegnung mit dem Schöpfer der Kunst vom Tivoli und dem Dazukommen des Retters, der ebenfalls Ganzjahresbader an diesem Ort ist. Django meinte, dass doch jemand auf die Idee kommen könnte, die Kleidung des Zerstörers im Eisbach oder anderweitig zu entsorgen. In den noch warmen Herbsttagen bereiteten mir Überlegungen hierzu durchaus eine Gaudi. Man stelle sich vor, wie der Zerstörer nackt seinen Heimweg in der Großstadt antreten muss. Das wäre doch eine wunderbare Werbung für die Kunst am Tivoli. Jetzt ist aber Winter, und ich bitte alle Beteiligen auf wärmere Temperaturen zu warten. Es gibt also noch keine bei Tivolifoto angekündigte „Rache“, sondern nur einen „Kampf am Tivoli“, der den Zerstörer für 2014 warnen soll.

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26. Juni 2013: Neues Werk am Standort der Eule mit eher menschlichen Zügen im Mittelpunkt und der Lebensdauer von einem Tag trotz Warnleuchte und Federn

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Nach der Zerstörung weist am 28. August 2013 ein drohender Finger zwischen den Bäumen auf die Wut des Schöpfers hin. Der Fehdehandschuh ist geworfen.

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Als Hauptwerk wird am 22. August 2013 wieder ein stattliches Schiff errichtet. Die Konstruktion von Bug und Heck sowie die vielen Details sind sehr beeindruckend.

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Einige Details lassen den Schluss zu, dass es sich um ein Schiff handelt, das den Zerstörer abschrecken soll und seinen teilweisen Ursprung im Kampf auf den Autostraßen hat.

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Durch die wuchtigen Tritte des brutalen Zerstörers ist das stolze Kampfschiff trotz scheinbar sicherer Materialverbindungen in seine vielen Bestandteile zerfallen.

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Aus Trümmern des Schiffs entstehen im Hintergrund zwei grimmige Wachposten.

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Am Laternenmast wird eine versteckte Kamera zur Beobachtung der Untaten befestigt.

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Die Wächter werden wegen weiterer Zerstörungen wieder aufgebaut und verändert.

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Der Künstler gestattet sich das Anbringen der Werbung „Tube Rei-Singer“ am Werk.

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Am 7. September entsteht der helden- und schauderhafte Hagen von Tronje an einer vierten Stelle. Er soll mit List und Tücke den Verbrecher an seiner Zerstörung hindern.

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In der Zwischenzeit macht das einst stolze Schiff einen Eindruck zum Davonlaufen.

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Am 28. September 2013 wird das Kriegsbeil mit einem neuen Kampfschiff wieder ausgegraben. Die Bewaffnung ist diesmal noch furchterregender als bislang.

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Fehdehandschuh sowie modernste Überwachungs-, Drohnen-, und Raketentechnik

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Verdeckte Ermittlungen, Spionage und der gute alte Fußtritt sollen verwendet werden.

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Gefährliche Hacken, giftige Pfeile, rostige Büchsen und Rotlicht werden eingesetzt.

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An Bord des Kampfschiffs sind kurzsichtige, nikotinsüchtige Personen für diskrete Ermittlungen, starke Laserkanonen und leichtes Personal für gewisse Dienstleistungen.

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Das Kampfschiff ist mit modernster Funk-, Laser- und Radartechnik ausgestattet.

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Die umfangreiche Bewaffnung hat eine furchterregende und abschreckende Wirkung.

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Der Anblick von Ketten und Schuhen soll den Feind warnen und zur Flucht veranlassen.

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Flachlegung und Untergang dieser neuen Kampfmaschine ereignen sich am 1. Oktober.

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Die gesamte moderne Technik ist machtlos gegen die Tritte eines Wahnsinnigen.

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Jetzt entstehen eine Verteidigungsanlage mit Wachturm und Wachposten sowie Sende- und Überwachungsgeräten, deren größter Teil sich vermutlich unter der Erde befindet.

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Der furchterregende und abschreckende Fußtritt ist am Laternenmast befestigt.

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Der abgestützte Wachposten verfügt über einen grimmigen Blick und einen Stahlhelm.

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Die gesamte Anlage wird jetzt auch von einem ortsansässigen Sponsor unterstützt.

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Die sinnlose Vernichtung am 12. Oktober 2013 ist erneut ein Bild des Grauens.

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Der Wiederaufbau erfolgt am 24. Oktober 2013. Eine Zerstörer-Scheuche passt auf.

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Der Retter kommt vorbei. Er hat den Zerstörer leider nicht abhalten können.

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Kampfschiff oder Wehranlage ist mit Fehdehandschuh und Scheuche neu entstanden.

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Einzelheiten bewirken eine stark abschreckende Wirkung mit „Stopp oder Tritt“.

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Überall sieht man furchterregende Zeichen von Überwachung und Verteidigung.

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Am 26. Oktober 2013 ist wieder alles vorbei. Rachegedanken sind nicht zu vermeiden.

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In der Zwischenzeit ist auch Hagen von Tronje flachgelegt worden. Am 8. November 2013 kann er seine Aufgaben mit einem neuen Verteidigungsring wieder erfüllen.

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Der Held im Kampf am Tivoli 2013 ist eindeutig Hagen von Tronje mit dem Flaschenauge und dem Brustpanzer.

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There are 9 comments

    1. Josef

      Danke liebe Margot, Frieden und Unbeschwertheit sollen auch Dich über die Feiertage in das neue Jahr begleiten. Eine sehr erfreuliche Leichtigkeit hast Du ja erst heute mitgeteilt. Herzliche Grüße vom Tivoli in die Maxvorstadt, Josef

  1. Elke Bitzer

    Lieber Josef,
    solch eine Berichterstattung erfordert schon eine ganze Portion Durchhaltevermögen. Sowohl deine Darstellung als auch die fantasievolle, nicht ermüdenden Bemühungen des Festeverteidigers sind meiner Meinung nach beachtlich.
    Ich danke dir für diese unterhaltenden Minuten, die ich wieder einmal in deinem Blog verbringen durfte.

    Für die Feiertage wünsche ich dir alles Liebe, mit möglichst vielem, was du dir für diese Zeit erhoffst.
    Es grüßt dich
    Elke aus dem Rheinland

    1. Josef

      Liebe Elke, ich freue mich, weil Dir der Beitrag gefällt. Jetzt verrate ich Dir aber das größte Problem. Es ist die Fahrradpause für das Fotografieren. Du kennst es vielleicht vom Wandern. Man ist so richtig im Schwung und in der Erwartung des Ziels. Trotzdem muss man unterbrechen. Mit dem Ergebnis und den positiven Reaktionen auf den Bericht wird man dann belohnt und für weitere Beiträge motiviert. Beste Wünsche für die Feiertage und 2014, vielen Dank für den freundlichen Kommentar und herzliche Grüße vom Münchner Tivoli in das Rheinland, Josef

  2. zwoavomwoid

    Dramatische Szenen am Tivoli – detailreich eingefangen und gekonnt pointiert.

    Wird der Fluch jemals ein Ende haben? 😉

    Lieber Josef, danke für diese gelungene Bildberichterstattung aus vorderster Linie. Mögen die Kampfhandlungen über die Feiertage ruhen.

    Fröhliche Weihnachten und an guad’n Rutsch ins neie Jahr wünschen de

    Zwoa vom Woid

    1. Josef

      Ein Ende des Fluchs vom Tivoli ist nicht in Sicht. Ich könnte höchstens den Buchstaben „r“ in den Kampf einfügen und aufhören darüber zu berichten. Aber wer soll dann diese verantwortungsvolle Arbeit machen? Frohe Weihnachten, beste Wünsche für 2014 und herzliche Grüße vom OanvoMinga an die ZwoavomWoid, Josef

    1. Josef

      Für die Wünsche danke ich Dir, muss aber betonen, dass ich nur der vorbeifahrende Radler und fotografische Berichterstatter im Kampf am Tivoli bin. Bis ich solche umfangreichen Beiträge fertig bekomme, ist aber auch ein kleiner Kampf. Herzliche Grüße, Josef

  3. Josef

    Liebe Gäste von Tivolifoto, mit diesem nicht ganz ernstzunehmenden Beitrag wünsche ich allen Besucherinnen und Besuchern frohe Weihnachten und ein gutes 2014er Jahr. Der Kampf am Tivoli soll bitte nicht so wie idiotisches Kriegsspielzeug oder dumme Spielzeugwaffen unter Christbäumen verstanden werden. Die angekündigte Rache für den Sommer 2014 beabsichtigt keine Anstiftung zu einer Straftat, sondern nur eine gedankliche Gaudi-Vorstellung, die den Zerstörer oder Aggressor lächerlich machen soll. Ich wünsche uns allen Weihnachtsfrieden, weil der alltägliche Kampf im neuen Jahr sicher wieder anstrengend wird. Herzliche Grüße vom Tivoli in München, Josef

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