Über Tivoligeschichten

Aktualisiert am 11. Februar 2020 – Siehe auch Tivoligeschichten

Hintergründe
Weil ich in München am Tivoli wohne, nenne ich mein Internetangebot Tivolifoto. Wenn ich Geschichten schreibe, dann heißen sie für mich natürlich Tivoligeschichten, obwohl diese mit dem Tivoli in München vielleicht wenig zu tun haben. Die Geschichten sind aber wahr oder haben einen Wahrheitsgehalt. Manchmal entstehen sie am Computerschreibtisch, gelegentlich aber auch am Wirtshaus-, Gastgarten- oder Biergartentisch in meinem Notizbuch. Diese Aussage ist natürlich Schmarrn. Es ist viel dramatischer. Die Erlebnisse zu den Geschichten sind in meinem Kopf. Sie lassen mich nicht mehr los, bis ich sie aufgeschrieben habe.

Probleme
Danach bekomme ich aber gelegentlich ein Problem. Bei manchen Sätzen, Satzteilen, Satzfolgen oder Übergängen bemerke ich nachträglich, dass sie umständlich konstruiert wirken können. Ursachen sind vielleicht die vielfältigen Möglichkeiten der Veränderung oder Erweiterung von Texten am Bildschirm. Diese Selbsterkenntnis soll vermitteln, dass ich daran arbeite.

Vorgeschichte
Hätte mir jemand im Verlauf meines Berufslebens gesagt, dass ich irgendwann freiwillig Geschichten verfassen werde, dann hätte ich den betreffenden Verstand infrage gestellt. Für mich war das Schreiben schon immer eine Anstrengung gewesen, die man im Verlauf der kindlichen oder jugendlichen Schulzeit ausgetrieben bekommt. Meine Aufsätze waren grundsätzlich dunkelrot und mit entsprechenden Noten zurückgekommen. Ich hatte dies als Schicksal hingenommen, weil mir die Ursachen nicht verständlich gemacht worden waren. So geht es wahrscheinlich immer noch vielen Schülern.

Begründung
Nach erfolgreicher, akademischer Bildung kommt man im beruflichen Leben nicht mehr um sprachliche Richtigkeit herum. Deshalb musste ich mir aneignen, was die schulische Bildung nicht vermocht hatte. Texte mit beruflicher Sachlichkeit haben aber eigene Bedingungen, Notwendigkeiten oder Zwänge. Persönliche Geschichten gibt jeder gerne in Gesprächen wieder. Der Schritt, meine Tivoligeschichten aufzuschreiben, entwickelte sich mit dem Fotoangebot im Internet. Ich erkannte, dass mir das Herzeigen von Fotos zu wenig ist. Texte zu den Zusammenhängen und Hintergründen wurden mir wichtig. Dabei bemerkte ich, dass ich vieles erlebe, das mit Fotos nicht mitgeteilt werden kann.

Schreibmotivation

Mein schriftliches Mitteilungsbedürfnis hat aber vielfältige Ursachen. Ich erlebe weibliche und männliche Gesprächsteilnehmer häufig als Ratschn und Schmatza – in der Extremform als Totschwätzer oder als Mausdoutschmatza, bei deren Tod man s`Mei extra daschlong muas. Dann entwickle ich eine Neigung zur Zurückhaltung. Nichtssagende Geschwätzigkeit ist für mich Zeitdiebstahl. Alle kennen das, wenn sie beispielsweise Erlebtes als Wiederholung oder die Handlung von Romanen und Spielfilmen erzählt bekommen. Höflichkeit in Gesprächen gebietet, diese Form der Machtausübung teilweise zuzulassen.

Bei Geschriebenem hat ein Leser die Freiheit des Abbruchs. Mit dem Schreiben kann man Bemerkenswertes, Kritik oder Humor mitteilen, ohne Zwang auszuüben. Zudem bekomme ich als Schreibender durch die Mitteilung an Lesende die Möglichkeit der Entlastung von Problemen. In Partnerschaften wird dies oft mündlich betrieben. Ich mache dies einfach schriftlich, weil ich alleinstehend bin.

Manchmal bin ich auch ein wenig bequem und faul. Dann verweise ich in Gesprächen auf die Möglichkeit, hier alles zu erlesen, weil ich gerade nicht sprechen will. Aus diesen vielfältigen Gründen musste ich anfangen, Erlebtes in Tivoligeschichten festzuhalten.

Aufbau

Im Lauf der Zeit entwickelte ich ein Ordnungssystem für die Texte. Mit dem Bereich Aus der  Vorstadt waren Beiträge zum örtlichen Bezug vor der Haustür, im Wohnviertel gemeint. Anfänglich erwiesen sich die Begriffe Stenz und Grantler als sinnvoll, weil ich alles zusammenfassen konnte, was mir gefällt oder missfällt. Django ist eine Kunstfigur, die sich über jede Systematik hinwegsetzen darf. Bei der Zuordnung von Geschichten gab es natürlich Überschneidungen. Gelegentlich fasste ich Texte zu einem persönlichen Buchbeitrag zusammen. Meine Fotobücher waren und sind für mich bislang aber die normale Entwicklung.

Anfang 2020 wurde ich mit dem Ordnungssystem unzufrieden und gestaltete den Beitrag Tivoligeschichten formal und inhaltlich um. Ich meine bislang 38 Tivoligeschichten mit neuen Beitragsbildern und Begleittexten versehen und umstrukturiert. Die alte Übersicht war aber ein Arbeitsergebnis, das mir zum Löschen zu schade war. Deshalb legte ich es hier mit dem folgenden Link ab: https://tivolifoto.com/tivoligeschichten_alt/.

Lesen am Bildschirm
Mit den Tivoligeschichten möchte ich, dass niemand zum Lesen am Bildschirm gezwungen wird. Wer sich dafür interessiert, soll auch die Möglichkeit haben, vom Papier zu lesen. Deshalb biete ich neue Geschichten zum PDF-Download und zum Ausdruck an. Beim Formatieren versuche ich, mich mit Spaltensatz und Schriftgröße auf ein oder zwei DIN-A4-Seiten zu beschränken. Der Anspruch, Geschichten und Texte mit geringem Umfang zu verfassen, ist häufig schwieriger als das Gegenteil. Außerdem bewirken lange Texte eine größere Anstrengung oder vielleicht sogar eine Ablehnung beim Leser. Wie beim Schreiben haben viele Menschen durch die schulische Bildung eine Abneigung gegenüber dem Lesen entwickelt.

Gedruckte Texte
In meiner Fototasche befinden sich immer einige Tivoligeschichten als gedruckte PDF-Texte. Diese verschenke ich gerne, wenn sich ein natürlicher inhaltlicher Bezug in Gesprächen ergibt. Meist werden die Geschichten dann nicht in der Tischgesellschaft gelesen, sondern auf dem Heimweg in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Wohnung. Immer bekomme ich eine positive Rückmeldung beim Wiedersehen, die Bitte nach neuen Geschichten und die Ermunterung weiterzumachen.

Inhalte

Meine Tivoligeschichten sind im Verlauf des Angebots zunehmend kritisch geworden. Die Kritik betrifft das politische und persönliche Umfeld von den Vorgaben der Europäischen Union bis zu den Angeboten der nächstgelegenen Wirtshäuser und Biergärten. Dabei will ich in den Texten sachlich bleiben. Ich bitte die Gäste von Tivolifoto, mir nachzusehen, dass ich im Lauf der Zeit nicht nur Unterhaltungstexte veröffentliche, sondern auch Protesttexte.

Mein persönlicher Protest richtet sich gezwungenermaßen auf alle Beschränkungen meiner Freiheit. Ich bedauere die Notwendigkeit, in meinen Internetbeiträgen nicht nur unterhalten zu können, sondern auch protestieren zu müssen.

Mein besonderer Protest gilt der skandalösen Zerstörung des Tivoli in München und somit meiner Wohnumgebung, die sich zum Ärgernis für die Anwohner entwickelt. Dazu sind die Tivoligeschichten zu den Lärmstörungen durch Gong, Geschrei und Bolzlärm entstanden. So entstand die eigene Abteilung Der Tivoliskandal in München.

Ausblick
Ich weiß nicht, wohin mein Weg geht. Das ist auch gar nicht so wichtig. Wenn es mich drückt, schreibe ich eine Geschichte, arbeite an einem Fotobuch, mache gar nichts oder etwas ganz anderes. Alles ergibt für mich Sinn und gehört zusammen. So kann ich beispielsweise Humor oder Kritik mehr mit Texten vermitteln, Schönheit aber eher mit Bildern. Manchmal ist es aber auch ganz anders. Außerdem möchte ich mich bewusst von Dampfplauderern abgrenzen, die sich nur im gesprochenen Wort festlegen. Wörter und Bilder gehören für unterhaltsame und nachvollziehbare Aussagen zusammen. Ich wünsche gute Unterhaltung mit meinen Tivoligeschichten.