Der Untergang vom Hofbräuhaus

Der Untergang vom Hofbräuhaus

Titel und Inhalt

Traditionell hat der Tod bei uns die Farbe Schwarz, die Gefahr ist rot und die Heimat weiß-blau. Diese Farben befinden sich im Beitragsbild. Eigentlich handelt es sich hierbei um eine Aufnahme am St. Patrick’s Day, dem 17. März 2016, während der grünen Fassadenbeleuchtung des Hofbräuhauses. Ein weiteres Grafikelement ist die abwärtsgerichtete Wiederholung der weiß-blauen Frakturschrift mit Rot-Weiß auf schwarzem Hintergrund als Symbol für den Untergang.

Das rote Licht stammt also nur von der Bildbearbeitung und ist kein Hinweis auf ein entsprechendes Milieu, in dem das verrufene Hofbräuhaus bis in die Mitte der 1970er Jahre stand. Gelegentlich sieht man aber in der Schwemme zwei Personen, wobei der Vater sicherlich nicht seine in München studierende Tochter besucht. Solche Wahrnehmungen gehören in touristisch bevorzugten Lokalen dazu, genauso wie die rote Farbe zum Untergang und zum Höllenfeuer der Gegenwart.

Der Titel und das Beitragsbild entsprechen natürlich bestem Bild-Zeitungs-Stil. Man möge mir die Übertreibung nachsehen. Betriebswirtschaftlich kann das Hofbräuhaus als staatliches Wirtschaftsunternehmen nicht untergehen, in kultureller Sicht entwickelt es sich hingegen abwärts. Der zuständige Privatbetrieb lässt das zu und fördert es sogar wegen der Umsatzsteigerung.

Die Gründe sind nach meiner Meinung und Vermutung Habgier und Geiz. Niemals würde ich unbegründet einzelne Personen als habgierig und geizig bezeichnen, aber der ganze Hofbräuhaus-Betrieb zeigt für mich Auffälligkeiten, die in die Richtung dieser negativen Eigenschaften gehen. Deshalb sehe ich mich veranlasst, sachlich zu beschreiben, Meinungen mitzuteilen und satirisch zu übertreiben. Dabei ist es der Leserschaft überlassen, Verhaltensweisen zu bewerten und sich selbst Meinungen zu bilden.

Habgier und Geiz zwingen zur Satire.

Das Hofbräuhaus dient mir als unerschöpfliche Quelle für humorvolles Erleben und satirisches Schreiben. Nachdem mich ein Oberkellner als Schmierfink bezeichnet hatte, freue ich mich, von den Verantwortlichen gelesen zu werden. Mit den Freiheiten der Satire übertreibe ich mein Erleben oder ziehe es ins Lächerliche. Vieles wird kritisiert und verspottet, hat aber immer einen wahren Kern. Die Kritik an Personen, Ereignissen oder Zuständen ist nicht gleichförmig oder umfassend, sondern richtet sich auf Einzelheiten, die nicht für alle Personen und Situationen immer und überall zutreffen.

Link: Der Ausverkauf vom Hofbräuhaus
Link: Der Ausverkauf vom Hofbräuhaus

Bestes Beispiel für den Verfall des Hofbräuhauses war das sogenannte Heidifest. Vor einem Untergang gab und gibt es zahlreiche Ereignisse und Anzeichen. Ich verweise auf meinen Beitrag zum Ausverkauf vom Hofbräuhaus. Dort war der inhaltliche Schwerpunkt das Heidifest. Hier wird die gesamte Entwicklung des Hofbräuhauses mit aktuellen Erfahrungen betrachtet. Die Zeit blieb nach diesem Reinfall nicht stehen. Probleme häufen sich, werden sie nicht kritisiert und gelöst.

Ich habe Teile des Heidifest-Beitrags hier einbezogen und überarbeitet, z. B. in den Kapiteln Musikentwicklung und Gesamtentwicklung. Wiederholungen sind notwendig, weil man den Zuständigen und Verantwortlichen ihr fragwürdiges Vorgehen nicht oft genug vorhalten kann. Dabei verwende ich nicht die Bezeichnung Versagen. Rationalisierung und Umsatzsteigerung werden nämlich vielfach als wirtschaftlicher Erfolg angesehen.

Habgier und Geiz tragen die Masken des Erfolgs.

Bestünde wirtschaftlicher Misserfolg beim umsatzstarken Hofbräuhaus-Betrieb etwa wegen Steuerschulden, dann hätte die Privatfirma versagt und wäre zu ersetzen. Das verantwortliche staatliche Wirtschaftsunternehmen wäre im öffentlichen Interesse zu einem neuen, zuständigen Betrieb verpflichtet. Spezlwirtschaft ist in Bayern allerdings weit verbreitet und wird natürlich nicht unterstellt.

Meine Kritik ist keine Gaudi oder Freude eines Grantlers, sondern eine für mich unangenehme, aber notwendige Pflicht. Wer die Probleme kennt und nicht kritisiert, ist mitverantwortlich für die vielen Fehlentwicklungen. Die Hauptverantwortung liegt natürlich bei der Leitung des zuständigen Privatbetriebs und des staatlichen Wirtschaftsunternehmens. Sie haben das Hofbräuhaus vom bayerischen Volksfest zur internationalen Touristenparty entwickelt.

Wer nicht kritisiert, ist mitverantwortlich.

Trotz der beabsichtigten, negativen Entwicklungen für die Gäste gehe ich gerne ins Hofbräuhaus

  • wegen der Gesellschaft mit den verbliebenen Einheimischen,
  • wegen der Unterhaltung mit den Touristen,
  • wegen der Musikanten und der Musik.
Ich widme diesem Personenkreis den Roider Jackl mit dem „boarischen Bier“.

Aus diesen Gründen verstehe ich diesen Beitrag als kennzeichnungspflichtige Werbung, ohne dass Gegenleistungen erfolgt sind. Ich versuche, die negativen Werbeabsichten mit dem Ausverkauf beim Heidifest auszugleichen, damit wieder mehr Münchner und Bayern das bei den Einheimischen so beliebte Hofbräuhaus besuchen.

Unbezahlte Werbung für das Hofbräuhaus

Unsinn: Natürlich geht das Hofbräuhaus wegen der vielen beliebten Touristen und der Vertreibung der ungeliebten Einheimischen unter. Die Verantwortung tragen der Hofbräuhaus-Betrieb und die vorgesetzte Staatliche Brauerei Hofbräuhaus. Der Übertourismus ist nicht von selbst gekommen, sondern beabsichtigt gewesen. Bislang hat niemand Wert auf die Einheimischen gelegt. Auch ich habe das Gefühl, vertrieben zu werden und beim Geldverdienen zu stören, ich wehre mich hingegen mit Werbung.

Leitung und Verantwortung

Die Gründe für den Untergang waren und sind das einseitige Streben nach Wachstum und nach Umsatzsteigerung. Tradition ist aber wichtiger als das Gift mit dem Namen Profit. Nicht umsonst verantwortet das zuständige Staatsministerium die Bereiche Finanzen und Heimat. Der privatwirtschaftliche Betrieb ist einseitig auf die Finanzen ausgerichtet. Es wird Zeit, dass der Freistaat Bayern sich beim Hofbräuhaus auf die Heimat besinnt. Die Natur lehrt uns, dass Wachstum Grenzen hat und mit dem Tod oder Untergang endet.

Wachstum endet mit dem Tod.

Durch den Wechsel der Leitung der Brauerei Staatliches Hofbräuhaus zum Jahresbeginn 2026 ist eine Kurskorrektur möglich, die dem Untergang entgegenwirkt. Umsatz und Wachstum sind der falsche Weg und gehen zulasten von Heimat und Tradition. Die gegenwärtige private Betriebsgesellschaft bewirkte im Einvernehmen mit dem ehemaligen Direktor der Staatlichen Brauerei Hofbräu den kulturellen Niedergang mit den Höhenflügen der ständigen Umsatzsteigerung.

Der neue staatliche Leiter des Hofbräuhauses bekam seine Funktion innerhalb des Finanzministeriums, weil er fachlich und wirtschaftlich für die Brauerei und die Gastbetriebe befähigt ist. Man fragt sich, wie er sich für staatliche Aufgaben anpasst. Wird er weiterhin den Umsatz- und Wachstums-Schmarrn verfolgen oder sind ihm Heimat und Tradition wichtiger? Er ist ein Hoffnungsträger, der es nicht leicht hat. Auf jeden Fall richten sich die göttlichen Ratschlüsse des wiedergeborenen Münchners im Himmel gegen Habgier und Geiz.

Vermutlich ist von den gegenwärtigen Leitern der privaten Betriebsgesellschaft keine Abkehr der bisherigen Richtung gegen Heimat und Tradition zu erwarten. Sie sind aber an staatliche Weisungen innerhalb vertraglicher Regelungen gebunden. Deshalb ist es von staatlicher Seite möglich, dem kulturellen Untergang des Hofbräuhauses entgegenzuwirken.

Die Verantwortlichen für

  • die Vertreibung der einheimischen Gäste,
  • die wenigen vorgefertigten, aufgewärmten Speisen,
  • die Einsparungen, besonders beim volksfestlichen Angebot,
  • die vielen nachlassenden Dienstleistungen

schaufeln sich ihr Habgier-Grab.

Ich widme diesem Hofbräuhaus-Personenkreis den Ringsgwandl mit „Nix mitnehma“.

Allen, die im Hofbräuhaus ohne Gästekontakt an den Schreibtischen arbeiten, gebe ich zu bedenken, dass Habgier und Geiz ohne Not der Weg zum Untergang sind. Das Hofbräuhaus ist eine Goldgrube, die man verantwortlich nutzen oder habgierig ausbeuten kann. Letzteres führt zum Untergang.

Aufbauleistungen dürfen nicht durch Nachkommen vernichtet werden. Gastronomie-Erben von staatlichen Unternehmen sind der falsche Weg. Alle Sparmaßnahmen einschließlich der Musik erfolgen Anfang 2026, angesichts der vermutlich vorteilhaft veränderten Betriebsleitung und der nicht an die Gäste weitergegebenen Mehrwertsteuersenkung.

Das Steuergeschenk war für die kleinen Wirtshäuser zum Überleben notwendig. Gastronomische Großbetriebe hätten es bei wirtschaftlich sinnvollem Handeln nach meiner Meinung nicht benötigt. Preisreduzierungen wären um etwa zehn Prozent möglich gewesen. Das Hofbräuhaus hat aber nichts an die Gäste weitergegeben. Im Gegenteil: Es spart. Im umsatzstärksten deutschen Gastronomiebetrieb wird Sparen trotz Steuererleichterung wie eine Verhöhnung der Beteiligten, der Heimat und der Tradition empfunden.

Keine Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung

Wenn Verwaltungen und Politiker sparen müssen, haben sie vorher etwas falsch gemacht. Wer vernünftig gewirtschaftet hat, muss nicht sparen, auch wenn Investitionen anstehen, Nebenkosten steigen und der Umsatz jahreszeitlich bedingt zurückgeht. Unwahrscheinlich ist, dass die Staatsverwaltung und die Politik den privaten Hofbräuhaus-Betrieb zum Sparen zwingen.

Man fragt sich, wer oder was hinter der neuen Sparsamkeit im Hofbräuhaus steckt. Dazu fällt mir nur ein, dass nach einem gängigen Vorurteil rücksichtsloses Profitdenken vielfach mehr weiblich als männlich beeinflusst ist. Vielleicht hat der Wechsel in der Betriebsleitung damit zu tun. Bei Raubbau und vorsätzlichem Abkassieren droht der Untergang. Das scheint aber manchen egal zu sein, weil das Wirken des derzeitigen Hofbräuhaus-Betriebs zeitlich begrenzt ist.

Als regelmäßiger Gast wegen des musikalischen, volksfestartigen Angebots fühlt man sich für dumm verkauft, wenn bei der Musik gespart wird. Ich bleibe allerdings nicht weg wie viele andere, sondern kritisiere sachlich und satirisch, ohne zu verleumden oder zu beleidigen und ohne falsche Tatsachen zu behaupten. Natürlich bin ich dabei auf viele Vermutungen angewiesen, schreibe das aber dazu.

Die humorvollste Vermutung kam von einem regelmäßigen Gast. Er überlegte, ob die Dimmung des Lichts in der Schwemme vor dem Beginn der abendlichen Blaskapelle der Unterhaltsamkeit oder der Sparsamkeit diene.

Mein zentrales Anliegen ist, die Zuständigen im privaten Betrieb und die Verantwortlichen in der staatlichen Brauerei zu bitten, den Volksfestcharakter im Hofbräuhaus nicht aufzugeben, sondern besonders bei der Volksmusik wiederherzustellen und auszubauen.

Bitte um die Erhaltung und Förderung des Volksfestcharakters

Die volksnahe, traditionelle und gesellige Atmosphäre der heimatlichen Feste darf nicht untergehen. Das Hofbräuhaus muss für alle zugänglich bleiben und wieder von Einheimischen besucht werden. Kommerzielle Interessen mit Touristen sind kritisch zu sehen. Schließlich können sie ausbleiben. Der traditionelle Charakter für Einheimische ist zu bewahren und auszubauen. Die Verantwortlichen haben sich nach Tradition und Heimat, nicht vorrangig nach Profit und Umsatz zu richten.

Musikentwicklung

Ausgangslage

Für die meisten Gäste und mich war das Hofbräuhaus ein ganzjähriges Volksfest, bei dem viele bayerische Traditionen gewahrt blieben. Vor Corona gab es ein Veranstaltungsprogramm mit dem Titel Festkapellen. Das brachte mich auf die Idee, Gäste als Festgäste zu bezeichnen. Meine Besuche sah ich als Festbesuche.

In der Schwemme war das musikalische Angebot traditionell bayerisch-böhmisch ausgerichtet. Das Verhältnis von Hauskapellen zu Gastkapellen bei den 14 wöchentlichen Auftritten war ausgewogen. Heute werden nur mehr zwei bis drei Gastkapellen an den Wochenenden eingeladen. Die regelmäßigen Musikanten glänzen teilweise durch Stimmungs- und Schlager-Einlagen sowie durch die wachsende Anzahl von Pausen in immer größerem Umfang.

Vermutlich umfasst der Hausmusikantenkreis mehr als 50 Personen, die in wechselnden Zusammenstellungen spielen. Das Veranstaltungsprogramm des Hofbräuhauses im Internet bezeichnet sie als Obermüller Musikanten und Bräuhaus Musikanten. Wie sich die beiden im Programm angekündigten Gruppen unterscheiden, ist nicht erkennbar. Vielleicht wird damit ausgedrückt, dass nicht immer dieselben spielen.

Hohe Professionalität und Flexibilität zeichnen die vielen regelmäßigen Musikanten aus. Häufig wissen sie allerdings nicht im Vorfeld, wer mit wem innerhalb welcher Repertoire-Grenzen zusammenspielt. Das Angebot entwickelt sich weg von traditioneller und hin zur Stimmungsmusik.

Das ist kein Vergleich mit einer beständigen Gruppe oder mit einer eingespielten Blaskapelle eines Vereins oder Orts. Gastkapellen zeigen meist wegen der Einmaligkeit des Gastspiels mehr Engagement und Spielfreude als regelmäßige Musikanten. Manchmal ist es aber auch umgekehrt. Regelmäßige Gäste erkennen die Spielfreude der Hausmusikanten und wissen, wer nur wegen des Geldes musiziert.

Spielt eine größere, auswärtige Gastkapelle und bezieht man die Kosten für die Anfahrt ein, ergeben sich Einkünfte wahrscheinlich unter dem Mindestlohn. Es gibt Kapellen, die mitteilen, dass sie für einen Auftritt im Hofbräuhaus draufzahlen. Als Laie bedenkt man viele Kosten nicht, z. B. mehrere Fahrzeuge, Anhänger für den Instrumententransport und Parkhausgebühren. Viele Musikanten spielen wegen der Freude an der Musik, der Gemeinschaft und der Ehre, internationale Gäste im weltberühmten Hofbräuhaus zu unterhalten.

Außerdem bringen Gastkapellen die im Hofbräuhaus so dringend benötigten Einheimischen als Gäste und Fans aus vielen Orten in Altbayern mit, die wiederkommen. Der Betrieb lässt das vermutlich untergehen, wenn das Heimatministerium nichts vorgibt. Die staatliche Pflicht ist es, musikalische Traditionen in der Heimat zu fördern, und nicht einen Betrieb, der internationale Touristen abkassiert. Junge Einheimische, Familienmitglieder, Verwandte und Bekannte begleiten die Gastkapellen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Mir ist bewusst, dass sich mein Schreiben für die Gastkapellen gegen die wirtschaftlichen Interessen der Hauskapelle richtet. Ich bitte aber um Verständnis aus Liebe zur Musik und zur altbayerischen Heimat. Das Hofbräuhaus gehört uns allen und muss der Gemeinschaft dienen. Es darf nicht einseitig musikalisch bespielt und nicht unausgewogen von Gästen besucht werden. Unterhaltungs- und Stimmungsmusik für internationale und deutsche Touristen ist wichtig und erfolgreich, darf aber nicht zulasten der bayerischen Heimatmusik gehen.

Viele traditionsbewusste, einheimische Gäste, z. B. Trachtler, bevorzugen mittlerweile andere Wirtshäuser, wo sie hofiert werden. Nebenbei bemerkt, vermitteln die Fotos und Videos der Hofbräuhaus-Werbung mit Trachtlern bei Facebook und Instagram ein falsches Gästebild, das zwar einmal wöchentlich, allerdings nicht ständig zutrifft.

Ohne die Ureinwohner stirbt das Hofbräuhaus. Ein Wirtshaus steht und fällt mit seinen Gästen. Wenn die Einheimischen ausbleiben, dann ist das wirtschaftlich wegen der Touristen unproblematisch. Ein Besuchsgrund für Touristen fällt allerdings weg. Was sich langfristig rächen wird. Der Hofbräuhaus-Betrieb unternimmt aber nur wenig oder nichts für Münchner und bayerische Gäste.

Einsparungen

Bei der Hauskapelle mitzuspielen, ist begehrt, weil sich regelmäßige Einkünfte ergeben. Die Spielmöglichkeiten für Musikanten sind insgesamt gering, sodass mittlerweile sogar Profimusiker teilnehmen. Allerdings werden die Auftritte nicht großzügig, sondern sparsam honoriert. Anderswo steigen die Löhne, bei den Hofbräuhaus-Musikanten bleiben sie seit Langem gleich oder fallen, bedenkt man die Reduzierung der Biermünzen von drei auf zwei.

Zudem bestimmte der Hofbräuhaus-Betrieb, dass in den weniger besuchten Monaten Januar und Februar an Nachmittagen nur mehr drei statt vier und an Abenden nur mehr vier statt fünf Musikanten der Hauskapelle spielen dürfen. Ausnahmen wurden offensichtlich in der Folgezeit gewährt oder die Vernunft hat sich gegen die Sparsamkeit durchgesetzt.

Der Hofbräuhaus-Betrieb zwingt zum Musiksparen.

Vorher teilte mir ein Musikant mit, man verzichte freiwillig auf Instrumente. Ehrenhaft, aber unglaubwürdig übernahm er die Verantwortung, weil er vermutlich beim Sparen mitmachen musste und die Betriebsleitung nicht kritisieren wollte. Als regelmäßiger Gast fühlte ich mich für dumm verkauft. Jedenfalls hört sich eine Blaskapelle ohne das Schlagzeug oder ohne die zweite Trompete an, als ob etwas fehlt. Ich halte die Freiwilligkeit des Verzichts auf Instrumente für eine erzwungene Sparmaßnahme zulasten der Musikanten und der Gäste.

Aussagen wie „Wir wollen nicht immer mit einem Schlagzeug spielen“ gleichen für mich einem Verrat an der Musik, den Kollegen und dem Publikum. Wie sehr die Hausmusikanten unter Druck stehen, ersetzt zu werden, zeigte sich nicht nur im Verzicht auf Instrumente, sondern auch im Fehlen von mehrfachen kurzen Pausen, das Anfang 2026 wahrzunehmen war.

Allerdings bemerkten Touristen die erzwungenen Veränderungen kaum. Fragwürdige betriebswirtschaftliche und musikalische Begründungen missachten musikalische Qualität, Heimat, Tradition und regelmäßige Gäste. In meinen Augen wird das Hofbräuhaus kaputtgespart. Das Ende bilden der Alleinunterhalter, der DJ oder die Konservenmusik.

Musiksparen lässt das Volksfest untergehen.

Feste müssen großzügig gefeiert werden. Der Verdacht liegt nahe, dass mit Einsparungen bei der Musik Druck wegen Bereicherungsabsichten ausgeübt wird. Freiwillige Beschränkungen wären musikalischer Verrat. Erzwungene Freiwilligkeit passt ins Gesamtbild des Untergangs. Großzügigkeit würde die Musikanten motivieren, mit den Gästen unvergessliche Festabende zu feiern.

Mehr Gastkapellen würden wieder mehr Einheimische ins Hofbräuhaus bringen. Mittlerweile ist ein Veranstaltungskalender im Internet üblich, der müsste aber auch verpflichtend monatlich festgelegt werden und verlässlich zutreffen, so wie vor Corona.

Auffälligkeiten

Einmaligen touristischen Gästen fallen die Veränderungen nicht auf. Regelmäßige Gäste fragen sich:

  • Wo sind die vielen beliebten Gastkapellen geblieben, z. B. die Tanngrindler, Moeckenloher, Gsteckenriebler?
  • Warum werden sie nicht mehr eingeladen?
  • Warum gibt es keine Höhepunkte mehr, z. B. Tegernseer Tanzlmusi, Junger Schwung, Südtiroler Tanzlmusig, Franz Posch und seine Innbrüggler?
  • Warum sind die wöchentlichen Termine für Gastkapellen aus ganz Bayern und Tirol so wenig geworden?
  • Warum gibt es kein monatliches Programm der Festkapellen im Hofbräuhaus, wie vor der Pandemie?
  • Fühlt sich das staatliche Wirtschaftsunternehmen noch der musikalischen Tradition in ganz Bayern verpflichtet?

Als staatliches Wirtschaftsunternehmen des Finanz- und Heimatministeriums hat das Hofbräuhaus doch vorrangig dem Volk der Bayern und seiner Kultur zu dienen. Dazu ist der nachgeordnete und an staatliche Weisungen gebundene Privatbetrieb doch auch verpflichtet. Warum gestattet das Ministerium dem Privatbetrieb die einseitige Ausrichtung auf die Finanzen?

Vom Volksfest zur Party

Früher feierten die Gäste und Musikanten ein Fest. Heute sollen sie anderen beim Feiern zuschauen, z. B. beim Heidifest und bei weiteren großen Reservierungen. Das Ganze wird zwar noch Fest genannt, hat aber den Charakter einer Party mit Partymusik und Partytanz. Volksmusik und Volkstanz waren gestern. Die Partysierung hat nach dem Oktoberfest das Hofbräuhaus erreicht. Das Wort „partysieren“ existiert nicht, alle wissen jedoch, was gemeint ist. Für Traditionsbewusste gilt: die musikalische Schlager- und Partyseuche zu bekämpfen, nicht zu fördern.

Die Bezeichnung Party geht auf das Lateinische „partire“, deutsch „teilen“, zurück. Es bezieht sich nicht mehr auf das Ganze, sondern auf einen Teil. Nicht das Volk feiert, sondern ein Teil. Musik und Tanz werden nicht für alle, sondern nur für einen Teil angeboten. Der Großteil soll nur im Fernsehen mitfeiern, um beworben und zum Kaufen verleitet zu werden.

Die Party ist erzwungen, privat und schließt das Volk mit Reservierungen aus. Auch wenn das Heidifest eine einmalige Veranstaltung war, so stellte es doch einen der vielen Anfänge vom Ende oder Untergang des Hofbräuhauses dar.

Die sibirische Schwemme

Alle haben gelernt, dass es in Sibirien die Taiga, die Tundra und den Permafrost gibt. An eine sibirische Schwemme erinnern wir uns nicht. Tatsächlich gibt es sie auch nicht in Sibirien, sondern im winterlichen Original Hofbräuhaus 2025/26. Da wird nämlich bei der Heizung gespart. Das ist modern geworden und ein Anzeichen für Habgier.

Die in den Wänden eingebaute Luftschleieranlage im Eingangsbereich zur Schwemme verhinderte den Luftaustausch bei offenen Türen nicht. Entweder sie hat eine zu geringe Leistung oder sie ist nicht voll aufgedreht. Jedenfalls sind die beiden Geräte mit Ausblasdüsen keine Tür aus Luft und kein wirksamer Torluftschleier, wie man ihn von Kaufhäusern kennt. Möglicherweise hat man die Schwemme in der Nacht auskühlen lassen oder jemand wollte testen, wie weit man mit dem Sparen gehen kann.

Ich erinnere mich, dass in vergangenen Kälteperioden im Eingangsbereich ein zusätzliches Gebläse mit Warmluft betrieben wurde. Offensichtlich wird das eingespart. Zu Beginn des Winters 2025/26 strömt die kalte Luft fast ungehindert in die hohe Schwemme. Durch den großen Gästeandrang werden die Eingangstüren ständig geöffnet. Die Heizungsluft entweicht und die kalte Luft dringt ein.

Es ist fast ein Hohn, wenn das Hofbräuhaus bei Facebook und Instagram am 7. Januar 2026 schreibt:

„Bei dieser Eiseskälte ist eine gute Schweinshaxe im Hofbräuhaus doch genau das Richtige! Da wird es einem nicht nur ums Herz warm. Dazu ein gutes Hofbräu Original oder einen Hofbräu Winterzwickl in der gut eingeheizten Schwemme, mit Livemusik und netter Gesellschaft.“

Wer den Schmarrn von einer gut eingeheizten Schwemme verzapft, geht vielleicht durch die Räume, aber sitzt bestimmt nicht länger an einem mittigen Platz in der hohen Schwemme. Andere Teile im Erdgeschoss sind nicht so kalt, mit Ausnahme der Brauerstube, die wegen des im Januar und Februar geschlossenen Bräustüberls für die montäglichen Musikantentreffen genutzt wird. Dort trägt sogar die Kellnerin eine Jacke gegen die Kälte.

Die mangelnde Wärme macht sich besonders bemerkbar:

  • bei Außentemperaturen unter –5 Grad
  • bei großem Gästestrom in beiden Richtungen
  • bei den Tischen im Mittelgang der hohen Schwemme
  • ohne festes Schuhwerk, warme Unterwäsche und Oberbekleidung

Der zitierten Aussage auf Facebook mit einem Kommentar zu widersprechen, ist wenig sinnvoll, weil kritische Bemerkungen erfahrungsgemäß umgehend gelöscht werden. Nebenbei bemerkt, sind solche Zensuren ein untrügliches Anzeichen für den Untergang – genauso wie die Einsparungen bei der Heizung.

Die hohe Schwemme wird nicht warm.

Touristen denken vielleicht, die geringe Wärme in der hohen Schwemme sei normal. Einheimische wissen, dass etwas fehlt. An den Garderobenhaken sieht man kaum Kleidung, weil die Gäste sie nicht ausziehen. Die Musikanten spielen in zusätzlichen Wollwesten. Kellner und Oberkellner bemerken die geringe Wärme nicht, weil sie sich ständig bewegen.

Wer sitzt, empfindet die Kälte zuerst an den Füßen und danach am ganzen Körper, sodass die Winterjacken wieder angezogen werden. Ich stelle mich mit warmer Kleidung und Bergstiefeln darauf ein. Ohne warme Kleidung bleibt man in der hohen Schwemme nicht lange sitzen. Vielleicht werden die anwesenden Gäste absichtlich zur Kälte gezwungen, damit sie ihren Platz möglichst bald für neue Besucher und neuen Umsatz räumen. Sie kommen ohnehin nur einmal. Diese Vertreibungen und die falsche Sparsamkeit sind untrügliche Anzeichen für den Untergang wegen Habgier und Geiz.

Heizungssparen ist ein Zeichen
von Habgier und Geiz.

Fairerweise muss ich auch schreiben, dass das Hofbräuhaus die Sparsamkeit beim Heizen seit dem Freitag, 9. Januar 2026, beendet hat. Vielleicht haben die wohlige Wärme aber auch nur die Plusgrade bewirkt. Bei Facebook und Instagram ist am 13. Januar 2025 bei +10 Grad Außentemperatur zu lesen:

„Im Hofbräuhaus lässt sich das Winterwetter gut aushalten.“

Eigentlich müsste dieser Aussage hinzugefügt werden: „…, wenn es beendet ist“ oder „…, weil es zwischenzeitlich vorbei ist“.

Die wohlige Wärme ist tatsächlich angenehm:

  • bei Außentemperaturen über +5 Grad
  • ohne großen Gästestrom
  • sogar bei den Tischen im Mittelgang der hohen Schwemme
  • mit leichtem Schuhwerk und ohne Winterkleidung

Insgesamt hat die Schwemme eine sibirische Periode überstanden, ohne dass die Betriebsgesellschaft mit Heizkosten besonders belastet worden ist. Da freuen sich der Umsatz und der Profit. Einige sich beschwerende regelmäßige Gäste sind in Kauf genommen worden.

Den Höhepunkt der sibirischen Gaudi erlebte ich am 22. und 24. Januar 2026. Die Außentemperaturen lagen leicht unter Null, in der hohen Schwemme war es tropisch warm. Heiß wäre eine Übertreibung, aber die große Wärme lähmte die Gäste wegen des Gegensatzes zu den Temperaturen, an die sie sich angepasst hatten.

Aus der sibirischen war eine tropische Schwemme mit leicht bekleideten Gästen geworden. Deshalb wäre nach meiner Wahrnehmung Vernunft statt Sparsamkeit wirtschaftlich und technisch vorher möglich gewesen. Vielleicht erkannte man, dass der Durst bei tropischen Temperaturen wächst. Möglicherweise sollte getestet werden, ob der Umsatz mit den Temperaturen steigt.

Der Breznskandal

Der Breznverkauf gehört zu jedem Volksfest und war bis 2025 fester Bestandteil des Angebots in der Schwemme. Zwei Breznmadl gingen mit Bauchläden durch die Tischreihen und boten große Brezn, Breznstangen, Käsestangen, Lebkuchenherzen u. a. an. Die Bäckerware war frisch und wurde je nach Bedarf mehrfach angeliefert. Für regelmäßige Gäste gehörten die Breznmadl einfach zur Schwemme dazu. Touristen wussten, dass man problematischen Begleiterscheinungen des Biergenusses mit Brezn vorbeugen kann. Zudem waren die hübschen Madl im Dirndl ein beliebtes Fotomotiv für die Touristen.

Vermutlich gehörte der Breznverkauf betriebswirtschaftlich nicht zum Hofbräuhaus, sondern war eigenständig organisiert. Der Umsatz und die Einkünfte flossen somit am Hofbräuhaus vorbei. Sicherlich wurden wegen der sättigenden Brezn weniger Gerichte von der Speisekarte verzehrt. Viele Breznreste, Krümel und Papierservietten blieben auf den Tischen zurück und mussten vom Bedienungspersonal abgeräumt und beseitigt werden. Alles wurde in Kauf genommen und allgemein akzeptiert, weil es zum Volksfestcharakter dazugehörte.

Wahrscheinlich war aber der entgangene Umsatz dem Hofbräuhaus ein Dorn im Auge. Was sich im Hintergrund abgespielt hat, ist öffentlich nicht bekannt. Jedenfalls waren die Breznmadl mit den 5,60 € für die Wiesnbrezen plötzlich verschwunden. Es wurde das Gerücht verbreitet, dass die Bäckerei gewechselt wird. Man dachte also zunächst, es bleibt alles beim Alten. In der Folgezeit wurde mir berichtet, dass es an den Samstagen wieder ein Breznmadl mit einem überdimensionierten, unhandlichen Bauchladen aus Holz statt der vorherigen geflochtenen Körbe gab.

Zur Wintersaison 2025/26 tauchte die Riesenbreze für 6,80 € auf der Saison-Speisekarte auf. Sie wird vom Bedienungspersonal in einer großen Tüte verpackt serviert, sodass sie auch mitgenommen werden kann. Servietten, Krümel und Reste auf den Tischen wird es künftig weniger als vorher geben. Die großen Brezn werden nach wie vor in der Schwemme angeboten, aber von der Speisekarte und nicht von Breznmadl.

Wer sich jetzt rechtfertigt, dass aus den Wiesnbrezen die Riesenbrezen geworden sind, hat vermutlich recht. Aber bevorzugen Gäste die Riesen oder die übliche Menge? Vorher sind nämlich viele Breznteile liegengeblieben. Die ehemaligen Wiesnbrezn wurden von einem Handwerksbetrieb frisch zubereitet. Die neuen Riesenbrezen sind wahrscheinlich Industrieprodukte oder aufgetaute Industrieteiglinge. Vielleicht wiegen sie mehr und sind fester, größer als vorher sind sie nicht. Erheblich gestiegen ist jedoch der Preis.

Der Hofbräuhaus-Betrieb hat den
Brezn-Preis um 21,43 % erhöht.

Natürlich ist das noch kein Wucher, aber man kann sich seinen Teil denken und schließen, dass sich anscheinend jemand bereichern will. Die Tatsachen sprechen für sich. Der Schluss ist eine Vermutung. Zudem kann eine industrielle Großbäckerei einen kleinen Handwerksbetrieb, der ständig frische Ware liefert, bei den Preisen leicht unterbieten.

Weiterhin nehme ich an, dass die Industriebrezn geschmacklich nicht an die Handwerksbrezn herankommen. Jedenfalls schauen sie nicht gleichbleibend frisch wie vorher aus. Manche sind nicht aufgesprungen und knusprig, sondern haben eine geschlossene, dunkle Laugenhaut, die keinen Wohlgeschmack erwarten lässt. Andere sind aufgesprungen, aber versalzen. Bestellen würde ich die neuen Riesenbrezen nicht.

Als mich eine Touristin von einem Riesen probieren ließ, stellte ich keinen Wohlgeschmack fest. Der Teig war nicht locker, leicht und frisch, das Exemplar eher trocken, fest und sehr salzig, sodass eine umgehende Bierspülung notwendig wurde. Im Vergleich mit vorher sind der Geschmack, die lockere Konsistenz und die Frische auf der Strecke geblieben.

Mit den Riesenbrezen von der Karte wird aber die schöne, heile Volksfestwelt scheinbar gewahrt. Die Geschäfte machen jetzt der Privatbetrieb des Hofbräuhauses und das übergeordnete staatliche Wirtschaftsunternehmen. Endlich wurde wieder eine Möglichkeit der Umsatzsteigerung gefunden. Das Hofbräuhaus ist erneut um eine Tradition ärmer geworden. Vermutlich denken die Verantwortlichen, dass die einmalig anwesenden Touristen den Verlust nicht bemerken und die wenigen regelmäßigen Gäste nicht kritisieren werden.

Nicht zuletzt ist die Riesenbreze, kein Bayer, sondern ein Preiß. Dieser Geburtsfehler ist schlimmer als der überzogene Preis. In Altbayern schreibt und spricht man nicht von einer Breze, sondern von einer Brezn. Der Fehler ist aber weit verbreitet und wird von mir im folgenden Zitat durchgestrichen.

Das Bairische Wörterbuch des Internets beinhaltet zur Brezn:

Brezn, die

Aussprache: [bre:zn]

Breze, Brezel, Salzgebäck mit einer geschlungenen Form, das vor dem Backen in Natronlauge getaucht wird
(…drei Weißwürscht, zwoa Brezn und a Hoibe Weißbier!)

Wirtschaftlich gesehen sind Veränderungen beim Angebot in Ordnung. Es ist halt ein Zulieferbetrieb wegen der Umsatz- und Profitsteigerung ersetzt oder geschluckt worden. Weitere Unternehmen im Hofbräuhaus müssen sich vorsehen, dass sie nicht ebenfalls dem Umsatzgott geopfert werden, z. B. der sogenannte offizielle Fanshop des Hofbräuhauses.

Regelmäßige Gäste werden immer weniger und wissen meist nicht mehr, dass es im Hofbräuhaus vor der Einführung der umfassenden Speisekarte Standl für Speisen gab, z. B. für Backwaren, Hendl, Haxn, Würstl und Käse. Ich kenne die Standl nur aus Erzählungen, weiß jedoch, dass es in meiner Jugend in Bierzelten auf Volksfesten üblich war, sich die Brotzeiten an Standl von örtlichen Betrieben zu kaufen.

Im Lauf der Zeit haben die Festwirte solche Angebote in die eigenen Betriebe integriert, die Breznmadl aber beibehalten. Das Hofbräuhaus schafft sie gleich mit ab. Zur Erinnerung an die traditionellen Breznmadl in der Schwemme und zur Schande der Totengräber verlinke ich ein Album mit 185 Brezn-Madl-Fotos vom 2. Mai 2016 bis 2. Juni 2025. Ruhet in Frieden, nieder mit den Boandlkramern!

Mich zwingt dieser Verlust, ihn zum Skandal zu erklären und Habgier, Traditionsabbau, Preistreiberei und Bestrebungen zum kulturellen Untergang zu vermuten. Ich kann mich täuschen und die Hintergründe falsch einschätzen. Dann bitte ich um die Richtigstellung, die ich gerne veröffentliche.

Nicht mehr richtig und aktuell, aber im Internet verblieben, sind die folgenden Aussagen der Bäckerei Eberl München, die ich zitiere. Dass der Handwerksbetrieb seine erfolgreiche Tätigkeit nach 40 Jahren freiwillig beendet hat, erscheint unglaubwürdig.

Kundschaft! 100 Stammtische können nicht irren

Zugegeben, darauf sind wir ein bisserl stolz: Seit über 40 Jahren lassen sich die hiesigen, zuagroasten und von weiter her gschneibten Gäste des Hofbräuhauses unsere Brezen und anderen Backwaren schmecken. Zu diesem Zweck haben wir in der Schwemme, dem historischen Gastraum im Erdgeschoss, einen eigenen Verkaufsstand, den wir täglich bis zu zehnmal mit unserem Laugengebäck beliefern.

Und alle, die lieber an ihrem (Stamm-)Tisch sitzen bleiben wollen, müssen nur warten, bis eine unserer Verkäuferinnen vorbeimarschiert und ihnen einen Korb gibt – voll mit backfrischen Brezen und anderen Schmankerln.

Zusammenfassung des Breznskandals

  • Die Gewinne aus dem neuen Breznverkauf gehen an den Hofbräuhaus-Betrieb.
  • Traditionen und der Volksfestcharakter werden immer mehr beeinträchtigt.
  • Brezn werden weniger gegessen, der Speisenverkauf wird gesteigert.
  • Industrieware wird gegenüber Handwerkserzeugnissen bevorzugt.
  • Arbeitsplätze und beliebte Fotomotive für Touristen fallen weg.

Die Pfützenkellner

Insgesamt bin ich mit dem Service im Hofbräuhaus zufrieden, obwohl er gelegentlich einem Glücksspiel gleicht. Spannende Service-Abenteuer hatten mich schon zu mehreren Kellner-Geschichten angeregt:

Mögliche weitere Kellner-Geschichten

  • Der Wegschau-Kellner
  • Der Daneben-Abstell-Kellner
  • Der In-die-Hand-Servieren-Kellner
  • Der Nicht-Abräum-Kellner
  • Der Tritschl-Kellner
  • Der Platzier-Kellner

Jeder weiß, was mit den möglichen neuen Titeln gemeint ist, und hat entsprechenden Service gelegentlich schon überall erlebt. Im Hofbräuhaus haben fast alle männlichen und weiblichen Kellner ein Alleinstellungsmerkmal. Sie verursachen nämlich Pfützen auf den Tischen. Ich muss also beim Titel des Kapitels den Artikel in der Mehrzahl verwenden: die Pfützenkellner. Zudem ist inhaltlich ein wenig auszuholen, weil die Bezeichnung nicht selbsterklärend ist.

Als Pfützenkellner wird man nicht geboren, sondern dazu entwickelt sich jemand, der ursprünglich ein pfützenloser Bediensteter war. Verantwortlich dafür sind die nachlassenden Serviceleistungen und die automatische Schankanlage in der Schwemme. Die Maß- oder Hoibe-Krüge mit Bier und Säften werden nicht von Schankkellnern gefüllt, sondern mit Knopfdruck von den servierenden Kellnern. Nass kommen die Krüge aus der Waschanlage und haben keine Zeit, an der Schenke abzutropfen, bis sie abgeholt werden.  Die Kellner tragen sie nass zu den Tischen und stellen sie ab, sodass Pfützen entstehen.

Nebenbei bemerkt sind die häufig warmen Maßkrüge unzumutbar. Sie kühlen sich ab, aber das Bier erwärmt sich, wenn es nicht zügig getrunken wird. Kellner erkennen beim Einschenken und Hertragen, dass die Krüge warm sind, servieren sie jedoch trotzdem. Warme Krüge sind keine Einzelfälle. Sie werden sogar serviert, wenn sich jemand vorher beschwert. hat. Dabei müsste der Kellner die abgekühlten und abgetropften Krüge nur aus dem Schrank nehmen und nicht aus den Kisten, die direkt aus der Waschanlage kommen.

Wahrscheinlich beabsichtigt das Hofbräuhaus mit den warmen Krügen und natürlich auch mit den warmen Pfützen, einzuheizen. Vielleicht sorgt man sich auch um die Gesundheit der Bierwärmer-Generation oder das Hofbräuhaus möchte den nur anfangs kühlen Bierkonsum beschleunigen.

Zur Vorbeugung gegen die Pfützen könnte man Bierfilzl verwenden. Dieses in Bayern traditionelle und praktische Hilfsmittel wird aber vom internationalen Personal häufig vergessen oder ignoriert. Außerdem ist es Betriebswirten wegen der Kosten und des Arbeitsaufwands ein Dorn im Auge. Habgier-Wirte würden es am liebsten loswerden – allein schon aus vorgeschobenen Umwelt- und Klimagründen. Die Tradition und der Sinn sind ihnen wurscht! Beim städtischen Oktoberfest wurden die Bierfilzl bereits abgeschafft.

Im staatlichen Hofbräuhaus war schon zu erleben, dass es keine Bierfilzl in der ganzen Schwemme gab. Ich musste sie mit Papiertaschentüchern ersetzen. Wie golden waren doch die Zeiten, als das Hofbräuhaus noch Bierfilzl mit Abbildungen der Stammgäste und Stammtische herstellen ließ! Heute befinden sie sich im Hofbräuhaus-Museum. Aktuell würde der Spar-Habgier-Teufel sofort zuschlagen. Es gab richtige Wirte, die Einheimische noch schätzten, keine abkassierenden Betriebswirte.

Das Bairische Wörterbuch des Internets beinhaltet zum Bierfilzl:

Bierfilzl, das

Aussprache: [biàfuizzl]

Bierdeckel, Bierfilz; Untersetzer für das Bierglas aus Filz oder Karton (…mei Bruada hod an Hauffa Bierfuizl!)

Werden mehrere Krüge auf einem Tisch abgestellt, um sie zu verteilen, bildet sich ein Pfützengewässer. Eigentlich ist für das Abstellen von Speisen und Getränken vor dem Verteilen ein Stationstisch vorgesehen. Der wird aber nicht ständig belegt, weil er viele Funktionen hat, z. B. digitale Bestelleingabe, Kartenzahlungen, Servietten, Besteck, Speisekarten. Mehr Stationstische sind nicht notwendig, weil einige ohnehin kaum genutzt werden. Ersatzweise dienen die Gästetische dem Abstellen der Krüge und Serviertabletts vor dem Verteilen.

Das Personal nimmt die Pfützengewässer auf den Gästetischen vorsätzlich in Kauf. Sie mit einem Lappen zu beseitigen, würde wiederum einer überflüssigen Tätigkeit mit Personalaufwand gleichen.

Kellner, Oberkellner und Betriebswirte übersehen die Sauerei großzügig, weil sie sich ohnehin scheinbar bald in Luft auflöst. In Verbindung mit dem jahrzehntealten Schmutz der eingeritzten Tischoberflächen bleiben aber klebrige Spuren zurück.

Für mich ist es immer wieder schön, zu beobachten, dass neue Kellner Pfützen beseitigen und Tische abwischen. Nach kurzer Zeit haben sie diese selbstverständlichen Service-Pflichten verlernt. Die Gäste müssen das Aufwischen selbst übernehmen. Natürlich helfe ich als regelmäßiger Gast verständnisvoll mit. Etwas sauer werde ich allerdings, wenn ein Kellner viele Krüge an unserem Tisch abstellt, ein Pfützengewässer verursacht, die Krüge dann auf andere Tische verteilt und die vorsätzliche Sauerei nicht beseitigt.

Besonders erfreulich sind hingegen Bedienstete, die sich nicht scheuen, ein Kellnertuch am Gürtel oder an der Schürze zu tragen und es auch zu benutzen. Die Pfützen bestehen zwar meist nur aus Wasser, aber guter Service vermeidet oder beseitigt sie. Die meisten internationalen Gäste nehmen die Pfützen als gottgegeben, kulturell wertvoll und typisch einheimisch hin. Mit Pfützen ist es doch uriger, griabiger und gemütlicher als ohne. Pfützen sind doch beste bayerische Tradition, dafür ist man doch auf die Deutschlandreise nach München gegangen.

Bayern sind doch bekannt als bäuerliche, hinterwäldlerische, Bier trinkende und speckige Lederhosen tragende Ureinwohner, die es mit der Sauberkeit nicht so genau nehmen.

Das Personal im Hofbräuhaus ist aber so wie die Gäste international. Sehe ich als Bayer Aufwischdienste des Servicepersonals, steigt meine Trinkgeldbereitschaft. Bei einem unsauberen, unordentlichen Tisch sinkt sie. Ich frage mich, wie es in der Küche und im gesamten Betrieb zugeht.

Das Aufwischen ist im Gegensatz
zum Verschmutzen selten geworden.

Zur späteren Sauberkeit verteile ich Bierfilzl schon bei der Bestellung an die Tischgäste. Diese Aufgabe im Vorfeld der Lieferung käme eigentlich den Kellnern zu. Die sind jedoch so im Arbeitseifer, dass sie dafür keine Zeit aufwenden.

Die folgende Fotogalerie zeigt Personal mit Kellnertüchern, die mir allerdings beim Fotografieren nicht bewusst waren. Die Tücher haben vielfältige Aufgaben, wobei der Schutz vor heißen Tellern und die Präsentation von Wein vorrangig sind. Die Reinigungsfunktion von Tischen ohne Decken gehört aber auch dazu.

Gelegentlich schließe ich mit der Tischgemeinschaft Gaudiwetten ab, ob ein Kellner meine Maß auf das Bierfilzl serviert oder daneben abstellt. Meist gewinne ich wegen meiner sozusagen geschulten Beobachtungen und Erfahrungen. Herrscht Hochbetrieb, akzeptiere ich alle Arten des Servierens. Da muss ein regelmäßiger Gast doch mithelfen. Gerne lasse ich mir Krüge und Teller in die Hand servieren, obwohl ich weiß, dass letztere heiß sind, um die nur kurz anhaltende Temperatur des Aufwärmens der Speisen auszugleichen.

Das Nichtabwischen ist eng mit dem Nichtabräumen verwandt. Ich verstehe einzelne Kellner, wenn sie bei Hochbetrieb nicht sofort abräumen und nicht aufräumen. Andererseits weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass schlampige und schmutzige Tische Rückschlüsse auf die gesamte Hygiene im Betrieb zulassen. Sind Teller und Gläser schon weggetragen, bleiben häufig Speisekarten, Servietten und Bierfilzl auf den Tischen verstreut liegen. Gerne helfe ich mit und beseitige die Unordnung mit dem Stapeln der Bierfilzl und Speisekarten.

Guter Service nimmt beim Servieren eines Maßkrugs den leeren immer mit – egal wie hoch der Betrieb ist. Nebenbei bemerkt: An das Fehlen von Grüßen und Wünschen zum Essen und Trinken, hat man sich im Hofbräuhaus schon gewöhnt. Unverständlich ist mir, dass Krüge und Gläser in großer Anzahl auf einem Tisch gesammelt werden, an dem noch Gäste sitzen, oder sich bereits neue dazusetzen.

Eigentlich sollte der Service für anwesende Gäste wichtiger sein, als das fragwürdige, bevormundende Dazusetzen und Platzieren neuer oder der Missbrauch von Gästetischen als Abstellfläche. Wenn neue Gäste warten müssen, wird beim Personaleinsatz etwas falsch gemacht. Bei den Servicediensten Ordnung und Sauberkeit auf den Tischen, einschließlich der Bierfilzl, zu sparen, führt zum Untergang.

Als regelmäßiger Gast erkenne ich die Leistungen einzelner Kellnerinnen und Kellner. Selbstverständlich sind sie nicht immer gleich und nicht alle sind befähigt, im Hofbräuhaus zu arbeiten. An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit, um zu danken.

Danke an das Servicepersonal,
für die großartigen Dienste.

Wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Das trifft auch auf Gäste zu. Manchmal ist mein Gastverhalten vielleicht unverständlich und ungerecht. Ich hatte das Glück, zum Grüßen, Wünschen, Dienen, Bitten und Danken erzogen worden zu sein. Das hatten nicht alle. Herrscht Hochbetrieb, ist vieles verständlich. Bei meinen regelmäßigen Besuchen erlebe ich viel Fehlverhalten der Gäste, z. B. Ungeduld, Berührungen, geknüllte Servietten auf Tischen und Tellern, Tischvermüllung, Unhöflichkeit. Der gelassene Umgang des Personals mit schlechtem Benehmen ist bewundernswert, die Anpassung aber auch.

Zurück zum Thema: Aus Gaudi frage ich Touristen oft, warum wir in Bayern Bierfilzl haben. Ihre Ratlosigkeit freut mich, und ich demonstriere die Antwort mit einem Schluck aus dem Maßkrug. Danach weiß ich scheinbar nicht, wo ich die Maß abstellen soll. Das Bierfilzl hilft mir, mit großem mimischen und gestischen Aufwand, die Ratlosigkeit zu beenden. Demonstriere ich die Begründung mit einem soeben ohne Bierfilzl servierten Maßkrug, wird die Pfütze anschaulich.

In der bairischen Sprache gibt es allerdings keine Pfütze, weil den Altbayern das Spitzen der Lippen zum Umlaut zu anstrengend ist. Wir sagen zu diesen Kleinstgewässern Lacke. Die Pfütze geht auf das lateinische puteus für „Grube, Brunnen“ zurück, die Lacke auf das lateinische lacus für „See, Teich, Trog, Wasserbecken“.

Das Bairische Wörterbuch des Internets beinhaltet hierzu:

Lacke
Lacken, die

[laggà] [laggn]

1. Lache, Pfütze
2. Weiher, kleiner See
3. große Alkoholmenge
(…gestern hamma wieder a gscheide Lackn gsuffa!)

„Lacken-Kellner“ würden die internationalen Touristen aber noch weniger verstehen als „Pfützen-Kellner“. Die Umgangssprache im Hofbräuhaus ist Englisch. Für Touristen sind die Pfützen-Kellner „puddle waiter“. Wer sich jetzt fragt, was die Puddle Waiter mit dem Untergang vom Hofbräuhaus zu tun haben, soll ruhig ein bisschen nachdenken.

Ich vergleiche das Hofbräuhaus mit privaten Haushalten und frage:

  • Würde man in Privathaushalten Gästen tropfende Krüge und Gläser vorsetzen?
  • Wer lässt Wasserreste auf Tischen daheim antrocknen, statt sie aufzuwischen?
  • Welche privaten Gastgeber servieren kalte Getränke in warmen Gläsern?

Im Hofbräuhaus sind solche mangelnden Serviceleistungen und die fehlenden Bierfilzl zum Standard geworden, der nicht mehr wahrgenommen und schon gar nicht kritisiert wird. Sie wurden Anzeichen für den Verfall und weisen auf den Untergang der Gastlichkeit hin – nur noch Abkassieren.

Unbegleitete Jugendliche

Zum Titel des Kapitels ist vorweg zu bemerken, dass keine Geflüchteten gemeint sind, obwohl etliche solcher Gäste anscheinend vor der Begleitung fliehen. Gegen 22:00 Uhr hat sich die Schwemme häufig fast bis zur Hälfte geleert. Die bleibenden Gäste wollen in Ruhe noch ein wenig die Musik, die Gespräche und die Getränke genießen. Das Personal steht vor dem Dienstende. Der Musik- und Schankschluss ist erst um 23:00 Uhr, das Betriebsende um 24:00 Uhr.

Es kann also sein, dass neue Gäste die Schwemme besuchen oder Gäste den Tisch wechseln, um nahe der Kapelle zu sitzen. Dagegen ist in der Regel nichts einzuwenden, wenn Plätze frei sind und am vorherigen Tisch bezahlt worden ist.

Üblicherweise grüßt man am neuen Tisch und fragt, ob frei ist. Schließlich ist es möglich, dass jemand erwartet wird. Außerdem gehört es zum internationalen Anstand, zu grüßen und zu fragen – auch wenn das Hofbräuhaus am 9. September 2025 und später wiederholt bei Facebook und Instagram vom „einfachen Dazuhocken“ schrieb.

„Bei uns herrscht in weiten Teilen freie Platzwahl,
dort wo frei ist heißt es : hockt euch einfach dazu!“

Mit dieser inhaltlichen und orthografischen Fragwürdigkeit wird Bayern in der Weltöffentlichkeit blamiert. Ich entgegne, dass in einem heimatlichen Wirtshaus gegrüßt wird, nach dem Platz gefragt und um ihn gebeten wird. Schließlich befindet man sich nicht in einem öffentlichen Verkehrsmittel, sondern in einer Tischgemeinschaft. Die „freie Platzwahl“ stimmt auch nicht durchwegs, weil Kellner und Oberkellner platzieren, sogar wenn die anwesenden Gäste das ablehnen, weil sie kurzfristig jemanden erwarten.

Beim Umsetzen ist es etwas fragwürdig, Getränke von einem anderen Tisch mitzunehmen. Der neue Platz kann nämlich nicht von einem neuen Gast besetzt werden, und der neue Kellner muss etwas abräumen, das er nicht gebracht hat. Das wird aber hingenommen, wenn anschließend neue Getränke bestellt werden.

In jedem Fall sind das sogenannte Maßkrugwandern und die Stehparty abzulehnen. Das Hofbräuhaus ist nämlich ein bayerisches Wirtshaus, kein internationales Pub oder keine Bar. Allerdings widerspricht die Bestuhlung der Brauerstube im hinteren Teil der Schwemme der Tradition und weist auf den Untergang hin. Offensichtlich sollen möglichst viele Gäste auf kleinstem Raum untergebracht werden. Dazu gehören große Gruppen von Jugendlichen, die sich im Rahmen von Schulveranstaltungen auf Reisen befinden. Das Personal bemüht sich, sie in hinteren Bereichen zu platzieren, z. B. in der ungemütlichen Brauerstube.

In der hohen und niederen Schwemme befinden sich noch keine Stehtische. Dieser Bereich ist natürlich attraktiver als die Brauerstube, in der die Jugendlichen zusammenbleiben wollen oder müssen. Einige machen sich aber selbstständig und wechseln in die hohe Schwemme bei der Musikbühne.

Die langen Tische in der Schwemme dienen der Gemeinschaft, dem Kennenlernen und dem Gespräch der Gäste. Kontaktangebote sind erwünscht und werden angenommen. Es gibt allerdings problematische Gäste, mit denen man lieber nicht am Tisch sitzt. Dazu gehören Personen, die Kontakte ablehnen, weil sie unter sich bleiben oder sich mit ihrem Smartphone beschäftigen wollen.

Eine solche Personengruppe ist der schon erwähnte Kindergarten, der regelmäßig gegen 22:00 Uhr über das Hofbräuhaus herfällt. Vorher waren sie mit der Schulklasse und dem verantwortlichen Lehrpersonal andernorts. Auf dem Heimweg oder schon vorher fällt ihnen ein, noch schnell das weltberühmte Hofbräuhaus zu besuchen. Dabei nutzen sie gewährte Freiheiten oder missachten diese. Jedenfalls befinden sich häufig keine Erwachsenen bei den Horden von Jugendlichen. Vermutlich verletzen Lehrkräfte ihre Aufsichtspflicht.

Im pubertierenden Alter und in der Gruppe fühlen sich die jungen Leute vielfach stark, lautstark und ohne Anstand. Möglicherweise lässt das Bedienungs- und Sicherheitspersonal die Jugendlichen gewähren. Es denkt vielleicht, dass der Arbeitstag schon gelaufen ist, und unternimmt nichts gegen ein Fehlverhalten. Unter Umständen wird Bier ohne Altersprüfung serviert. Ich habe aber auch schon beobachtet, dass sich eine Kellnerin die Ausweise zeigen ließ.

Und was machen solche vorwiegend männlichen Jugendlichen mit vollen Maßkrügen? Sie schütten das Bier in sich hinein, schreien herum, hauen mit den Krügen auf den Tisch und beginnen, mit ihnen zu klopfen – in bester halbstarker Manier. Beschwert sich ein Gast, freuen sie sich, weil sie ihn so wie die abwesenden Pauker ärgern können. Das Klopfen wird verstärkt und der Protestierende vertrieben.

Wer sich beschwert, dem erklärt man, sich im Hofbräuhaus zu befinden. Was sinngemäß heißt, dass man hier die Sau rauslassen kann. Alle Freiheiten, die im jeweiligen Herkunftsland nicht üblich oder möglich sind, werden im Hofbräuhaus ausgetestet. Schließlich sind Hofbräuhaus und Oktoberfest scheinbar dafür weltbekannt, dass man nicht nur Bier trinken, sondern sich auch mit Bier betrinken kann. Das Personal ist anderweitig beschäftigt. Fragwürdige Verhaltensweisen werden nicht immer, aber häufig übersehen.

Niemand fühlt sich verantwortlich und unterbindet ein Fehlverhalten, obwohl der fast tägliche Überfall im Hofbräuhaus bekannt ist. Die Gründe sind einfach: Es wird noch Umsatz generiert und die anwesenden Touristen kommen ohnehin meist nicht wieder. Die gewährte Narrenfreiheit passt in das Gesamtverhalten der Verantwortlichen des Hofbräuhaus-Betriebs: Umsatz um jeden Preis, egal mit wem. Einheimische Gäste werden vertrieben und müssen flüchten, weil die Jugendlichen nicht von Erwachsenen begleitet werden und ihr mögliches Problemverhalten geduldet wird.

Umsatz um jeden Preis, egal mit wem

Fairerweise sind auch Jugendliche zu erwähnen, die kein Fehlverhalten zeigen. In der Schwemme häufen sich aber die Auffälligkeiten. Außerdem gibt es Lehrkräfte, Service- und Sicherheitspersonal, das seine Pflichten umfassend erfüllt. Insgesamt ist es verständlich und berechtigt, wenn Gruppen von Jugendlichen oder Schulklassen bei einem Münchenbesuch das weltberühmte Hofbräuhaus sehen wollen. Das muss jedoch nicht nach 22:00 Uhr und mit Belästigung oder Vertreibung von Gästen sein. Unbegleitete Jugendliche sind ein Anzeichen für den Untergang.

Der Ruf und die Berühmtheit von Hofbräuhaus, Oktoberfest und München in der Welt haben einen fragwürdigen Beigeschmack. Einheimische Hofbräuhausgäste werden als Traditionalisten angesehen, aber auch verdächtigt, viel Bier zu trinken. Deshalb antworte ich auf die Frage von Touristen, wie viel Maß Bier ich trinke, immer mit zwei, nämlich die erste und die letzte. Hier verrate ich, dass im Zeitraum von fünf Stunden und mit ausreichenden Speisen nach den Empfehlungen eines ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten eine dritte Maß dazukommen kann.

Bei aller Kritik am Hofbräuhaus betone ich den Wohlgeschmack und die Qualität des Genusses von einer Maß Hofbräu-Bier im Hofbräuhaus. Hier wird vieles richtig gemacht. Das Bier schmeckt im Hofbräuhaus sogar besser als in anderen Hofbräu-Gaststätten.

Angebote und Preise

Vorspeise

Die im Hofbräuhaus angebotene Musik, das Bier und den Service habe ich schon bewertet. Jetzt folgt das Essen. Sozusagen als Vorspeise bemerke ich vorher, dass die Wahl und die geschmackliche Wahrnehmung von Speisen subjektiv geprägt sind. Zudem halten sich viele Gäste mit der Kritik gegenüber dem Personal zurück. Häufig wird nicht mitgeteilt, dass etwas nicht geschmeckt hat. Niemand gibt gerne zu, sich betrügen zu lassen. Man zweifelt, weil die Menschenmassen im Hofbräuhaus sich doch nicht irren können. Sie belegen anscheinend eine gute Küche.

Für mich trügt der Schein, ich kann es aber nicht objektiv beweisen, nur kritisieren im Sinne der freien Meinungsäußerung und der Satire. Allerdings machen regelmäßige Gäste vergleichbare Erfahrungen wie ich oder verzichten oft auf das Essen.

In der gastronomischen Gesamtentwicklung wurden Gäste von Betriebswirten an mindere Qualitäten und massenhafte Vorfertigung der Speisen gewöhnt. Die allgemein üblichen Verhältnisse sind aber für das Hofbräuhaus keine Entschuldigung. Schließlich ist es ein staatliches Wirtschaftsunternehmen mit der Verpflichtung zum Vorbild.

Aufgewärmtes

Vor der Vereinheitlichung des Speisenangebots gab es die schon erwähnten Standl. Danach entstand eine große Küche zulasten des Platzangebots für Gäste. Deshalb lagerte man die Herstellungsküche aus und betrieb vor Ort nur eine Aufwärmküche.

Diese hat Vorteile für den Betrieb, wirkt sich aber nachteilig auf das Speisenangebot aus. Der Fortschritt war in meinen Augen ein Rückschritt. Ich führe die Teilung hier nicht aus, sondern verweise auf den Tivolifoto-Link. Nebenbei wird bemerkt, dass Betriebswirte das Konservieren, Aufwärmen und in großen Mengen Herstellen als gastronomische Großtaten ansehen. In Wirklichkeit wird der Untergang jeglichen Geschmacks bewirkt. Die Frische der Produkte und die Aktualität der Zubereitung zählen.

Die Aufwärmküche im Hofbräuhaus ist gemietet und schon in die Jahre gekommen. Derzeit finden Umbauarbeiten statt, wobei ein Küchenteil in einen nahen hinteren, weniger genutzten Gastbereich ausgelagert ist. Eine Rückkehr zu einer gästefreundlichen Vor-Ort-Küche ist wegen des Platzbedarfs für die Massenabfertigung nicht in Sicht.

Speiskarten

Wie ist die richtige Schreib- und Sprechweise in der bairischen Sprache?

Das Bairische Wörterbuch des Internets beinhaltet zur Speiskarten:

Speiskarten, die

Aussprache: [schbaiskarddn]

Speisekarte, Speisenkarte; Verzeichnis des in einem Lokal erhältlichen Angebotes von Speisen und Getränken

Sogar mit der im Hofbräuhaus so benannten Speisenkarte wird versucht, unseren Bierpalast kaputtzusparen. Noch vor Jahren hatte das Angebot ohne Deckblatt und rückseitige Getränke drei Seiten, aktuell nur zwei, mit viel freiem Platz. Offensichtlich sind nur Speisen aufgeführt, die mit geringem Arbeitsaufwand vorgefertigt werden und häufige Bestellungen garantieren. Übrigens ist das Deckblatt der Speisenkarte in englischer Sprache nur für Eingeweihte auf den ersten Blick zu erkennen.

Eine Saisonkarte mit einer Seite in deutscher und der Rückseite in englischer Sprache befindet sich als Einlageblatt in der Karte. Dort sind nur die Riesenbreze, eine Beilage und fünf Gerichte beinhaltet. Sie ließen sich aber leicht in einer gemeinsamen Karte unterbringen. Zu jedem Saisonbeginn ändert sich ohnehin auch die Hauptspeisenkarte. Das Durcheinander auf den Tischen und die Papierverschwendung würden vermieden. Vielleicht soll eine große Speisenvielfalt vorgetäuscht werden.

Die Wirtshausklassiker des bayerischen Speisenangebots sind aufgeführt, werden aber teilweise mit sprachlicher Verpreußung geschrieben, z. B. Schweinebraten, Schweineschnitzel. Bei Schweinswürstl und Schweinshaxe wurde die Mehrzahl vermieden. Sie stammen im Gegensatz zu Braten und Schnitzel nur von einer Sau. Auch beim Rind wird ein Gericht mit dem Fleisch mehrerer Tiere hergestellt. Vermutlich ist das Pressverfahren beim Fleisch mittlerweile so perfektioniert, dass es nicht bemerkt wird.

Ich wiederhole die Ungeheuerlichkeit: Anscheinend brauchen die Speiskarten-Preißn mehrere Viecher für ein Stück Fleisch. Wenigstens sind aus den Schweinswürstl noch keine Schweinewürstl geworden, obwohl es richtig wäre, wenn bei der Wurstherstellung Fleisch von mehreren Schweinen verwendet wird.

Die Preise auf der Speisenkarte des Hofbräuhauses waren vor Corona in einem moderaten Bereich, der von Einheimischen akzeptiert wurde. Aktuell ist das Angebot erheblich geschrumpft und richtet sich an nur einmal anwesende Touristen, die alles hinnehmen. Das Hofbräuhaus hat sich dem allgemein üblichen hohen Preisniveau der Innenstadtwirte angepasst. Wurstgerichte liegen bei etwa 15 €, Fleischgerichte über 20 €. Günstiges und Übertriebenes findet man überall. Die Anpassung erfolgte trotz der aufgewärmten Speisen und der Massenfertigung.

Unverständlich ist, dass das Bier der privaten Brauerei Augustiner preiswerter angeboten wird als das Bier der staatlichen Brauerei Hofbräu. Anscheinend wird beabsichtigt, die Gäste mehr auszunehmen als die Stiftung. Eigentlich müssten beide dem Gemeinwohl dienen und gemeinnützig sein. Selbstverständlich lässt sich der Unterschied mit betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten begründen.

Schweinsbraten

Ein Klassiker der bayerischen Küche ist der Schweinsbraten. Er kostet aktuell mit der in anderen Wirtshäusern üblichen zweiten Beilage 24 €, ohne 18,90 €. Hat man ein wenig Glück, ist das aufgewärmte, meist zähe und an den Rädern faserige Fleisch genießbar. Das bemerken aber Touristen nicht, weil sie glauben, es gehöre so. Derzeit wird das traditionelle Gericht auf der Speisenkarte folgendermaßen angepriesen:

„Krustenschweinebraten frisch aus dem Ofen mit hausgemachter Dunkelbiersoße und Kartoffelknödel … 18,90 €“

Wo das Haus und der Ofen stehen, verschweigt man. Das Fleisch ist in der Regel trocken, zäh und ohne Kruste. Die zwei Scheiben sind oft nicht von einem Bratenstück. Der einsame Knödel ohne Geschmack hat meist eine gummiartige Konsistenz, die mit der Gabel nicht teilbar ist.

Ich habe aufgehört, Schweinsbraten zu essen, weil die Qualitätsstreuung des aufgewärmten Bratens zu groß war. Das beliebte Bierbratl, ein saftiges Wammerl, wird derzeit nicht angeboten. Es hatte nämlich die üblichen zwei Beilagen und müsste preislich unter dem Schweinsbraten liegen. Den höherpreisigen Spanferkelbraten gibt es nicht mehr. Bei ihm war ohnehin wegen der nicht frischen Zubereitung kein Unterschied zum Schweinsbraten wahrzunehmen.

Schweinswürstl mit Sauerkraut und Brezn

Über meine Vorliebe für die Schweinswürstl habe ich schon ausführlich berichtet: Die Sauerei mit den Schweinswürstl. Aktuell ergeben sich neue Aspekte. Beispielsweise wurden die Schweinswürstl noch schnell vor dem Jahreswechsel mit der Steuersenkung für Speisen am 1. Dezember 2025 von 14,50 € auf 14,90 € erhöht. Die Preissteigerung betraf nur die Schweinswürstl. Sogar die kleine Brezn für 2,10 € ist gleichgeblieben. Der Betrag von 17,00 € für beides ist bedenklich.

Die Gründe für die alleinige Erhöhung lagen sicherlich nicht in Mehrkosten für das Produkt, sondern in der bevorstehenden Unmöglichkeit der Preissteigerung wegen der Steuersenkung und in der erfolgreichen Menge der Bestellungen. Da muss doch noch schnell abkassiert werden.

„Vier Stück Schweinswürstl mit Senf und Sauerkraut … 14,90 €“

Vermutlich glauben viele Touristen, mit den Schweinswürstl lokale Spezialitäten zu bestellen. Das stimmt sogar beim hervorragenden Sauerkraut. Die Würstl hingegen sind nur aufgewärmt, sparsam gewürzt und ohne Röstaromen, weil sie wahrscheinlich nicht frisch zubereitet, sondern nur vorbereitet angeliefert und dann aufgewärmt wurden.

Immer mehr stellt man fest, dass das Hofbräuhaus auch bei den Würstl spart. In der Vergangenheit lagen vier ausgewachsene Schweinswürstl in voller Länge über einer großen Portion Sauerkraut. Heute sind die Würstl kürzer geworden und bedecken nur mehr halb so viel Sauerkraut. Teilweise schrumpfen sie schon auf die Länge von fränkischen Bratwürstl. Manchmal sind sie aber wie zum Ausgleich etwas dicker.

Die kürzeren Würstl fielen mir auf, weil ich gewohnheitsmäßig ein Exemplar in vier Stücken verzehrte. Gelegentlich reichen drei Teile. Jedes aufgespießte Würstlstück esse ich mit einer kleinen Portion Sauerkraut. Aus 16 Bissen sind 12 geworden. Das entspricht einer Einsparung von 25 Prozent.

Gleichzeitig hat der Preis das stolze Oktoberfestniveau von 14,90 € erreicht. Soviel hat vor wenigen Jahren noch der Schweinsbraten ohne die zweite Beilage gekostet. Die Sauerei mit den Schweinswürstl ist somit wertvoller geworden, das Sauerkraut überschaubarer.

Seltsamerweise bekomme ich zwischendurch auch wieder die übliche Portion serviert. Warum die Mengen des Krauts, die Länge und Dicke der Würstl nicht gleichbleiben, ist mir unerklärlich. Ich bestelle sie mir immer in dem Glauben, dass man bei der Zubereitung nichts falsch machen kann. Gespannt bin ich, wann sie entgegen der Tradition stückweise angeboten werden.

Wird die zu den Würstl bestellte Brezn nicht im Brotkorb, sondern auf den Schweinswürstl serviert, bekommt man beim Abbrechen von Stücken fettige Finger. Der findige Kellner war eine Ausnahme und fiel anderweitig schon mehrfach unangenehm auf. Die größte Unart ist aber, die Brezn nicht gleichzeitig zu den Schweinswürstl zu servieren.

Rindsroulade

In der Wintersaison 2025/26 wird im Hofbräuhaus die Rinderroulade angeboten. Das gefüllte und gerollte Rindfleischgericht bereitet man üblicherweise mit Senf, Speck, Zwiebeln und Gurke zu. Wer sich die aufgewärmte, im Hofbräuhaus fälschlicherweise in der Mehrzahl bezeichnete Rinderroulade für 23,50 € bestellte, erhielt aber nur faseriges, trockenes und zähes Fleisch, das um eine undefinierbare Masse gewickelt war, statt eines zarten Bratens mit dem traditionellen Inhalt.

Vermutlich waren die anderen Zutaten als Pulver oder als Paste dazugegeben und verkocht worden. Bestimmt hat man angenommen, dass der gemeine Tourist es schon frisst und sich nicht beschwert. Mir war die Reklamation beim unschuldigen, ausheimischen Kellner auch zu blöd, wegen der Erfolglosigkeit und der zeitlich üblichen Nahrungsaufnahme.

Backhendl mit Kartoffelsalat

Mein Exemplar war in Ordnung, blieb aber nicht bis zum letzten Bissen warm. Dass sich im beigelegten Kartoffelsalat des Hofbräuhauses keine Zusatzstoffe für den Geschmack und die Konservierung befinden, halte ich für unglaubwürdig. Die Speisenkarte beinhaltet hierzu jedoch nichts. Bei den Knödeln sind die Konservierungsstoffe angegeben. Übrigens würden die Preißn-Kartoffeln in der bairischen Sprache Erdäpfel heißen.

Rehragout

Welches Fleisch sich im Gericht befand, war geschmacklich nicht feststellbar, weil der typische Wildgeschmack fehlte. Das Fleisch war trocken und faserig, statt zart, die Soße zu süß. Der feste, mit der Gabel unteilbare Knödel hatte keinen Semmelgeschmack.

Currywurst mit Pommes

Auf der Sommerkarte 2025 befand sich die CURRYWURST (200 g) mit Pommes für 16,90 €. Sie wurde in Großbuchstaben hervorgehoben, statt beschämend versteckt. Das bayerische Original-Hofbräuhaus begab sich damit auf die Ebene einer preußischen Würstlbude. Der unverschämt hohe Preis wurde von den Touristen akzeptiert.

Am 1. September 2025 hat der Verzehr einer halben Portion bei einem regelmäßigen Gast die unfreiwillige Rückgabe auf der Toilette veranlasst. Normalerweise verträgt er das Preißn-Gericht gut. Die Übelkeit war nicht anderweitig bedingt. Wegen solcher übler Angebote fragt man sich, wann die billige Auftaupizza und die Kunststoff-Burger in unser Traditionswirtshaus Hofbräuhaus kommen.

Der Münchner Würstlwucher

Selbstverständlich halte ich dem Hofbräuhaus keinen Wucher vor. Ein Wucherpreis muss mindestens doppelt so hoch sein wie marktüblich, eine Notlage ausgenutzt und ein unverhältnismäßig hoher Gewinn erzielt werden.

Wichtigster Grund für den satirischen Würstlwucher ist vermutlich der große Erfolg der Würstlbestellungen. Der ergab sich, weil sie preiswerter als Fleischgerichte sind. Zudem halten Touristen die Würstl für traditionelle einheimische Gerichte.

Was macht der Hofbräuhaus-Betrieb? Er wuchert mit den Würstlpreisen. Als Begründung verweist man vielleicht auf die übliche Praxis der Innenstadtwirte. Vergleicht man die Würstlpreise in der Münchner Innenstadtsgastronomie, sind die hohen Preise des Oktoberfests mit etwa 15 € erkennbar. Gipfel der Unverschämtheit ist der Würstlteller im Hofbräuhaus mit 17,90 €.

„Original HB Würstlteller mit 2 Schweinswürstl, 1 Wiener, 1 Pfälzer dazu Sauerkraut und Senf … 17,90 €“

Der Würstlteller wird aber häufig von Touristen bestellt, vermutlich weil sie ihn für original, vielfältig und leicht für zwei Personen aufteilbar halten. Zudem kostet er einen Euro weniger als der Schweinsbraten. Einheimische habe ich noch keinen Würstlteller essen sehen. Sie durchschauen den Münchner Würstlwucher.

Portionen und Beilagen

Insgesamt werden Fleischgerichte mit so wenig Fleisch und Beilagen wie in Spezialitätenrestaurants serviert. Vielleicht will man zum Verzehr von Nachspeisen oder zum Bestellen von mehreren Speisen anregen, wie es in einigen Ländern weltweit üblich ist.

Bestellen sich Touristen am Tisch traditionelle Gerichte, schäme ich mich für die kleinen Portionen und das mickrige Aussehen der Teller in unserem Traditionswirtshaus. Das Anrichten und Dekorieren von Speisen findet nur nachlässig statt. Wie immer gilt bei den Portionen und dem Aussehen: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Im Januar 2025 kostete das beliebte Bierbratl mit Semmelknödel und Bayrisch Kraut 14,50 € – also mit den üblichen zwei Beilagen. Der Hofbräuhaus-Betrieb hat die allgemeine Preistreiberei mitgemacht, ohne dass Gäste ausgeblieben sind. Das Bierbratl war im Winter 2025/26 nicht mehr auf der Karte.

Der Schweinsbraten wird schon lange ohne die zweite, in anderen Wirtshäusern übliche Krautbeilage angeboten. Für Krautsalat oder Sauerkraut verlangt man einen kräftigen Beilagen-Aufpreis. Nicht alle vertragen das Kraut. Wer sich statt einer Krautbeilage Salzkartoffeln bestellt, sei gewarnt, weil sie teilweise fast roh die Küche verlassen. Anscheinend wird sogar der Strom für die Zubereitung gespart.

Fazit

Mindere Speisenqualitäten und hohe Preise vertreiben einheimische Gäste, genauso wie sparsame und nachlassende Musik- und Serviceangebote.

Der Häusl-Skandal

Zu den Angeboten gehören auch die Toiletten. Ich verschweige sie nicht, obwohl ich mich für den Hofbräuhaus-Betrieb schäme. Als regelmäßiger Gast ist mir das Kapitel zu diesem diskreten Thema peinlich und veranlasst mich zum Fremdschämen. Der Titel des Kapitels versteckt das Problem und erklärt sich für Außerbayerische nicht von selbst.

Das Bairische Wörterbuch des Internets beinhaltet zum Häusl:

Häusl, das

Aussprache: [haisl]

  1. (kleines) Haus, Häuschen, Hütte
    (…a scheens Häusl habt’s eich baut, Respekt!)
  2. freistehendes Toilettenhäuschen (Scheißhäusl)
  3. scherzhaft für Toilette/WC allgemein
    (…iatz muaß i auf’s Heisl!)

Die Kritik an der Ordnung, Sauberkeit und Funktionsfähigkeit der Toiletten im Hofbräuhaus war offensichtlich in den vergangenen Jahren so stark geworden, dass sie endlich saniert werden. Als Ersatz für den Umbau befinden sich derzeit Toiletten-Container für Herren im Innenhof. Nachdem mir Gäste mehrfach von den katastrophalen Zuständen berichtet hatten, machte ich mir selbst ein Bild.

Die acht Toiletteneinheiten des ersten Containers bestehen jeweils aus Waschbecken, Pissoir und abschließbarer Kabine mit Kloschüssel. Vor dem Zustandsbericht vermute ich, dass wegen der anhaltenden Sparsamkeit, keine Standardausführungen, sondern Billiglösungen gemietet wurden. Nachweisbar und bezeugbar sind die folgenden Wahrnehmungen.

Zwei der acht Türen waren abgeklebt, eine weitere Einheit schon von außen abgesperrt. In zwei anderen Einheiten fehlte der innere Türgriff zur Kabine, sodass nur das Pissoir nutzbar war. Die Spülung funktionierte bei zwei Einheiten nicht. In den zwei Kloschüsseln befand sich nämlich zur Hälfte eine gelbliche Flüssigkeit, auf der Toilettenpapier schwamm. Papier lag in allen offenen Einheiten auf den nassen Böden verstreut herum. Die viel zu kleinen Papierkörbe quollen über. Flüssigseifen waren zu Ende oder ausgelaufen. Nur eine Einheit war zwar schmutzig, aber mit funktionierender Toilettenspülung und einem intakten Waschbecken.

Den Besuch des zweiten Containers ersparte ich mir. Es hatte mir gereicht. Die schmutzigen Pissoirs und Waschbecken waren noch das geringste Übel. Sie wurden von Gästen verursacht, aber von niemandem beseitigt. Fiel die letzte noch funktionierende Kabine für einige Hundert Herren im Lauf des Abends aus, musste man bei einem dringenden Bedürfnis entweder einen Skandal in der Damentoilette verursachen oder schnell eine andere Gaststätte aufsuchen.

Für die abgesperrten Einheiten, die defekten Spülungen und Toilettensitze sowie die Sauberkeit ist der anbietende Hofbräuhaus-Betrieb zuständig. Wurden die Funktionsfähigkeit und die Sauberkeit an eine Firma delegiert, bleibt das Hofbräuhaus für die Aufsicht verantwortlich. Wird nicht umgehend repariert und sauber gemacht, missachtet der Betrieb die Gäste und vertreibt sie.

Keine Wertschätzung der Gäste,
sondern Vertreibung

Mehrere mir bekannte Gäste haben die untragbaren Zustände wahrgenommen und sogar fotografiert. Das Personal hat eine eigene Toilette. Ich berichte meine Wahrnehmungen und Vermutungen, ohne die Absicht, dem Betrieb zu schaden. Vielmehr helfe ich mit diesem Kapitel, die Missstände zu beseitigen. Die Öffentlichkeit und das staatliche Wirtschaftsunternehmen werden informiert, wie der beauftragte, private Betrieb mit dem ihm anvertrauten Gut des Volkes umgeht. Meine Kritik ist notwendig, sonst wachsen die Probleme.

Fehlentwicklungen verstärken sich,
werden sie nicht kritisiert.

Für mich waren die Wahrnehmungen im Container ein Einzelfall. Andere berichteten mir von keiner Ausnahme, sondern von der Fortsetzung der untragbaren Zustände in den vorherigen Toiletten mit dem Containerersatz.

Bei einem weiteren Besuch befand sich in der ersten Kabine links ein halb gesprungener WC-Sitz, der drei Tage später immer noch nicht ausgetauscht worden war. Zudem fehlte der Deckel des Spülkastens, und die Spülung lief ständig. Eine halb gesprungene Klobrille ist zwar kein Sprung in der Schüssel, einen solchen nehme ich aber bei den Verantwortlichen an, weil der defekte Sitz nach 14 Tagen immer noch nicht ersetzt war.

Gäste haben mir weitere Hofbräuhaus-Häusl-Abenteuer berichtet, z. B. mit gewaltsamer Selbstbefreiung aus defekten Kabinen. Ich höre aber auf, darüber zu schreiben. Der Hofbräuhaus-Betrieb kann die Zuständigkeit nicht von sich weisen, auch wenn sie möglicherweise übertragen worden ist. Übergeordnete oder zur Aufsicht verpflichtete Instanzen schauen zu.

Insgesamt ist zu vermuten, dass die später sanierten Toiletten in kurzer Zeit verschlampt sind, weil der zuständige Betrieb weiterhin Toiletten-Personal und Reparaturen spart.

In einen stark frequentierten WC-Raum gehört eine Arbeitskraft, die ständig für Ordnung, Sauberkeit und Funktionsfähigkeit sorgt. Diese selbstverständliche, anderswo übliche Notwendigkeit, wegen Sparsamkeit im Hofbräuhaus zu missachten, schadet dem weltweiten Ansehen des staatlichen Wirtschaftsunternehmens und des Freistaats Bayern. Vor Jahren gab es noch Personal in den Hofbräuhaus-Toiletten. Notwendige Reparaturdienste wurden immer schon zögerlich geleistet.

Es stellt sich die Frage, wie es in anderen Bereichen des Betriebs zugeht, z. B. in der Küche. Toiletten sind wie Visitenkarten oder Aushängeschilder eines Wirtshauses. Einheimische, die den Toilettenskandal erlebt haben, werden dadurch vertrieben und kommen nicht wieder. Die wenigen regelmäßigen Gäste sind abgehärtet. Verbraucherschützer warnen:

Schlachtfelder in den Toiletten
sind Warnsignale für Gesundheitsrisiken.

Der mit diesem Kapiteltitel verharmloste Häusl-Skandal in unserem Traditionswirtshaus darf nicht verheimlicht werden, obwohl ich nicht gerne darüber schreibe und viele ihn lieber verschweigen. Diskret zeige ich keine Fotos, weise aber nochmals darauf hin, dass die üblen Tatsachen nachweisbar und bezeugbar sind.

Verbot der Bayernhymne

Vor dem Musikende in der Schwemme um 23:00 Uhr spielt die Hauskapelle wie üblich das deutsche oder preußische Soldatenlied Lili Marleen. Als regelmäßige bayerische Gäste haben wir uns daran gewöhnt, finden diese Liedauswahl aber unpassend für ein bayerisches Wirtshaus. Bei Volksfesten und traditionellen Veranstaltungen in Wirtshäusern wird am Schluss die Bayernhymne gespielt, wobei alle Gäste aufstehen und mitsingen.

Bayernhymne mit Papst Benedikt in München

Hinweise: Ein Bayer ist man laut der Verfassung des Freistaats Bayern von 1946: „Die Staatsangehörigkeit wird erworben durch Geburt, Legitimation, Eheschließung und Einbürgerung.“ Preißn ist das bayerische Wort für Nord- oder Ostdeutsche und Personen aus der allgemeinen, nicht bayerischen Fremde, z. B. Tourismus-Gäste oder Fachkräfte mit Migrationshintergrund, aber nur bei missfallendem Verhalten. Mehr dazu gibt es im Beitrag Bayern und Preißn im Hofbräuhaus.

Am 5. Juni 2025 wünschte sich Uwe, ein deutscher Tourist aus Schleswig-Holstein, kein Preiß, bei der Hauskapelle vor dem Musikende die Bayernhymne. Mit der enttäuschenden Reaktion: „Wir dürfen aus betriebswirtschaftlichen Gründen keine Hymnen spielen“, kam er an unseren Tisch zurück.

Den ganzen Abend waren wir eine gemütliche Runde mit dem Norddeutschen, zwei weiteren deutschen Touristen aus Hessen, einem Münchner und drei Wahlmünchnern aus Niederbayern. Dieser unerwartete Schluss hat allen Tischgästen den Aufbruch vermiest. Sogar die drei deutschen Gäste haben sich geärgert, weil ihr Musikwunsch nicht erfüllt worden ist.

Mir ist bekannt, dass Hymnen im Hofbräuhaus in der Vergangenheit zu Konflikten geführt hatten, z. B., wenn mehrere Volksgruppen ihre Hymnen im Sinne einer Konkurrenz hören wollen. Anlässlich internationaler sportlicher Wettbewerbe befinden sich auch Fangruppen unter den Gästen des Hofbräuhauses. Verständlicherweise sind dann der Sicherheitsdienst, das Personal und die Musikanten sensibilisiert für Konflikte. Etliche Einheimische meiden an solchen Tagen ohnehin die Innenstadt, weil Traditionswirtshäuser zu reinen Kommerz- und Abzockorten werden.

Leider schürt die Stadtverwaltung den Tourismusboom in München durch immer mehr fragwürdige Großveranstaltungen zugunsten der Wirtschaft, aber zulasten der Bürger. Im Hofbräuhaus freut man sich über den steigenden Umsatz. Oft kommt es zu einer Gästeauswahl, dass nur die Fans eines Staates oder Vereins in die Schwemme gelassen werden, um Konflikte zu vermeiden. Aufkeimende Fangesänge müssen von der Blaskapelle übertönt werden. Das Musikangebot ist ebenfalls diplomatisch, wird jedoch zunehmend international mit dem Charakter von Stimmungsmusik.

Zurück zur Bayernhymne: Internationale Touristen in München meinen, sich in Deutschland aufzuhalten, sind aber in Bayern. Deutsche Touristen besuchen Bayern wegen des schönen Naturraums und der eigenen bayerischen Kulturtradition. Die bayerische Nationalhymne drückt unsere Kultur und Heimatliebe aus. Touristen aus Deutschland und der ganzen Welt wollen die Hymne des Gastlandes hören. Der private Hofbräuhaus-Betrieb verbietet jedoch den Musikanten, die Bayernhymne zu spielen. Da stimmt etwas überhaupt nicht! Noch dazu in einem staatlichen Wirtschaftsunternehmen!

Auch die Kapelle Oberland Blech teilte mit: „Wir dürfen die Bayernhymne nicht spielen. Anweisung von oben, vom Betrieb.“ Ich erkläre: „Wer das anordnet, wird verdächtigt, das Volk der Bayern zu hintergehen, zu betrügen und zu verleugnen.“

Mit der Bayernhymne bekennen wir uns symbolisch und stolz zur bayerischen Eigenständigkeit, zur Tradition, Heimatliebe und Gemeinschaft. Generationen, Regionen, Tracht und Moderne werden verbunden. Das Verbot der Bayernhymne veranlasste mich, am 13. Juni 2025 die folgende E-Mail an das Hofbräuhaus zu schreiben.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gehe regelmäßig ins Hofbräuhaus und erlebte am 5. Juni 2025 in der Schwemme, dass sich ein norddeutscher Gast die Bayernhymne als Schlusslied wünschte. Mit der enttäuschenden Aussage der Kapelle kam er an den Tisch zurück: „Wir dürfen aus betriebswirtschaftlichen Gründen keine Hymnen spielen.“

Wegen der Gästevielfalt ist die Untersagung von staatlichen Hymnen verständlich. Die Bayernhymne in diese Anweisung einzubeziehen, halte ich aber in einer Einrichtung des Freistaates für nicht begreifbar. Deutsche und internationale Touristen besuchen Bayern, die Hauptstadt München und das Hofbräuhaus. Sicherlich wünschen sich alle, die Hymne der Gastgeber kennenzulernen. Sie nicht zu spielen, ist aus gastfreundlichen Gründen fragwürdig.

Bestimmt gefährdet die Bayernhymne nicht das friedliche Zusammensein der Gäste aus unterschiedlichen Nationen und den Umsatz des Betriebs. Deshalb verstehe ich die betriebswirtschaftlichen Gründe nicht. Möglicherweise handelt es sich um einen Irrtum oder ein Missverständnis.

Die meisten Gäste des Hofbräuhauses fotografieren, filmen und schreiben im Internet. Ich mache das auch. Diese unkommerzielle, weltweite Form der Veröffentlichung ist üblich, wird vom Betrieb zugestanden und trägt zum Erfolg des Wirtshauses bei. Bezüglich der Bayernhymne wende ich mich aber zuerst an die Gaststätte.

Das Staatliche Hofbräuhaus ist ein Wirtschaftsunternehmen des Freistaates und gehört zur Staatlichen Brauerei Hofbräu München, die dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat zugeordnet wird. Gegenwärtig betreibt die Sperger Gaststättenbetrieb OHG das Wirtshaus.

Aufgrund dieser Zusammenhänge könnten kommerzielle Medien formulieren: Heimatministerium verbietet Bayernhymne. Eine solche Folge wäre aus betriebswirtschaftlichen, behördlichen und politischen Gründen tatsächlich nachteilig für das Hofbräuhaus, die Brauerei, das Ministerium und den Freistaat.

Die Bayernhymne drückt Tradition, Heimatliebe und Eigenständigkeit aus. Sie wird häufig bei Volksfesten und Veranstaltungen gespielt. Deshalb bitte ich das Hofbräuhaus, die Bayernhymne im gesamten Betrieb anzubieten und zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Maria Wagner

Nach 23 Minuten kam die im Auftrag formulierte Antwortmail mit orthografischen Eigenheiten, aus der ich zitiere.

„… wir sind ein Bayerisches Wirtshaus mit vielen Internationalen Gästen und halten uns deshalb aus der Politik raus, wozu auch Hymnen gehören.

Aus diesem Grund spielen wir hier im Hofbräuhaus keine Hymnen.

Die Bayerische Hymne wird nur in Ausnahmen zu speziellen Anlässen gespielt, wie zum Beispiel die Jährliche Verfassungsfeier in unserem Festsaal.“

So ein Unsinn

Dem würde sogar der derzeitige fränkische Ministerpräsident widersprechen. Hymnen dienen dem feierlichen Lob auf Volksfesten und gehören nicht zur Politik, sondern zum Volk und seiner Identität. Sie sind ein Zeichen für Heimatliebe und natürlichen Stolz.

Das Hofbräuhaus gehört dem Volk und veranstaltet bayerische Volksfest-Angebote. Deshalb hatten sich Touristen die Bayernhymne an ihrem Reiseziel gewünscht. Anderswo würde ich mir doch nicht meine Heimathymne wünschen, sondern die dortige.

Wird die Bayernhymne im Hofbräuhaus weiterhin verboten, werde ich mich wohl an den Heimatminister und die Medien wenden müssen. Die folgende Schlagzeile ist nach dieser Aussage berechtigt, weil der Hofbräuhaus-Betrieb dem Heimatministerium untersteht.

Heimatministerium
verbietet Bayernhymne

Nach ein paar Monaten wurde mein Anliegen offensichtlich dem Leiter der Hauskapelle mitgeteilt. Am 25. September 2025 kam er freudig an unseren Tisch und erklärte, die Bayernhymne zu spielen. Wir wollten noch bemerken, dass sie zum musikalischen Ende des täglichen Festabends gehört, aber er war schon weg, und die Kapelle hat kurz darauf zu spielen angefangen.

Wir erhoben uns von den Plätzen, wie es sich gehört. Ich stellte beim Mitsingen beschämt fest, dass ich den Text nicht vollständig kann, weil er mir in der Schule nicht gelehrt wurde und viel zu wenig gesungen wird.

Bayernhymne

Version von Joseph Maria Lutz und der Bayernpartei von 1948: Ministerpräsident Goppel hat die Version als gültig eingesetzt. Franz Josef Strauß hat das später rückgängig gemacht, um Bundeskanzler zu werden. Seitdem zwingt die CSU, „deutsche Erde“ statt „Heimaterde“ zu singen.

Ich frage mich, ob das Volk der Bayern mit seinen drei Stämmen dadurch nicht verraten wird. Bayern leidet unter der deutschen Besatzung und Ausbeutung. Die Bayerische Staatsregierung und die Mehrheitspartei schauen seit Jahrzehnten zu. Nur vor Wahlen protestieren sie.

Bayernhymne in der Version von Joseph Maria Lutz und der Bayernpartei von 1948

Gesamtentwicklung

Wie ist es so weit gekommen, dass der kulturelle Untergang droht? Das Hofbräuhaus war schon immer eine viel besuchte Attraktion in München. Sein Untergang hat eine beabsichtigte Vorgeschichte, die über viele Stationen verlief und weiterhin verläuft.

GesternHeute und morgen
Münchner und BayernDeutsche und Touristen
Gemischte GästeInternationale Touristen
Qualität und TraditionWachstum und Umsatz
Einheimisches PersonalInternationales Personal
BedienenAbfertigen und abkassieren
FreundlichkeitSachlichkeit
Grüßen, bitten, dankenZur Kenntnis nehmen
WirtsleuteAbkassierende Betriebswirte
Hauseigene KücheAusgelagertes Lebensmittelzentrum
Frische SpeisenVorbereitete, aufgewärmte Speisen
Heimatliche GerichteEigenes Convenience und Fast Food
Handwerker-BreznIndustrie-Brezn
Volksfestliche BreznmadlSpeisekartenware zum Bestellen
Gemäßigte PreiseHohe Preise
WohlfühltemperaturenHeizungssparen
ToilettenpersonalSkandalöse Toiletten ohne Personal
WirtshausWirtshaus-Wiesn
Aloisius-GaudiAloisius-Monster-Kitsch
Traditionelle BlasmusikStimmungs- und Schlagermusik
Freie PlatzwahlPlatzieren und Reservieren
Einheimische und TouristenVeranstaltungs- und Exklusivgäste
VolksfestInternationale Party
Entwicklungen im staatlichen Hofbräuhaus

Die Tabelle wäre vielfach erweiterbar. Man wird allerdings nicht allen Beteiligten gerecht. Viele Angestellte und Musikanten zeigen sich den altbayerischen Traditionen verpflichtet. Andererseits sind betriebswirtschaftliche Weiterentwicklungen notwendig, weil sich die Bedingungen verändern. Habgierige Versuche der Bereicherung oder Umsatzsteigerung durch Sparen und Preistreiberei, werden scheitern und bestraft.

Habgier ist eine Selbstbestrafung,
die zum Untergang führt.

Man könnte Kritikern vorhalten: „Wem etwas nicht passt, der braucht nicht hinzugehen.“ Das Hofbräuhaus gehört aber allen bayerischen Staatsbürgern. Wenn es nicht angemessen und verantwortlich betrieben wird, dann müssen sie, die Verwaltung und die Politik, alles ändern, was zum Untergang führt.

Gesunder und anhaltender wirtschaftlicher Erfolg kommt nicht durch Kaputtsparen, sondern durch großzügiges, wohlwollendes Arbeiten und Feiern von Festen, mit Qualität der gastronomischen und musikalischen Angebote. Bereicherungsabsichten sind Gift und führen zum Untergang. Das Hofbräuhaus darf nicht sterben. Abkassierende Totengräber haben in unserem bayerischen Traditionswirtshaus nichts verloren.

Es gehören Wirtsleute her, die mit den Gästen ein Fest feiern. Nach meiner Meinung und Wahrnehmung sind die Stellen oder Funktionen der Gastgeber und Repräsentanten bayerischer Wirtshauskultur im Hofbräuhaus personell nicht besetzt.

Keine Gastgeber und Repräsentanten
in unserem Hofbräuhaus

Wie wenig Traditionen im Hofbräuhaus derzeit gelten, zeigte sich beim Schäfflertanz am 23. Januar 2026 auf dem Platzl. Die vom Betrieb bestellte Veranstaltung wurde natürlich umgehend mit werbewirksamen Fotos und Videos angepriesen und dokumentiert. In den sozialen Medien war zu lesen:

„Herzlichen Dank für euren Besuch, liebe Münchner Schäffler! Die Schäffler, die Fassmacher, führen ihren Tanz nur alle sieben Jahre auf und haben immer das Hofbräuhaus als feste Station. Wir fühlen uns sehr geehrt.“

Das Zitat liest sich wie ein freiwilliger Auftritt zu Ehren des Hofbräuhauses. Der Dank für die Ehre ist aber unsinnig, wie so vieles, das vom Hofbräuhaus bei Facebook und Instagram zu lesen ist. Laut Internetangaben ist der Schäfflertanz mit 690,00 € zuzüglich 7 % MwSt. für jedermann käuflich. Sogar kleine Gaststätten, Firmen, Institutionen und Privatpersonen bestellen sich die Werbung mit den Auftritten und die Freude über die traditionelle Veranstaltung.

Es ergaben sich Anhaltspunkte für begründete Vermutungen, z. B. dass der umsatzstärkste deutsche Gastronomiebetrieb seiner Veranstaltungspflicht für die Münchner Tradition nur zögerlich oder widerwillig nachkam. Möglicherweise musste er sozusagen dringend dazu gebeten werden, bis er seine Verantwortung und Pflicht einsah. Die Geringschätzung von Traditionen ist wegen der hier ausgeführten Sparsamkeit und des gesamten Untergangsgeschehens naheliegend.

Insgesamt braucht unser Hofbräuhaus sachliche, berechtigte und satirische Kritik durch regelmäßige Gäste, die sich trauen, die Wahrheit mitzuteilen. Das Personal ist verpflichtet, keine betriebsinternen Informationen preiszugeben. Die Musikanten stehen unter dem Druck, engagiert zu werden. Meine Kritik ist für die Weiterentwicklung notwendig. Ich zeige Alternativen und Möglichkeiten zum Wohl aller Gäste und besonders der Einheimischen auf. Deshalb versteht sich dieser Beitrag und meine gesamte Kategorie Hofbräuhaus mit bislang 27 Teilen als Werbung im Sinne einer Dauerwerbesendung.

Dauerwerbung für das Hofbräuhaus

Wenn der Hofbräuhaus-Betrieb nichts unternimmt, einheimische Gäste zu gewinnen, z. B. durch die Verbesserung der Speisen- und Serviceangebote sowie mehr Gastkapellen, dann muss zumindest ich für unser staatliches Traditionswirtshaus werben.

Hofbräuhaus-Kategorie von Tivolifoto mit dem Untergang
Hofbräuhaus-Kategorie von Tivolifoto mit dem Untergang

Deswegen biete ich bei Tivolifoto die inhaltliche Kategorie und das Menü in der Kopfzeile zum Hofbräuhaus mit 30 Einträgen für Fotobücher, Fotoalben und Geschichten an. Mir ist kein anderes Internetangebot bekannt, das in diesem Umfang wirbt. Das Hofbräuhaus beschränkt sich auf eine dürftige, ohne Aktualität präsentierte Homepage und teilweise unglaubwürdige oder falsche Happen bei Facebook und Instagram, bei denen kritische Kommentare zensiert werden.

Tivolifoto beinhaltet neben anderem ehrliche, sachliche und satirische Kritik am Hofbräuhaus, die für die Weiterentwicklung notwendig ist. Mein regelmäßiges Gästeumfeld stimmt mir dabei zu, glaubt aber an die Wirkungslosigkeit meines Schreibens.

Trotzdem verstehe ich mich
als Hofbräuhaus-Influencer.


Wer jetzt lacht und mich für komplett verrückt hält, hat recht. Ich lache ja selbst, gebe aber zu bedenken, dass Satire oft wirkungsvoller als das Schreiben von Tatsachen ist. Mein Hofbräuhaus-Untergang geht in die entgegengesetzte Richtung des Münchners im Himmel. Der Humor kann nicht wie die Einheimischen im Hofbräuhaus vertrieben werden.

Unser Münchner-Tisch wird trotz der aufgezeigten Probleme weiterhin gut besucht. Letztens hat sogar ein Oberkellner gefragt, wie viele von uns noch kommen, und setzte nur zwei Touristen auf die vier freien Plätze.

Überhaupt entwickeln sich die Oberkellner immer mehr zu freundlichen Gastgebern, die den Gästen dienen und nicht versuchen, sie zu bevormunden oder zu beherrschen. Nach wie vor fehlen aber ein oder zwei Gesamtverantwortliche und Weisungsberechtigte, die Gäste betreuen und das Hofbräuhaus mit natürlicher Autorität nach innen repräsentieren. Die gegenwärtige Außenwirkung ist ebenfalls wieder aufzubauen.

Wir nehmen positive Veränderungen wahr und bleiben wegen der negativen nicht weg, wie so viele andere. Davonlaufen löst keine Probleme. Insgesamt hoffe ich, mit diesem Unterhaltungsbeitrag wenigstens ein paar Denkanstöße gegeben zu haben.

Sparen ohne Anlass und Not
richtet sich gegen das Gästewohl.

Wer für die gescheiterten Sparversuche verantwortlich war, begreift die Erwartungen, die Bedürfnisse und das Wohl der Gäste nicht. Die Habgierigen und Geizigen mögen vielleicht etwas vom eigenen Geldbeutel verstehen, aber nichts von heimatlichen Wirtshäusern und Volksfesten. Die bairische Sprache hat treffliche Redewendungen für solche Personen.

De kriagn an Krong ned voi.
Dene sitzt da Ruach im Gnack.

Es wäre doch gelacht, wenn wir Bayern unser Hofbräuhaus wegen Habgier und Geiz den Betriebswirten, Touristen und Preußen überlassen müssten. Wir lassen uns nichts wegnehmen, was zur Volksseele gehört. Das Hofbräuhaus gehört dem Volk der Bayern und muss von der Heimat bewahrt oder an sie zurückgegeben werden.

Das beste bayerische Volksfest für Bayern
und die Welt muss im Hofbräuhaus gefeiert werden.

Einheimische sollen wieder stolz ins Hofbräuhaus gehen und umworben werden. Nicht die Gästezahl und der Umsatz, sondern die Qualität der Angebote zählen. Der private Betrieb benötigt dringend staatliche Auflagen zur Förderung der Qualität im Sinne von Heimat und Tradition. Nachweise dazu sind dem Heimatministerium und der Öffentlichkeit laufend zu erbringen.

Als bayerischer Staatsbürger habe ich das Recht, solche Leistungen zu erbitten. Die Staatsverwaltung und Volksvertretung haben die Pflicht dazu im Dienste des bayerischen Volkes mit seiner Gastfreundschaft. Noch ist es nicht zu spät.

Ende und Untergang

Weder die private Betriebsgesellschaft noch das staatliche Wirtschaftsunternehmen dürfen das Hofbräuhaus kaputtsparen und ausplündern. Ich bedauere, den Beitrag als Gast mit so viel Kritik an Fehlentwicklungen beenden zu müssen, möchte aber den Untergang nicht mitverantworten. Lieber würde ich mehr über Lobenswertes schreiben und fotografieren, das es noch gibt, das jedoch immer schwerer zu finden ist.

Nach dem Ausverkauf vom Hofbräuhaus mit dem Heidifest und den hier beschriebenen Entwicklungen wird das Fass immer voller. Dieser Beitrag zwischen Gaudi und Grant richtet sich kritisch und unterhaltsam an die interessierte Öffentlichkeit. Er beinhaltet Tatsachen, Meinungen, Satire und Werbung. Wenn der private Hofbräuhaus-Betrieb weiterhin seine Aufgaben für Heimat, Tradition, Volk und Staat missachtet, droht das Ende.

Wer mit der Fortsetzung des kulturellen Untergangs nicht einverstanden ist, muss sich in sachlicher Weise sowie mit der Bitte um Stellungnahme und Abhilfe an die Leitung des verantwortlichen Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat wenden.

Hofbräuhaus-Menü von Tivolifoto ohne den Untergang
Hofbräuhaus-Menü von Tivolifoto ohne den Untergang
Hofbräuhaus-Menü von Tivolifoto mit dem Untergang
Hofbräuhaus-Menü von Tivolifoto mit dem Untergang

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