Herzkasperl Festzelt 2013

Jetzt schreibe ich zuerst etwas Persönliches. Ich grüße Nathalie und das Bedienungsteam in der Box 1, die Breznverkäuferin, die Johanna von der Wolnzacher Tanzlmusi und ihren Ehemann, den Onkel Schorsch und seine Begleiterinnen sowie Margit mit Ehemann und Schwager. Dann möchte ich mich bei allen Musik- und Volkstanzgruppen bedanken, die ich für meine Beiträge zum Herzkasperzelt 2013 fotografierte. Sicher war es für etliche ungewöhnlich, wenn ich mit der Kamera direkt vor Bühne oder Tanzfläche stand. Schließlich danke ich auch dem Personal und den Organisatoren des Herzkasperl Festzelts 2013. Mir hat es meist sehr gut gefallen.

Bei der Oidn Wiesn erwarten Festgäste heimatliche, volkstümliche und traditionelle Unterhaltungs- und Nahrungsangebote. Für Veranstalter und Personal ist das Herzkasperlzelt in erster Linie ein wirtschaftliches Unternehmen mit einem Preisniveau wie das Oktoberfest. Fraglich ist, ob dieses Zelt den Anspruch einer kulturellen Alternative gegenüber einem Wiesnzelt erfüllt. Es war kein Wirtshaus auf Zeit wie 2010 auf der Historischen Wiesn und kein Volkssänger- und Musikantenzelt wie 2011 das Festzelt zur Schönheitskönigin. 2013 stellte ich keine neuen oder besonderen Ansprüche fest. Das Angebot war professionell, aber ohne Spontanität oder Gaudi.

Träumereien wie aktuelle Kulturszene, neue Volksmusik oder gemütliche Familienatmosphäre konnte man an etlichen Nachmittagen und besonders an Abenden mit Überfüllung, Einlasskontrollen und grimmigem Ordnungspersonal vergessen. Es gab aber keine Straftaten oder auffallende Ordnungswidrigkeiten. 2010 sah man immerhin noch eine inszenierte Gaudi-Wirtshaus-Schlägerei zwischen Kofelgschroa und dem Niederbayerischen Musikantenstammtisch. 2011 wurde bei den Wahlen zur Schönheitskönigin und bei etlichen Programmteilen viel gelacht. Das Herzkasperlzelt war 2013 genauso eine Geldverdienmaschine wie die gesamte Wiesn, aber ohne die Auswüchse.

Gemütlichkeit, Originalität und Humor gab es im aktuellen Herzkasperlzelt nicht mehr. Mein Erleben war geprägt von Wahrnehmungen wie Geschäft, Ordnung und Hektik. Ich hätte mir mehr eine natürliche Genuss-, Spiel- und Lebensfreude gewünscht, erlebte aber Wegdrängen beim Bedienungs- und Ordnungspersonal. Das waren Anzeichen für die Profitgier des Oktoberfests. Stellt man diesen Beobachtungen die Qualität einzelner Programmpunkte und die Gastauftritte der Trachtenvereine aus dem Festzelt Tradition gegenüber, dann war das Festerleben im Herzkasperzelt auf der Oidn Wiesn 2013 immer noch erheblich besser als in einem Zelt auf dem Oktoberfest.

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Blaskapelle Krün beim Gastspiel auf der Bühne im Biergarten vor dem Festzelt

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Original Hopfenbläser beim Hopfenblasen vor dem Herzkasperl Festzelt

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Kleine Gaudi für mich und die Sensenschmied-Musikkapelle Mühlbach vor dem Zelt

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Kinis-Wiesn-Musi aus dem schwäbischen Fünfstetten

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Schaut man nach draußen, wäre es schöner im Garten vor dem Zelt als darin zu sitzen.

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Die Zeltdekoration ist aus vier unterschiedlichen Elementen zusammengestellt.

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Tradition mit Holzfässern und Steinkrügen sowie eine moderne Bierkrug-Waschanlage

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Anzapfen! Die vier OB-Kandidaten im Test. Ich brauche sowas nicht, und Politik hat nach meiner Meinung nichts in einem Bierzelt auf einem Volksfest verloren.

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In der Box 1 ist es eine Freude die Zusammenarbeit des Personals zu beobachten.

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Beim Bedienen pressiert es praktisch immer. Schön, wenn es trotzdem ein Lächeln gibt.

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Mengen kann man mit den Fingern erfragen. Der Preis steht praktisch auf der Hand.

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Volkstänze, Schuhplatteln und Goaßlschalzen mit Gruppen aus dem Festzelt Tradition

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Heimat- und Brauchtumsverein Lechler aus dem Münchner Stadtteil Lehel

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“Zusammen mit den Lechlern tritt die Riesengebirgs-Trachtengruppe München auf und gleich danach … D’Roaga Buam Ismaning.” Vielen Dank für diese Information an die Veronika.

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Der Spielmannszug Bad Wiessee erobert unüberhör- und unübersehbar das Festzelt.

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Mit der Via-Jante-Trommel-Show muss man immer und überall rechnen.

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There are 12 comments

  1. Veronika

    Hallo Josef,
    mir gefallen deine Bilder deshalb gut, weil ich selbst darauf zu sehen bin 😉
    Nur eine kleine Korrektur bei den Namen der Trachtenvereinen: Zusammen mit den Lechlern tritt die Riesengebirgs-Trachtengruppe München auf und gleich danach kommt nicht der Trachtenverein Stamm aus Ismaning, sondern D’Roaga Buam Ismaning. Informiere dich doch auch hier: http://www.rtgmuenchen.de
    Es wäre super, wenn du die Namen ändern würdest.
    Vielen Dank dafür, Veronika

    1. Josef

      Liebe Veronika, vielen Dank für diese Information, welche ich natürlich umgehend ergänzt habe. Im Zelt ist alles sehr schnell gegangen. Es war ein wunderschöner Auftritt dieser Gruppen. Bei einer Nachricht im Textfeld kann ich gerne an die mitgeteilte E-Mail-Adresse einen Link zum Download aller Fotos mit einer freien Verfügbarkeit für die Vereine anbieten. Herzliche Grüße vom Tivoli in München, Josef

  2. Elisabet Ludwig

    Deine Bilder sind wie immer: informativ, Stimmung einfangend, klar und schön. Es macht Spaß mit Deinen Bildern über die Oide Wiesn zu „gehen“. Trägst Du eigentlich Ohrenschutz? Ich denke, Deine Ohren müssten Dir abends doch abfallen, bei so viel Blasmusik. Liebe Grüsse von Elisabet

    1. Josef

      Vielen Dank für diese Bewertung der Bilder. Jetzt behaupte ich einfach, dass Du recht hast. Ich fotografiere nämlich immer zweimal. Das erste Bild entsteht spontan an einem bewusst und gezielt ausgewählten Ort. Das zweite Bild ist die Auswahl mit dem Schnitt und der Anordnung auf der Doppelseite des Fotobuchs. Und bei dieser Arbeit höre ich natürlich Blasmusik, Roider Jackl, Vivaldi und Punkrock. Die Ohren habe ich noch. Herzliche Grüße vom Tivoli nach Johanneskirchen, Josef

  3. zwoavomwoid

    Werter Josef,

    alle Achtung – diese Fotoserie ist ein besonderes Schmuckstück.
    Die Detailaufnahmen verraten das geschulte Auge. Das Wesentliche ist gekonnt getroffen. Dabei ist es gar nicht so leicht zudem auch noch die Stimmung authentisch wiederzugeben. Dir ist all das (und noch viel mehr) eindrucksvoll gelungen und deshalb gehört diese Serie ab jetzt zu unseren Favoriten auf Deinem Blog.

    Herzliche Grüße, die Zwoa vom Woid

    Stephan und Lucie

    1. Josef

      Liebe Stephan und Lucie, gerade habe ich den ermüdenden Tatort weggeklickt und dann sehe ich Euren Kommentar. Herzlichen Dank dafür. Heute war wieder ein „ausgschmierter“ Tag. Der Wetterbericht sagte Regen und ich blieb in der Wohnung. Mein Bewegungspensum für diese Woche war schon erfüllt. Trotzdem wäre es besser gewesen rauszugehen. Mit dem Inhalt des Kommentars habt ihr ganz einfach Recht. Die Fotostrecke zeigt deutlich, was die Personen ausdrücken. Mein Begleittext und die Antworten auf die Kommentare sind kritisch, aber ehrlich. Es gab Momente der Begeisterung und des Zweifels. Insgesamt war es aber ein sehr schönes Festerleben. Heute sitze ich den ganzen Tag allein am Computer, und Ihr bestätigt mir meine Absicht mit der Fotostrecke. Das freut mich sehr. Nochmals vielen Dank und herzliche Grüße von München nach Haidmühle, Josef

  4. Margit Hofschuster

    Hallo Josef,
    Deine Studien sind wieder hervorragend–Glückwunsch!
    Hoffentlich bleibt die Oide Wiesn so wie sie jetzt ist,mit dem Mix von trad.Blasmusik u.
    jungen engagierten Musik-Künstlern.Leider mußte man auch schon heuer an manchen
    Tagen ab 17.oo Uhr reservieren.
    Liebe Grüße
    Margit

    1. Josef

      Liebe Margit, ich freue mich sehr, dass Dir die Fotostrecke gefällt und dass Du es hier mitteilst. Die Mischung von Tradition und neuer Volksmusik war auch für mich Motivation für die Besuche. Wenn sich die Oide Wiesn auch zu einer Reservierungswiesn entwickeln würde, dann hätte sich der Unterschied zum Oktoberfest noch mehr verringert. Vielen Dank für Deinen Kommentar und herzliche Grüße vom Tivoli, Josef

  5. freiedenkerin

    Mein Gedanke wäre ja, die Oide Wiesn in Zukunft komplett von der Theresienwiese „auszulagern“, vielleicht auf den Auer Dultplatz. Womöglich würde sich dann eine zünftige, gemütliche und historische Atmosphäre leichter einstellen als in unmittelbarer Nachbarschaft des mittlerweile völlig auf Kommerz getrimmten Molochs Oktoberfest…

    1. Josef

      So ein Gedanke ist verlockend. Die Anwohner in der Au wären „sicher begeistert“. Es ist zu befürchten, dass die Oide Wiesn genauso an ihrem Erfolg stirbt wie das Oktoberfest. Eine räumliche und zeitliche Trennung dieser beiden sogenannten Volksfeste wäre eine Kapitulation vor den Absichten der Berauschung und Gewinnerzielung. Die Oide Wiesn entstand, weil viele Münchner keine internationale Saufparty mit Trachtenfasching mehr wollten. Die Verantwortlichen stehen vor der schweren Aufgabe wieder ein einziges Volksfest für alle Münchner und Bayern zu veranstalten. Herzliche Grüße vom Tivoli in die Maxvorstadt, Josef

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