Die Schlangen im Eisbach

Die Schlangen im Eisbach

Eigentlich wollte ich keine Fotos vom Eisbach mehr herzuzeigen, damit Die Münchner Taufe (2013) nicht noch mehr zum Massenphänomen wird. Ein Nachbar hat mir nämlich beim ersten Beitrag über den Betrieb im Eisbach vorgehalten, dass ich Werbung mache. Mein zweiter Titel Die Schreischwimmer vom Eisbach (2019) sollte schon eher der Abschreckung dienen, indem er die Auswüchse zeigte. Beim dritten Mal muss ich aber über eine Sensation berichten: Die Schlangen im Eisbach (2023).

Werden die Kriechtiere bei uns in freier Wildbahn gesichtet, stehen sie natürlich unter strengstem Artenschutz. Dafür sorgen schon die grün-roten Stadtzerstörer im Stadtrat und in den Referaten. Alles, was dem touristischen Ansehen der Stadt scheinbar dient, darf nicht beeinträchtigt werden, z. B. die zwei Eisbachwellen: die Surferwelle an der Prinzregentenstraße und die Babywelle an der Dianabadschwelle für Anfänger – und jetzt natürlich auch noch die zwei Schlangen im Eisbach.

Tatsächlich sind es ja vier, da die Wanderschlange in der Theodorparkstraße und die Trambahnschlange an der Haltestelle Tivolistraße ursächlich dazugehören. Die Wasserschlangen im Eisbach leben somit auch am Land. Mit einer Größe von mehr als neun Metern übertreffen sie die Anakondas und die Netzpythons an Länge und Gewicht.

Beim Fotografieren beschränke ich mich aber auf die zwei Wasserschlangen im Eisbach. Die Münchner Eisbachschlangen gehören zu den tropischen Tieren, weil sie tropische Temperaturen lieben. Ich bevorzuge bei Hitze allerdings meine kühle abgedunkelte Dachkammer über dem Eisbach. Da gehe ich zum Fotografieren doch nicht vor die Haustür, auf die Straße oder zur Trambahnhaltestelle, sondern – wenn es hochkommt – auf den Balkon.

So entstehen 80 Fotos am Samstagnachmittag, dem 15. Juli 2023. Meine Bilder dokumentieren die Versäumnisse der Stadt, Eisbachschwimmer vor Gefahren und Anwohner vor Lärm zu schützen. Gleichgeschaltete Altmedien zeigen vermutlich keine vergleichbaren Fotos, um nicht ständig auf die andauernden städtischen Missstände hinzuweisen. Außerdem reicht meist ein jährlicher Artikel zum Problembach, um das Sommerloch zu füllen.

Jetzt betone ich nochmal, dass ich das Bad Eisbach nicht mehr fotografieren wollte, aber das Geschrei hat mich wieder dazu genötigt. Da muss ich doch nachsehen, wer im Eisbach wieder umgekommen ist. Und wenn es keine Toten gegeben hat, muss ich halt welche erschießen – natürlich nicht mit Schusswaffen, sondern mit dem Fotoapparat. Und dabei entdecke ich die Sensation.

Sensationelle Eisbachschlangen

Bislang war der Eisbachausstieg an den zwei Eisenleitern in der Theodorparkstraße verhältnismäßig zügig möglich. Bei der tropischen Temperatur von 35 Grad bilden sich aber zwei lange Schlangen: eine gegen die Fließrichtung und eine mit ihr. Die Zweite in der Gegenrichtung wäre wegen der nahen Tivolibrücke zu waghalsig. Insgesamt sind beide Wasserschlangen so gefährlich, dass einzelne Badegäste über die Kanalmauer fliehen. Diese Form des Ausstiegs bedarf jedoch besonderer Körperkräfte, sodass das Schlangestehen im reißenden Eisbach bevorzugt wird.

Verpasst man die Eisenleiter und die Kette vor der Tivolibrücke, wird es spannend. Die darauffolgende glatte Betonrinne kann nur schwer verlassen werden. Es kommt eine Staustufe mit einer lebensgefährlichen Walze. Da kann nur die Feuerwehr oder der Nordfriedhof helfen. Unter der Brücke mit der Tivolistraße wird deshalb nur selten durchgeschwommen.

Vernünftigerweise hätten Stadt- und Parkverwaltung schon längst die Ausstiegsmöglichkeit vor der Oettingenstraße ausbauen und das Weiterschwimmen vom Englischen Garten in den Stadtbereich des nördlichen Lehels verhindern können. Das halsbrecherische Springen von der Brücke und die entsetzlichen Todesschreie beim Schwimmen darunter wären unterbunden.

So viel Hirn haben aber nur die Anwohner und nicht die Verantwortlichen. Die machen lieber einen runden Tisch, bei dem ja bekanntlich nichts herauskommt. Und die Badesaison ist hoffentlich so wie jedes Jahr bald vorbei. Wieder ist nichts unternommen worden und das Spiel beginnt im Folgejahr erneut.

Als Anwohner hat man sich an den Badebetrieb gewöhnt. Ich gönne den vielen jungen Leuten die Badefreuden. Vor zwanzig Jahren waren sie gelegentlich zu beobachten und nicht auffallend laut. Heute ist das Geschrei unerträglich geworden. Aber es schreien nicht alle und nicht immer. Das Schwimmen im Park bis zum Eintritt des Eisbachs in den Wohnbereich des nördlichen Lehels verläuft verhältnismäßig ruhig.

Laut wird es erst vor, unter und nach der Brücke mit der Oettingenstraße. Dort gibt es nämlich die ersten Gaudi-Todesschreie. Der Hall unter der Brücke und entlang der Häuserzeile macht das Schreien sehr ergiebig. Danach werden Hinweise auf die beiden Eisenleitern lautstark zugerufen und bestätigt. In den beiden Schlangen wird es natürlich mit Ausrufen, Lachen und Schreien übertrieben laut. Beim Rückweg oder dem Gang zur Trambahn muss man sich selbstverständlich unüberhörbar über die erlebten Sensationen austauschen. Ein- und ausfahrende Bahnen müssen sich die Gleise freibimmeln.

Kein Gefahrenschutz für Eisbachschwimmer

Die hohe Zahl von Notdienst- und Polizeieinsätzen mit Verletzten und Toten ist bekannt. Schuld waren die Verunglückten natürlich selbst, z. B. wegen Unterkühlung, Alkohol und Selbstüberschätzung. Außerdem befinden sich auf dem Grund des Eisbachs Gegenstände und Unrat, die von der Oberfläche nicht zu sehen, aber gefährlich für Verletzungen sind. Dafür gibt es ja die jährliche Bachauskehr im Herbst.

Verantwortliche für den Gefahrenschutz können sich wunderbar den Schwarzen Peter zuschieben: Polizei der Stadtverwaltung, Stadt der Politik und der Parkverwaltung, Park der Stadt, Stadträte den städtischen Referaten. Für die Polizei gibt es kein Eisbachschwimmen, weil es ja verboten ist. Am wenigsten können die Anwohner etwas dafür. Aber sie laden Schuld auf sich, weil sie hier wohnen und sich über den Lärm und die gefährlichen Zustände beschweren.

Kein Lärmschutz für Eisbachanwohner

Leicht könnte die verantwortliche Stadtverwaltung mit einem Gitter an der Brücke Oettingenstraße das Weiterschwimmen, mit erhöhten Brückengeländern das Springen und mit nur kurzen Zäunen danach den Wiedereinstieg verhindern. Während der Bachauskehr im Spätherbst wären die Bauarbeiten ohne großen Aufwand möglich. Vor der Brücke müsste die Parkverwaltung ebenfalls handeln.

Die davor zuständige Verwaltung des Englischen Gartens könnte einen komfortablen Ausstieg mit Haltevorrichtungen, Rettungsringen, Beschilderung und Beleuchtung gestalten. Ja, Sie haben richtig gelesen: Beleuchtung. Das Nachtschwimmen im Eisbach erfreut sich nämlich zunehmender Beliebtheit. Man trägt Stirnlampen. Das Geschrei ist ergiebiger als am Tag, weil viele Umgebungsgeräusche wegfallen. Die Anwohner sind noch mehr zu stören und zu erschrecken. Nachteil ist, dass sich bei Dunkelheit keine Schlangen im Eisbach bilden.

Maßnahmen wie Gitter und Zäune würden aber spießige Spaßbremsen darstellen. Die touristische Attraktivität von München wäre um die 100 Eisbachschwimmen-Meter entlang der Theodorparkstraße ärmer, weil nur noch 800 Meter im Englischen Garten übrigblieben. Dieser Verlust würde der Stadt schwer schaden. Die Anwohner brauchen doch gar nicht so viel Ruhe. Sie wollen doch gar nicht die Balkone nutzen und die Fenster öffnen. Die Stadt hat doch anderswo notwendigere Aufgaben, als sich um gesundheitliche Gefahren zu kümmern.

Fun und Action der Eisbachbezwinger sind wichtiger als die Menschen, die an diesen 100 Metern leben. Zur Action gehört das Unterschwimmen von Brücken mit Todesgeschrei und das Springen von denselben in hüfthohes Wasser möglichst kopfüber. Selbstverständlich muss man dabei schreien, sonst merkt doch niemand, wie schön das ist. Beim Springen von der Brücke wird schon niemand gerade unten daherkommen. Man riskiert ja nur gebrochene Wirbelsäulen mit Querschnittslähmungen. Dafür kommt man in den Genuss eines Hubschrauberflugs in die Unfallklinik und eines lebenslänglichen Rollstuhls.

Mit einer Verhinderung der letzten 100 Meter Eisbachschwimmen würde sich der Missbrauch der Trambahn durch Schwarzfahren erübrigen. Dann hätten aber die zahlenden Fahrgäste nicht mehr das Vergnügen von nassen Sitzplätzen, rutschigen Fußböden und überfüllten Trambahnen. An der Haltestelle Paradiesstraße wäre es nicht mehr so schön, zu beobachten, wie Fahrgäste nicht mehr einsteigen können, weil alle Sitz- und Stehplätze von triefendem, zusammengepferchten Jugendlichen belegt sind.

Aber zurück zu den Schlangen. Sind sie nicht schön anzuschauen und ein echter Ausdruck von Lebensfreude? Oder werden sie zum Zeichen für ein ungebremst wachsendes, übles Massenphänomen aufgrund des Versagens der Stadtverwaltung. Niemand hat die Schlange Stehenden vor den Gefahren des Eisbachs und die Anwohner vor dem Lärm der Gefährdeten geschützt. Etwas zu unternehmen würde doch nur heißen, dass die Gefährdung zugegeben wird und Haftungsansprüche berechtigt wären. Die ganze Angelegenheit ist doch beste Münchner Freiheit!

Entwicklungsstadium der zwei Schlangen im Eisbach
Entwicklungsstadium der zwei Schlangen im Eisbach
Schlange mit neuen Körperteilen
Schlange mit neun Körperteilen
Versteckte und getarnte Schlange
Versteckte und getarnte Schlange
Deutlich erkennbare Schlange
Deutlich erkennbare Schlange
Die Schlange ist ein Kriechtier.
Diese Schlange ist ein Kriechtier, das sich am Eisbach durch den Metallzaun zwängen muss.
Geglückte Flucht vor den gefährlichen zwei Schlangen
Geglückte Flucht vor den gefährlichen zwei Schlangen
Für die Flucht braucht man Hilfe oder Muskeln.
Für die Flucht braucht man Hilfe oder Muskeln.
Nahrung für die Schlangen
Nahrung für die Schlangen
Nachschub für die Schlangen
Nachschub für die Schlangen
Rückzug der Schlangen
Rückzug der Schlangen
Rückzug als Wanderschlange oder Aufbruch zur Trambahnschlange
Rückzug als Wanderschlange oder Aufbruch zur Trambahnschlange
Fast kommt es zu einer dritten Schlange vor der Tivolibücke.
Fast kommt es zu einer dritten Schlange vor der Tivolibücke.
Die erste Schlange ist die ordentlichste.
Die erste Schlange ist die ordentlichste.

Wer meine Ophiologie nicht glaubt oder sein Wissen vertiefen möchte, schaut sich alle 80 Fotos zur Schlangenkunde im Eisbach vom 15. Juli 2023 im hier verlinkten Fotoalbum an und lädt sie herunter. Interessierte Personen und Medienmitarbeiter können die Bilder aus dem Album ohne Anfrage und lizenzfrei verwenden, damit die Problematik mit den Versäumnissen der Stadtverwaltung in der Öffentlichkeit bekannt wird. Ein Screenshot dieses Hinweises reicht als Nachweis über die Bildrechte. Das Album hat eine bedingungslose Lizenz, kein Copyright, CC0

Am Eisbach hat im Verantwortungsbereich der Stadt eine Entwicklung stattgefunden, die gesundheitsschädlich bis tödlich ist. Niemand kann sich ausreden, nichts gewusst zu haben. Dieser Beitrag zeigt das Ausmaß der Versäumnisse. Die folgenden Archivbilder sollen aufwecken.

Wasserschlange mit Schwimmhilfen
Wasserschlange mit Schwimmhilfen
Chaotische Schlange beim Kampf um die Leiter
Chaotische Schlange beim Kampf um die Leiter
Schlangenflüchtling und Schlangenbändiger
Schlangenflüchtling und Schlangenbändiger
Wanderschlange an der Theodorparkstraße
Wanderschlange an der Theodorparkstraße

Nachtrag am Dienstag, dem 9. Juli 2024

Nach Medienberichten war der Student Nithin Thomas Alex (26) zuletzt am Samstag, dem 29. Juni 2024, nach der zweiten Eisbachwelle vor der Oettingenstraße gesehen worden.

Danach schwamm oder trieb er lebendig oder tot an den Eisbachschlangen vorbei. Spaziergänger fanden seinen Leichnam am Samstag, dem 6. Juli 2024, an der Wasserwalze vor dem Hilton Hotel im Tucherpark. Erst am Dienstag, dem 9. Juli 2024, wurde die Leiche identifiziert.

Der Todesfall ereignete sich im städtischen Verantwortungsbereich des Eisbachs. Den Angehörigen wird das öffentliche Mitgefühl ausgedrückt. Ein solcher Tod ist aber auch eine Anklage gegen die Verantwortlichen. Wie viele Tote benötigen Politik und Verwaltung der Stadt, um aktiv zu werden? Niemand kann behaupten, nichts gewusst zu haben.

Über dem städtischen Eisbachteil und vom Balkon aus entstand am Nachmittag des Todestages die folgende Fotogalerie. Für die weitere mediale Berichterstattung haben die Galerie-Fotos vom Todestag des Studenten eine bedingungslose Lizenz, kein Copyright, CC0.

Nachtrag am Mittwoch, dem 31. Juli 2024

Am Vormittag des 31. Juli 2023 berichten alle Münchner Tagesmedien von einem fast tödlichen Unfall in der Wasserwalze im Tucherpark – hier zwei Archivfotos von der Unfallstelle. Eine Woche danach wird vom Tod des Verunfallten berichtet.

Lebensgefährliche bis tödliche Wasserwalze im Tucherpark – Aufnahme in Strömungsrichtung des Eisbachs
Lebensgefährliche bis tödliche Wasserwalze im Tucherpark – Aufnahme in Strömungsrichtung des Eisbachs
Eisbachgefälle mit tanzendem Ball im Tucherpark – Aufnahme gegen die Strömungsrichtung
Eisbachgefälle mit tanzendem Ball im Tucherpark – Aufnahme gegen die Strömungsrichtung

Als Anbieter dieser Internetseite bemerke ich Ereignisse im Eisbach, weil die Aufrufzahlen ungewöhnlich ansteigen. Die städtischen Verantwortlichen für Gewässer und gesundheitliche Gefahren schlafen aber trotz der zahlreichen Medienberichte weiter. Jede Veränderung würde nur auf Haftungsfragen hinweisen und muss deshalb unterbleiben.

Nachtrag im Juli 2024

Django und der Eisbach-Hintern
Link zu Django und der Eisbach-Hintern

Wieder ist es zu einer fragwürdigen Sensation gekommen. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich für die Beiträge mit den Schreischwimmern und den Schlangen interessiert. Für die vielen Aufrufe wird natürlich gedankt. Sie galten aber nicht dem Geschrei und den Gefahren, sondern den falschen Verdächtigungen der Lügen-Zeugin, Jelena Hofmann, wegen nicht möglicher Fotos ihres Sohns sowie der Herstellung und Verbreitung von Pornografie.

Sogar die Staatsanwaltschaft hat dem widersprochen. Es waren nämlich keine sexuellen Handlungen abgebildet, sondern nur ein nackter Hintern beim Ankleiden – eine Szene, die häufig am Eisbach zu sehen ist. Mehr dazu ist bei Django und der Eisbach-Hintern zu erfahren. Wegen Lärm und Lügen wird angenommen, dass sich die Eisbachschlangen vermehrt hatten. Möglicherweise bezogen sie ein neues Revier in der nahen Gaststätte Tivo in der Oettingenstraße 74. Tivolifoto wird über die falschen Schlangen berichten.

Nachtrag im November 2024

Die Denunziation vom Tivo
Link zur Denunziation vom Tivo

Das Löwenmaul am Dogenpalast in Venedig ist zum Symbol für Denunziation geworden, weil man anonyme Anzeigen einwerfen konnte. Wer heute denunziert, zeigt jemanden aus persönlichen, niederen Beweggründen bei der Polizei an. Darunter versteht man beispielsweise, sich zu rächen, jemanden zu hassen, für jemanden Schaden zu bewirken oder sich zulasten anderer zu bereichern.

Der Beitrag behandelt die Denunziation durch Jelena Hofmann von der Gaststätte Tivo, die nach Anzeigen wegen Lärmbelästigung gegen einen Anwohner vorging. Der Autor verteidigt sich gegen falsche Vorwürfe der Kinderpornografie und beschreibt die rechtlichen Auseinandersetzungen. Die Hinweise auf Gaststättenlärm und falsche Verdächtigungen dienen zur Information der Öffentlichkeit.

Nachtrag im August 2025

Der gesundheitsschädliche Lärm in den Wohnungen des Freibads Eisbach wird nach wie vor von der Stadtverwaltung geduldet. Tote oder Verletzte beim Eisbachschwimmen sind 2025 bislang nicht bekannt geworden. Die Lärmbelastung für die Anwohner gleicht den Vorjahren und nimmt nach meiner Wahrnehmung ab 2004 immer weiter zu.

Lediglich die Trambahn-Rückfahrt und der Lärm von der Haltestelle sind 2025 wegen Gleisarbeiten nicht möglich. Ohne Trambahn-Lärm ist das Wohnen am Tivoli deutlich angenehmer. Der Schienenersatzverkehr funktioniert zuverlässig. Von mir aus kann der Bus den Schienenverkehr dauerhaft ersetzen. Leider haben die Tram, das Schwimmen und Surfen im Eisbach den Status einer heiligen Kuh in München. Die geschädigten Anwohner würden sie sofort schlachten.

Ich glaube den Berechnungen nicht, dass Busse mit Anschaffung, Unterhalt und Betrieb teurer sind als Trambahnen, die mit Schienen zusätzliche Kosten verursachen. Vermutlich werden die Stadtbewohner genauso belogen, wie beim Tivoliskandal. Die Trambahn ist rot-grüne Ideologie in München und ein veraltetes Verkehrsmittel im Blick auf Individualisierung und Digitalisierung, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit der Mobilität.

Wer so wie ich zwischen zwei Kurven einer Trambahnlinie wohnt, weiß um die Nachteile und die Lärmverschmutzung, z. B. nerviges, lautes Quietschen und Pfeifen, ständige langfristige Unterbrechungen wegen Gleisarbeiten, kurzfristige Störungen bei Veranstaltungen, Unfällen oder Falschparken.

Nachtrag Ende Mai 2026

Interner Link zur Vertiefung des Missstands im Beitrag „Der Münchner Trambahn-Wahn“
Trambahn-Freifahrt im städtischen Freibad Eisbach

Interner Link zur Vertiefung des Missstands im Beitrag „Der Münchner Trambahn-Wahn“
Trambahn-Freifahrt im städtischen Freibad Eisbach

E-Mail-Bitte um die Beantwortung von Fragen zur Trambahnlinie 16 von der Tivolistraße zum Zentrum am 01.06.2026 an kundendialog@mvg.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

wegen der Hitzeperiode an Pfingsten 2026 ist im Eisbach Hochbetrieb – bedauerlicherweise auch in der Trambahn und auf dem Bahnsteig Tivolistraße stadteinwärts. Wenn ich an der Haltestelle stehe, sind mir natürlich die Positionen für den Einstieg an den Türen bekannt und ich bevorzuge die vorletzte Tür für einen bestimmten Sitzplatz.

Am Pfingstmontag 2026 war der Bahnsteig mit Eisbachschwimmern überfüllt. Die Trambahntür öffnete sich direkt vor mir. Mein erwünschter Platz war frei. Natürlich hielt ich mich als alter Mann beim vorsichtigen, langsamen Einsteigen an der Stange im Türbereich fest und betrat als Erster das Fahrzeug. Da wischte rechts von mir ein nur mit Badehose bekleideter Jugendlicher vorbei und setzte sich auf den von mir angesteuerten Platz.

Meine erboste Aufforderung, sich zu schleichen, ließ den Flegel ungerührt. Er blieb stur sitzen. Eine Dame bot mir den freien Platz hinter dem Unhold an. Ich nahm an, setzte mich und beschimpfte den rücksichtslosen Widerling vor mir. Die anderen Fahrgäste bekundeten ihr Verständnis für meinen Ärger. Meine Schimpfkanonade beendete ich mit dem frommen Wunsch, dass ihn der Blitz beim Sch… treffen soll. Woraufhin großes Gelächter bei seinen umstehenden jugendlichen Mitschwimmern entstand.

Auf meine Vorhaltung, ohne Fahrschein zu fahren, behauptete der Mistkerl das Gegenteil. Sogar bei der Feststellung, den Sitz einzunässen, widersprach er mir, trotz seiner nassen Haare.

Nachdem die Eisbachschwimmer die Trambahn an der Prinzregentenstraße verlassen hatten, prüften andere Fahrgäste den Sitz und stellten fest, sich nicht setzen zu können, weil er nass war. Und die MVG lässt das zum Nachteil der zahlenden Fahrgäste zu.

Dieser Bericht vermittelt zwei Aspekte: das Fehlverhalten eines jungen Mannes gegenüber einem alten Mann und das Versagen der MVG zum Schutz der zahlenden Fahrgäste. Meine MVG-Jahreskarte und die Eigenschaft als langjähriger Münchner Bürger berechtigen mich zu den folgenden Fragen an die Münchner Verkehrsgesellschaft. Bitte antworten Sie auf jede Frage einzeln, ohne allgemeine Aussagen zum Sachverhalt.

  1. Wie schützt die MVG Fahrgäste am Bahnsteig der Haltestelle Tivolistraße stadteinwärts vor Überfüllung durch die Eisbachschwimmer?
  2. Wie verhindert die MVG die Überfüllung der Trambahnen zwischen Tivolistraße und Prinzregentenstraße durch die Eisbachschwimmer?
  3. Was unternimmt die MVG zum Schutz der Fahrgäste vor Belästigung und rüpelhaftem Verhalten der Eisbachschwimmer während der Fahrt?
  4. Warum gestattet die MVG das Schwarzfahren der Eisbachschwimmer im Widerspruch zu den Beförderungsbestimmungen?
  5. Wie verhindert die MVG nasse Sitzplätze durch die Nutzung der Eisbachschwimmer?
  6. Wie werden Fahrgäste vor den Rutsch- und Verletzungsgefahren durch die nassen Fußböden wegen der Eisbachschwimmer in der Trambahn geschützt?
  7. Warum bleiben Trambahnen an der Haltestelle Tivolistraße nicht stehen, solange Belästigung, Rücksichtslosigkeit, Überfüllung und Gefahren für Fahrgäste bestehen?
  8. Warum schließen Trambahnfahrer die Eisbachschwimmer nicht von der Beförderung aus, obwohl sie dazu berechtigt wären?

Bei anderen Gefahren für die Fahrgäste, bleibt eine Trambahn üblicherweise so lange stehen, bis das Problem vorüber ist. Gegen Schwarzfahren werden Kontrollen und Bußgelder angedroht und durchgeführt. An der Haltestelle Tivolistraße und in den dortigen Trambahnen herrscht bei Badewetter Chaos.

Das Fehlverhalten in städtischen Verkehrsmitteln wird mit Karikaturen und mit Comic-Videos bekämpft. Im nördlichen Lehel auf der Trambahnlinie 16 stadteinwärts duldet die MVG einen Ausnahmezustand, der sich jeden Sommer zulasten der Anwohner und zahlenden Fahrgäste steigert.

Mit freundlichen Grüßen
Josef Maria Wagner

PS: Bei der folgenden Fahrt benutzte ich den vorderen Einstieg, weil der dortige Bahnsteigteil frei von Eisbachschwimmern war. Als die Trambahn einfuhr, wechselte aber eine unterkühlte Badehorde über die Gleise, die sich vorher auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der Sonne aufgewärmt hatte. Vermutlich kannte der Fahrer diese Verkehrsgefährdung, weil er nicht bimmelte und besonders langsam in die Haltestelle fuhr.

Ich setzte mich mit dem Rücken zur Fahrerkabine. An der vorderen Tür entstand ein Tumult mit Geschrei. Jugendliche hielten sie auf, damit weitere herbeilaufen und zusteigen konnten. Der Fahrer öffnete die Kabine und schrie, dass die Tür frei bleiben müsse und dass das kein Spaß sei. Der große Platz hinter der Fahrerkabine war mittlerweile von einer triefenden Menge überfüllt. Die Jugendlichen hatten sich in die Gänge gedrängt, und die Trambahn fuhr etwas verspätet ab.

Plötzlich fängt ein Vollpfosten neben mir im Gang an, mit den Händen die Haare zu raufen und den Kopf zu schütteln wie ein Hund. Wassertropfen spritzen über mich. Der dumme, rücksichtslose Kerl zwang mich zu einem spontanen Geschimpfe. Der Boden wurde vollständig nass.

Wegen der Überfüllung konnte an der Haltestelle Paradiesstraße an den vorderen beiden Türen niemand zusteigen, an den weiteren vermutlich ebenfalls nicht. Nach dem Ausstieg der Horde sah man die Bescherung am Boden. Ich verzichtete darauf, zu fotografieren, weil die Nässe leicht vorstellbar ist.

Der nasse Trambahnboden zwang die einsteigenden und aussteigenden Fahrgäste an der Haltestelle Lehel zu langsamen, schreitenden und vorsichtigen Gehbewegungen, um nicht auszurutschen. Sie verhielten sich, wie im Wasser zu waten.

Beim Einsteigen am Isartorplatz rief ein Kind im Wagen zur Mutter, die den vorderen Bereich für Kinder und Behinderte nutzte, warum hier nass sei. Ich dachte mir, diese Frage auch an die MVG zu stellen, die nicht einmal die Plätze für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer freigehalten und stattdessen gefährliche Rutschbahnen zugelassen hatte.

Mit diesen Berichten, der Zusendung an die MVG und den möglichen Fortsetzungen kann niemand die Unwissenheit über die Zustände, Gefährdungs- und Gefahrenlagen behaupten. Die Gesetzbücher und Bestimmungen sind voll mit Abhilfen. Mich wundert nur, dass noch keine Haftungsklagen bekannt geworden sind.

E-Mail-Antwort: Ihre Mitteilung vom 01.06.2026 #

Guten Tag Josef Maria Wagner,

danke für Ihre Mitteilung vom 01.06.2026.

Grundsätzlich gilt:

Die MVG weist ihre Fahrgäste regelmäßig darauf hin, dass Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr unerlässlich ist. Dazu gehört insbesondere, dass Fahrgäste nur in geeigneter Kleidung die Fahrzeuge nutzen und keine nassen oder verschmutzenden Gegenstände auf Sitzplätzen hinterlassen. Zudem ist für jede Fahrt ein gültiger Fahrschein erforderlich.

Fahrgäste, die sich nicht an diese Regeln halten oder andere belästigen, können vom Fahrpersonal angesprochen und im Einzelfall auch von der Beförderung ausgeschlossen werden. Ebenso werden durch Kontrollen Maßnahmen gegen das Fahren ohne gültigen Fahrschein durchgeführt.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Hinweise, die dazu beitragen, die Situation weiter zu beobachten und zu verbessern.

Freundliche Grüße

Ihr Kundenservice der MVG
MVG – Fahr deinen Weg
Telefon: 0800 344 22 66 00 (gebührenfreie Servicenummer)
kundendialog@mvg.de
http://www.mvg.de

Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG), Emmy-Noether-Straße 2, 80992 München; Geschäftsführer: Ingo Wortmann (Vorsitzender), Veit Bodenschatz, Alexandra Diessner, Oliver Glaser, Dr. Gabriele Jahn; Sitz München; Registergericht München HRB 140 658; Aufsichtsratsvorsitzender Oberbürgermeister Dominik Krause

Die Datenschutzhinweise der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) finden Sie unter https://www.mvg.de/datenschutzhinweise-der-mvg.html

Diese E-Mail samt Anlagen ist vertraulich und nur für den genannten Menschen bestimmt. Sollten Sie diese E-Mail-Nachricht versehentlich erhalten haben, informieren Sie uns bitte und löschen Sie diese E-Mail. Es ist nicht zulässig, unbeabsichtigt erhaltene Informationen Dritten zu offenbaren, sie zu kopieren, weiterzuleiten oder in sonstiger Weise zu verwenden.

Meine Meinung: Die Antwort spricht für sich und gegen die MVG. Ich werde nämlich mit Textbausteinen zu Grundsätzen abgespeist. Die MVG schützt nicht vor Körperverletzungen wegen der Rutschgefahren, duldet Betrug, Belästigung, Rücksichtslosigkeit, Überfüllung und weitere Gefahren. An der Haltestelle werden sogar Todesgefahren in Kauf genommen. Muss der erste Todesfall wirklich passieren?

Einladung zu Kommentaren und Grüßen

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