Die Münchner Taufe

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Diese Taufe dauert etwa 900 Meter im Wasser. Sie ist wie bei manchen Kindstaufen mit lautem Geschrei verbunden, erfolgt aber vorwiegend mit Jugendlichen. Bei Temperaturen über 30 Grad kann man sogar von einer Massentaufe sprechen. Die Begeisterungsrufe der Täuflinge sind dann ganztägig zu vernehmen, sofern dieses Bedürfnis nicht vormittags in der Schule befriedigt werden muss. Aber das ist ein anderes Thema. Eltern und Schulen haben jedoch die Pflicht und Verantwortung, Belehrungen zur Vermeidung von Gefahren durchzuführen. Dieser Beitrag soll nicht als Werbung für die Münchner Taufe, sondern als Dokumentation meines Erlebens in der nahen Wohnumgebung verstanden werden. Gelegentlich berichten Münchner Tageszeitungen über das Für und Wider dieser Nutzung des Eisbachs. Von amtlicher Seite gibt es Verbotsschilder und Verbotsverordnungen, die aber nicht durchgesetzt werden. Es handelt sich nämlich um eine Münchner Tradition, die seit Generationen stattfindet.

Der erste Teil der Kulthandlung hat wie schon erwähnt vorwiegend mit Wasser zu tun, der zweite Teil mit Beförderung oder vielleicht sogar mit Erschleichung derselben. Dieser Tatbestand ist offensichtlich, weil die Bekleidung der Täuflinge wegen des Wassers angemessen knapp ist. Die Beförderung eines Fahrscheins ist somit nicht möglich. Das ist natürlich ein himmelschreiendes Unrecht. Diese Taufe ist deshalb keine religiöse Kulthandlung. Ein kultisch begangener Übergangsritus zur Aufnahme in eine Gemeinschaft kann wohl ebenfalls nicht gemeint sein. Erwachsener oder Münchner wird man auch ohne diese Taufe. Die Handlungen sind keine Mutproben, weil sie bei angemessenen Bedingungen in Massen durchgeführt werden. Das heißt aber nicht, dass damit keine Gefahren verbunden sind. Körperverletzungen sind möglich, werden jedoch kaum öffentlich bekannt. Die amtlichen Verbote haben wohl mehr mit den Bereichen Haftung und Versicherung zu tun. Meine eigene Münchner Taufe fand problemlos als junger Student statt. Weil ich mittlerweile den Eisbachgrund und das nicht nur jugendliche Wegwerfverhalten kenne, würde ich heute aber Badeschuhe tragen.

Dass man beim Schwarzfahren im Rahmen der Taufe erwischt wird, ist unwahrscheinlich. Man kann den Eindruck haben, dass das Kontrollpersonal diesen Streckenabschnitt eher meidet. Vielleicht sollte man aber den Münchner Verkehrsverbund auf diese absolut sichere Einnahmequelle hinweisen. Da bloß zwei Stationen mit der Trambahn betroffen sind, handelt es sich leider nur um eine Kurzstrecke. Der Aufwand für wasserdichte Fahrscheine wäre zu bedenken. Unsportlich und für die Allgemeinheit unverträglich ist die Benutzung von gepolsterten Sitzplätzen mit nasser Badekleidung. Dieses Übel ist für andere Fahrgäste sogar nach der Weiterfahrt in andere Stadtteile erst bei Berührung mit dem Hinterteil bemerkbar.

Jetzt wollen Sie sicher wissen, was mich aktuell veranlasst, über diese Münchner Taufe zu schreiben. Während ich diese Zeilen verfasse, höre ich einige Stockwerke unter mir im Eisbach die Schreie der Entzückung und des Hochgenusses der gerade vorbeitaufenden Jugendlichen. Ich genieße diese Äußerungen der Lebensfreude und sehe mich dankenswerterweise angetrieben bei den heutigen Tropentemperaturen eine Fotostrecke zum Eisbachbaden zu erarbeiten. Hintergrund ist auch, dass mein Internet-Angebot in diesen Tagen bevorzugt mit Suchbegriffen wie Eisbach, Baden oder Eisbachwelle gefunden wird.

Ich beginne meine Fotostrecke mit der weltberühmten Eisbachwelle. Dann wird der Einstieg in die Taufhandlungen gezeigt. Ein erster Höhepunkt ist die Bewältigung der Eisbachbiegung vor einer Unterwasser-Mauer und dem Tivoli-Wasserfall bei der Ableitung des Schwabinger Bachs. Jetzt folgen zwei Brücken, an denen man sich festhalten oder die Taufhandlung durch Ausstieg unterbrechen kann. Hier lauern zwei Gefahren: Bei Überfüllung wird man durch den Berührungskontakt mit nachtreibenden Täuflingen weitergeschwemmt. Bei zu langem Festhalten an den Brücken kann man Teile der Badebekleidung verlieren. Der nächste Höhepunkt ist die Passage der zweiten Eisbachwelle an der Ableitung zum Oberstjägermeisterbach. In Erinnerung an das ehemalige Dianabad aus dem 19. Jahrhundert heißt es hier Dianaschwelle oder wegen der verminderten Sensation auch Babywelle. Hier gibt es eine Leiter zum Ausstieg, den Ableitungskanal zum Umgehen der Welle oder die Möglichkeit, dass sich Surfer und Täuflinge durch Gesten und Zurufe verständigen.

Jetzt geht es unter der Brücke an der Oettingenstraße weiter in den Wohnbereich des nördlichen Lehels. Die Anwohner freuen sich über das Geschrei der Getauften und sind froh, wenn diese baldmöglichst mit der Trambahn die Rückfahrt antreten. Wer den Rückweg zu Fuß bewältigen will, kann sich im Cafe und Restaurant Paradiso in der Lerchenfeldstraße mit einer Pizza Togo versorgen und die Verpackung sowie sonstigen Müll dann auf der Wiese am Einstieg zur Taufe für die Entsorgung durch das verantwortliche Parkpersonal liegen lassen – so wie man es in der Schule vom Reinigungspersonal her gewohnt ist. Umweltschutz und Arbeitsplätze sind doch wichtig.

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Münchner wissen, was es hier zu sehen gibt. Für Touristen ist das eine Weltsensation.

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Fotos von den weltbekannten Eisbachsurfern dürfen in keiner Sammlung fehlen.

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Man beachte die Bedeutung des Müllsammelns und der Plakatwerbung an dieser Stelle.

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Zuschauertrübine, Eisbachwelle, Surferschlange und Liegewiesen sind überfüllt…

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…da muss man doch in den Eisbach und somit in die Münchner Taufe einsteigen.

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Kopfsprünge in den Eisbach sind nicht nur grober, sondern lebensgefährlicher Unfug.

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Man kann auch ganz normal in das Wasser steigen und sich im Stehen treiben lassen.

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Bemerkenswert ist, welchem dichtem Treiben man dann mit dem Einstieg entkommt.

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Und schon wird man von einer Biegung, einer Mauer und einem Publikum erwartet.

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Die Anlage des Tivoli-Wasserfalls von 1815 erinnert an ein romantisches Naturgemälde.

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Eine Unterwasser-Mauer schützt davor, nicht in den Wasserfall getrieben zu werden.

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Aufenthalt, Wasserspiele oder sogar Sprünge am Tivoli-Wasserfall sind gefährlich.

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Rückkehr vom Schwabinger Bach und vom Tivoli-Wasserfall zur Münchner Taufe

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Nach Mauer und Wasserfall lassen sich die Täuflinge auf die erste Brücke zutreiben.

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Hier kann man aussteigen oder sich festhalten bis man weitergetrieben wird.

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Rückweg von bereits getauften Fußgängern über die erste Brücke zur Einstiegswiese

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Weiter geht es auf der Eisbachstrecke bis zur zweiten Brücke an der Himmelreichstraße.

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Hier sucht ein akrobatischer Springer die Gelegenheit, sich sein Genick zu brechen.

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Einige junge Herren warten darauf, ihre groß dimensionierten Badetextilien zu verlieren.

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Eine Hand wird zum Festhalten der Badebekleidung benötigt, bis man weggetauft wird.

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Jetzt wird die zweite Welle passiert. Durch Gesten und Zurufe gibt es keine Probleme.

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Man kann auch durch den Kanal für die Ableitung des Oberstjägermeisterbachs gehen.

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Dianaschwelle oder zweite Welle können durch eine Ausstiegsleiter umgangen werden.

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Das Miteinander von Schwimmern und Surfern scheint problemlos zu funktionieren.

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Zwischendurch sollte man nicht vergessen, dass man sich in der herrlich gestalteten…

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…und über 200 Jahre alten Parklandschaft des Englischen Gartens in München befindet.

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Jetzt werden zwei Ausstiegsleitern und eine Kette unter der Tivolibrücke bedeutsam.

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Nach dem Ausstieg beginnen einige den Rückweg zu Fuß, andere gehen zur Trambahn.

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An der Haltestelle Tivolistraße kommt es zu Versammlungen der meisten Täuflinge.

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Alle Getauften benutzen keine Sitzplätze und haben eine Monatsfahrkarte zu Hause.

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Die Trambahn kommt an der Haltestelle Nationalmuseum und Haus der Kunst an.

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Vollständig Getaufte werden für eine neue Runde in die Münchner Freiheit entlassen.

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Jetzt kann man sich im Kiosk Fräulein Grüneis mit Proviant oder Eis versorgen.

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Eine andere Möglichkeit ist der Eismann auf der Brücke über den Schwabinger Bach.

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Der Schwabinger Bach eignet sich eher für Wasserscheue.

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Hinweis: Zum Thema gibt es seit 2015 auch Fotos im Beitrag Sommer im Park.

There are 33 comments

  1. Udo

    Sepp du hast dich wieder einmal, selbst übertroffen und wie recht du hast mit dem lauten Geschrei der Täuflinge. Doch was soll es, es ist halt eine schöne wenn auch gefährliche Lebensart. Bis bald im Paradiso beim gemütlichen Bier.

    1. Sepp

      Lieber Udo, vielen Dank für den freundlichen Kommentar. Vielleicht erinnerst Du Dich, dass wir uns am zweiten Tag meines Foto-Vorhabens auf dem Weg am Eisbach getroffen haben. Ich war der mit dem nassen Hemd und dem Fotoapparat. Außerdem danke ich Dir hier nochmal öffentlich für die Aufnahme unseres Fotos im Tivoli nach der Fahrradtour am 10. April 2010 um genau 15:44:08 Uhr. Schließlich ist doch mein Online-Portrait daraus geworden. Du bist ja selber drauf. Wer hat denn das Foto gemacht? Herzliche Grüße, Sepp

      1. rrhwsf

        … und was ich vor lauter Begeisterung vergaß: Ich habe selten so eine gelungene Fotostrecke gesehen. Und im Zusammenhang mit dem einleitenden Text ist es noch mal so gut!

        1. Josef

          Das freut mich. Ich bin gerade auf der Seite und danke für diese Bewertung. Schau Dir doch mal die PDF-Datei an und hör meine Musikempfehlung. Du findest beides mit den Symbolen in der ersten Textzeile. Herzliche Grüße vom Tivoli, Josef

  2. B.

    Lieber Josef,
    deine Begeisterung für München teile ich ohnehin schon, aber durch deine Bild- und Textbeiträge wird sie nochmals gesteigert. Es fällt mir schwer, meine eigene Zuneigung zu dieser Stadt (als Zugereister, bloß nicht weitersagen! ;-)) zutreffend auszudrücken. Deine Arbeiten kommen dem, was München ausmacht, meines Erachtens sehr nahe. Soweit Worte und Bilder das eben können.

    Was ich aber ganz besonders und in aller Deutlichkeit loben möchte, ist die geradezu hegel’sche Dialektik der Ausführungen. Du schaffst es, das Schöne und das Schreckliche, das Für und Wider, Freude und Ärgernis auszudrücken und damit die Welt zu beschreiben, wie sie ist. Nämlich nicht einseitig, nicht deutlich, nicht klar, sondern ambivalent. Das ist hier am Exempel ‚Eisbach‘ dargestellt, gilt aber für vieles, wenn nicht für alles.

    Mit dieser Ambivalenz umzugehen halte ich für ganz schön schwer. Denn des einen Hoffnung ist des anderen Sorge. Aber in München scheint das immer wieder gut zu funktionieren: der Bombenkrater wurde zugeschüttet, aber die Mountainbiker und BMX-ler arrangieren sich in gegenseitiger Rücksichtnahme mit Kleingärtnern, die sogar Wasser zur Befestigung der dirt tracks bereitstellen. Baden im Eisbach ist verboten, aber niemand kommt auf dem Paragraphen angeritten…

    Was ich sagen will: bitte, liebe Leute, schaut wie Josef auf beide Seiten der Medaille. Denn dann funktioniert all das was Spaß macht auch morgen noch: Baden im Eisbach, Grillen am Flaucher, Feiern, Oktoberfest, …

    Herzlichen Dank, Josef und beste Grüße
    B.

    1. Josef

      Lieber B., vielen Dank für diesen Kommentar und das Lob, welches mich sehr freut. Meist entwickelt sich ein Thema bei mir gefühlsmäßig und unkompliziert, weil ich einfach nur unterhalten und erfreuen möchte. Manchmal dauert es Wochen, bis ich fertig bin. Dann geht es wieder in einer Nacht. Mein Vermögen ist die Freiheit, die man natürlich für die Betrachtung der beiden Seiten braucht. Der große Philosoph Karl Valentin hat eine dritte Seite hinzugefügt: die positive, die negative und die komische. Mit der Fotografie könnte man sogar eine vierte Seite benennen, welche dann die Schöne heißt. Herzliche Grüße vom Tivoli, Josef

    1. Josef

      Ganz schön was los im Eisbach und dann im Englischen Garten. Heute Abend spielen Cagey Strings im Biergarten am Aumeister und morgen Flat Out im Biergarten in der Hirschau. Herzliche Grüße vom Tivoli in München nach Kreta, Josef

  3. Franka

    Hach, das ist jetzt sicher besonders aktuell, nicht nur am Eisbach, sondern hier bräuchten wir auch so etwas, jetzt, wo der richtige, wunderschöne Sommer eingekehrt ist. Herrliche Fotos hast du gemacht, die diese Münchner Besonderheit in allen Facetten zeigen. – Im Bikini in die Straßenbahn? – *staun*
    Grüße aus Köln, Franka

    1. Josef

      Ich freue mich, dass Dir die Fotos gefallen. Eine junge Münchnerin würde aber niemals im Bikini in eine Straßenbahn einsteigen, höchstens in eine Trambahn. Grüße aus München, Josef

  4. Elke Bitzer

    Lieber Josef,

    diese Fotostrecke hat mich einerseits begeistert und andererseits erschreckt. Begeistert hat mich deine gut erklärte Fotostrecke, die es erst nachvollziehbar macht, was dort geschieht. Erschreckt haben mich die turnerischen Leistungen, die die Jugend auf dem Weg ins Wasser vollbringt.
    Fasziniert hat mich aber auch diese Freude, die aus den Gesichtern der Teinehmer/innen spricht.

    Danke für diese schöne Traditionsbeschreibung.

    Liebe Grüße
    Elke

    1. Josef

      Liebe Elke, vielen Dank für Deine Begeisterung und die Bewertung des Beitrags. Es freut mich, dass Dir der Artikel gefällt, obwohl Du München vermutlich kaum kennst. Spricht man von Münchner Tradition, dann ist wohl mehr die Weitergabe des kulturellen Erbes gemeint. Du hast aber recht. Die Jugend übernimmt hier Handlungsweisen von vorherigen Generationen. Ob die jedoch gänzlich damit einverstanden sind, ist eher fraglich. Oft wird vergessen, dass man selbst einmal jung, begeisterungsfähig und risikobereit war. An diesen Tropentagen wäre aber wohl ganz München am liebsten in den Eisbach gesprungen. Herzliche Grüße von München nach Leverkusen

  5. ladyfromhamburg

    Lieber Josef,
    ich bin wieder sehr angetan von deinem Blogpost! Was für eine gelungene Kombination aus Informativen, doch zugleich unterhaltendem Bericht und unheimlich vielfältigen, doch vor allem auch überaus lebendigen Fotos!
    Es hat mir sehr gefallen!

    Liebe Grüße
    Michèle

    1. Josef

      Liebe Michèle, ich freue mich, dass es Dir gefallen hat. Du verwendest eine Reihe von Wörtern in Deinem Kommentar, die mir zum heutigen Tagesabschluss sehr gut tun und mich für Morgen sicher zu neuen Ideen und Fotos anregen werden. Vielen Dank für den freundlichen Kommentar und herzliche Grüße von München nach Hamburg, Josef

  6. Elisabet

    Lieber Josef, als ich bei den doch recht hohen Temperaturen im Tivoli war hörte ich die vielen jungen Menschen im Eisbach und musste sofort an dich denken. Teilweise quickte es und die Buben gaben ihre lachenden Kommentare ab. An der Tramstation standen unzählige tropfende junge Menschen und meine Überlegung ging tatsächlich in die Richtung – wo ist die Fahrkarte -. Denken musste ich deshalb an Dich, da ich überlegte, ob du Freude an der lautstarken Gaudi hast oder ob es dich eher nervt. Interessant finde ich, dass eine Woche später diese sehr gelungene und aussagekräftige Fotostrecke erschien. Ich bin als sehr junge Frau 1975 erstmals in den Eisbach gestiegen und fand es herrlich. Für ein paar Jahre war das Einsteigen in den Eisbach Pflicht, bis unsere Clique zersprengte. Genial wie du dieses Münchner Treiben mit dem Namen „Münchner Taufe“ titulierst. Hat großen Spaß gemacht die Bilder anzuschauen und den Text zu genießen.

    1. Josef

      Liebe Elisabeth, ich freue mich, dass Dir der Text und die Fotos gefallen. Die Bezeichnung Münchner Taufe stammt aber nicht von mir. Man findet sie bei Sueddeutsche.de am 4. Juni 2009 als Antwort auf die Frage, was ein echter Münchner gemacht haben muss und am 8. Juni 2010 unter München-Guide – Pflicht für Münchner – Gebrauchsanweisung für echte Münchner – Im Eisbach baden und mit der Tram zurückfahren. Weitere Quellen im Internet sind Biergartler.de am 22. April 2011 mit dem Titel “Wos a echter Münchner duad” und das Mongdrazal Quiz vom 29. Juni 2011. Ich wollte aber die Begriffe Pflicht und echter Münchner vermeiden, weil ich Verständnis habe, wenn jemand nicht in den Eisbach steigen will, darf oder kann. Wer diese Begriffe auch nur zur Gaudi verwendet, wird theoretisch mitverantwortlich, wenn etwas passiert. Du hast diese Art von Verpflichtung oder von jugendlichem Gruppendruck ja selbst erlebt. Vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar und herzliche Grüße vom Tivoli nach Johanneskirchen, Josef

  7. zwoavomwoid

    Lieber Josef,

    dank Deiner sehenswerten Fotostrecke zur Münchner Taufe wissen wir nun wieder ganz genau weshalb wir die Waldeinsamkeit vorziehen… 😉
    Eisige Bäche gibt es auch hier und gelegentlich begeben wir uns auch als unerschrockene Täuflinge in die versteckt liegenden Fluten böhmischer Wasserläufe.

    Es grüßen die zwoa vom Woid aus der Sommer“frische“ – bei aktuell 8 Grad Plus…

    Stephan und Lucie

    1. Josef

      Liebe Stephan und Lucie, so einen Betrieb am Eisbach gibt es nur an ein paar Tagen im Jahr. Bei den heutigen 17 Grad sehe und höre ich keine Täuflinge. Ein richtiger Bach in freier Natur hat natürlich ganz andere Erlebensqualitäten. Bemerkenswert ist aber, dass die Fotostrecke in einer Entfernung von 1000 Metern zum Mittelpunkt einer weltbekannten Großstadt beginnt. Vielen Dank für die freundliche Bewertung der Fotos und herzliche Grüße in den Bayerischen Wald, Josef

  8. Marion

    Lieber Josef,
    ach weißt du, von Mode, Kult oder Trend ganz abgesehen fasziniert es mich, wie sich die Surfer auf diesem winzig kleinen Stück Wasser einfach mit geübtem und geschicktem Körpereinsatz „behaupten“. Das ist für mich immer wieder ein Augenschmaus.
    Danke für die Korrektur, der Mühlbach ist’s also. Und wie ich lese, ist das Freibad Floriansmühle schon lange zu, sollte angeblich anderer sportlicher Nutzung weichen, was aber scheinbar nicht geklappt hat.
    Liebe Grüße ins – wenn ich einer Freundin glaube – heute winterliche München 😉
    Marion

    1. Josef

      Bitteschön, das freut mich. Ich gehe aber davon aus, dass es eher „am Eisbach“ heißen müsste. Herzliche Grüße vom Tivoli in München nach Köln, Josef

  9. freiedenkerin

    Geniale Fotos, und eine ebensolche Berichterstattung, lieber Josef! Immer mit einem schelmischen Augenzwinkern – und doch teilweise voller Besorgnis und Ernst…
    Bravo! ♥

    1. Josef

      Vielen Dank, aber jetzt übertreibst Du. Das geniale überlese ich und das dazugehörige schelmische ist doch dem Thema angemessen. Ich freue mich, dass dieser Beitrag gerade Dir als Münchnerin gefällt. Herzliche Grüße vom Tivoli in die Maxvorstadt, Josef

  10. ute42

    Aha, wieder etwas gelernt 🙂 Eine gefährliche Tradition, wie ich finde. Die Jugend scheint allerdings einen Riesenspaß dabei zu haben, wie deine Bilder zeigen. Deinen Bericht muss man zweimal lesen, um auch das mitzubekommen, was zwischen den Zeilen steht. Hervorragend geschrieben, mein Kompliment.
    Den Englischen Garten möchte ich in diesem Sommer unbedingt noch besuchen und bin nun bestens informiert, sollte ich „Täuflingen“ begegnen.

    1. Josef

      Jetzt hast Du mich mit den „Täuflingen“ sogar selbst zum Lachen gebracht. Außerdem hast Du recht. Es steht sehr viel zwischen den Zeilen. Es freut mich besonders, dass Du es verstanden hast. Ich bin ständig zwischen der Sachlichkeit und der Ironie hin und her gesprungen – so wie zwischen der Gaudi und der Gefahr. Vielen Dank für das Kompliment. Herzliche Grüße vom Tivoli in München, Josef

  11. Marion

    Lieber Josef,

    da ist dir ein besonderes Schmankerl gelungen, sogar oder gerade für mich als Münchnerin ;). An der Eisbachwelle war ich natürlich öfter als Zuschauer, auch mit Bekannten aus der Schweiz, die was von München sehen wollten. Aber drin in dem Wasser war ich nie. Nur im Freibad der Floriansmühle versuchte ich in einem besonders heißen Sommer als Kind mal den Eisbach, der ja da durchfließt. Einmal und nie wieder, eisig eben!

    Schon wieder tropische Temperaturen in München? Davon sind wir noch etwas weiter weg hier im Mittelland der Schweiz.

    Schön, die ganzen Badenden, die ich im Lauf der Jahre immer mal wieder gesehen habe, nun besser zu verstehen. Das ganze Geschehen ist mir ziemlich neu :).

    Liebe Grüße nach München
    Marion

    PS: Ach so, die Gefahr… Die dürfte nicht zu unterschätzen sein, wenn man der Gewässer unkundig ist. Im Lauf der Jahre gab es immer wieder Meldungen von Todesfällen, auch wenn es sich meist um alkoholisierte Touristen handelt, die aber eben die Gefahr unterschätzen.

    1. Josef

      Liebe Marion, vielen Dank für Deine freundliche Bewertung des Beitrags als Schmankerl. Ich habe bislang die Eisbachwelle fast ein wenig bewusst vernachlässigt, weil mir die Attraktivität nicht ganz verständlich ist. Außerdem halte ich nicht viel von Mode, Kult und Trend. Die Fotos des Artikels stammen natürlich nicht von dieser Woche, sondern von den Tropentagen in der letzten. Ich darf mir eine kleine Richtigstellung zu Deinem Kommentar erlauben. Der Eisbach fließt schon vor dem Oberföhringer Stauwehr in die Isar zurück. Durch das ehemalige Freibad Floriansmühle fließt der Mühlbach, welcher eine Ableitung des Schwabinger Bachs ist. Alles ist aber eiskaltes Isarwasser. Da hast Du recht. Auch Dein Hinweis auf die Gefahr ist sehr angebracht. Herzliche Grüße vom heute gar nicht so tropischen Münchner Tivoli in das Mittelland der Schweiz, Josef

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