Oide Wiesn 2013

Jetzt biete ich eine Fotostrecke an, mit der ich nicht ganz zufrieden bin. In Erwartung von Essen, Trinken, Unterhaltung und Musik im Herzkasperlzelt ging ich meist sehr schnell über die Oide Wiesn. Dabei machte ich aber dennoch etliche Bilder, die ich hier herzeigen möchte. Es ist jedoch schon Mitte November, und die Oide Wiesn 2013 ist längst Geschichte. Deshalb hätte ich die Erarbeitung dieses Beitrags fast aufgegeben und mich lieber einem neuen Thema zugewandt. Schließlich schaffte ich es aber doch noch, meine geplante Oide-Wiesn-Trilogie für 2013 fertigzustellen.

So genannte nostalgische oder historische Volksfeste oder Teile davon erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weil sie natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Es muss nicht immer alles größer, höher und schneller werden. Wir haben auch eine Vergangenheit, an der wir uns erfreuen können und gerne wollen. Oder anders gesagt: Entwicklungen können auch in eine falsche Richtung gehen.

Menschliche Vernunft kann aber Gegenbewegungen auslösen. Das ist mit der Oidn Wiesn passiert. Dieser Teil des Oktoberfests entstand durch den großen Erfolg der Historischen Wiesn 2010 anlässlich des 200jährigen Jubiläums des Oktoberfests. Dann kam 2011 die erste Oide Wiesn. Das Zentrallandwirtschaftsfest 2012 verhinderte eine Folgeveranstaltung. 2013 gab es die zweite Oide Wiesn. Im Bewusstsein der Münchner und Bayern etablierte sich dieser neue Festteil als positiv, weil man mit etlichen sensationssüchtigen und saufwilligen Besuchern, die vermutlich daheim keine solchen Veranstaltungen haben, immer weniger Gemeinsamkeiten entwickelte.

Jetzt haben wir den Salat. Traditionsbetriebe gibt es auf der Wiesn und auf der Oidn Wiesn. Bei der Jugend spricht sich herum, dass man auf der Oidn Wiesn auch Party machen kann. Erfreulicherweise hörte ich beim Verlassen des Fests von neben mir gehenden weiblichen Jugendlichen im Kampfdirndl die Aussage, dass es doch peinlich wäre, wenn man über einen Wiesnbesuch berichten müsste, man wäre im Museumszelt gewesen. Ein Taxifahrer meinte, für die Jugend zählt nur die große Wiesn. Meine Fotostrecken weisen aber auf neue Entwicklungen hin.

Die Besucherzahlen näherten sich 2013 etwa einem Verhältnis von eins zu zehn an. Die Preisgestaltung für Essen und Trinken war gleich. Bei den historischen Fahrgeschäften gab es den Symbolpreis von einem Euro. Die Oide Wiesn hatte einen Zaun und einen Eintrittspreis von drei Euro. Bevor ich mich jetzt weiter über die Problematik von einem oder zwei Volksfesten auslasse, zeige ich lieber meine Eindrücke, die meist in einem schnellen Vorbeigehen entstanden.

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Bavaria von 1850 mit 18,52 Metern und Holzriesenrad von 1921 mit 17 Metern

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Historisches Calypso von 1958 auf der Oidn Wiesn und Riesenrad auf dem Oktoberfest

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Biergarten vor dem Festzelt Tradition mit Musik- und Tanzbühne sowie Erntekrone

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Blaskapelle und Musikverein Harmonie Neubiberg aus dem Südosten Münchens

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Münchner Oktoberfest Musikanten, Wolfgang Grünbauer und Gigi Pfundmair im Festzelt

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Musikkapelle Rottenbuch aus dem Oberland hier mit der Roattabuachar Bauramusi

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Antlaß-Schützen-Kompanie Benediktbeuern-Ried im Festzelt Tradition

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Im Humoristischen Velodrom eiern kuriose Fahrräder, während das Publikum gackert.

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Im Museumszelt gibt es Historisches, das man nicht unter freiem Himmel zeigt.

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Die Blaskapelle Moorenweis bei den Urwalddämonen vertreibt das Riesenkrokodil.

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Die Funktionsweise der Konzertorgel kann man durch die offene Hintertür betrachten.

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Bei Dunkelheit mit Licht und lautem Klang ist diese Konzertorgel sehr beeindruckend.

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There are 15 comments

  1. Elisabet Ludwig

    Hallo Josef, ich kann mich den Kommentaren der anderen nur anschließen. Mir gefallen besonders die Nachtbilder. Da kann ich die Stimmung des Festes fast körperlich spüren. Hast Du auch Bilder vom Maßkrugrennen? Es freut mich, dass Du uns immer wieder an Deinem Hobby teilhaben lässt.

    1. Josef

      Liebe Elisabet, mein Begleittext ist zutreffend. Die Motive boten sich im Vorbeigehen an. Ich kann mir vorstellen, was ein Maßkrugrennen ist, aber gesehen habe ich noch keines. Die Nachtbilder sind kleine Geschenke nach dem Motto zur richtigen Zeit mit der Kamera am richtigen Ort. Würde man gezielt danach suchen, käme man in die Nähe von Oktoberfest-Kitsch mit Stromverschwendung. Mir gefallen diese Bilder aber auch besonders, weil sie mir zufällig über den Weg gelaufen sind. Vielen Dank für Deinen Kommentar und herzliche Grüße vom Tivoli, Josef

  2. zwoavomwoid

    Lieber Josef,
    wieder einmal reiht sich ein fotografisches Schmankerl an das nächste.

    Und das gelang Dir im „schnellen Vorbeigehen“, quasi aus „der Hüfte heraus“? Da sieht man’s mal wieder: Wer ko‘, der ko‘!
    Respekt!,sog’n mia und neigen unser Haupt.

    Deine Aufnahmen nebst Begleittext ermuntern uns dazu, einen Besuch auf der „Oid’n Wies’n 2014 ins Auge zu fassen – und das will was heißen, bei uns zwei „Stimmungskanonen“…

    Herzliche Grüße aus der „Einsiedelei“ 😉

    Stephan und Lucie

    1. Josef

      Liebe Stephan und Lucie, ich erwidere die Verneigung und freue mich über Eure Absicht, einen Oidn-Wiesn-Besuch 2014 ins Auge zu fassen. Dabei gebe ich zu, dass mir einige Bilder gelungen sind. Häufig nehme ich Anmutungsqualitäten erst hinterher wahr. Oft halte ich einfach drauf und erwarte ein angenehmes Ergebnis. Wie Ihr wisst, helfe ich auch ein wenig mit Bildbearbeitung nach. Vergleicht einmal die Farben der Oktoberfest Musikanten mit denen der Roattabuachar Bauramusi. Da liegen Welten dazwischen. Der nachträgliche Weißabgleich bei unterschiedlicher Beleuchtung ist ein Teufelsspiel. Wenn ich mich aber fertig fühle, dann freue ich mich über anerkennende Kommentare. Vielen Dank und herzliche Grüße von der heutigen Einsiedelei am Münchner Tivoli in Eure Zweisiedelei im Bayerischen Wald, Josef

      1. zwoavomwoid

        Das „Teufelspiel“ mit dem Weißabgleich fällt aber erst auf, wenn man bewußt drauf achtet – uns geht es zumindest so. Beide Varianten haben unserer Meinung nach das gewisse Etwas. Besonders gelungen finden wir die Detailaufnahmen bei den Oktoberfestmusikanten. Der Glanz der Instrumente und die Spiegelungen darin „haben was“, was nur schwer in Worte zu fassen ist, aber Bilder sind ja auch eher für die Augen gedacht 😉

        Viele Grüße aus’m Woid

        Stephan und Lucie

  3. ladyfromhamburg

    Lieber Josef, die Oide Wiesn spricht mich wesentlich mehr an. Schöne Szenen hast du dort (selbst wenn du sagst, sie sind im Vorbeigehen entstanden) eingefangen! Alte Spiele ausprobieren, die wackligen Fahrräder testen … das hätte schon etwas.
    Freidenkerins‘ Bedenken bezüglich der Darstellung von Personen auf Fotos habe ich auch, doch wahrscheinlich sind sie tatsächlich gar nicht immer nötig. Die Rechtslage sieht das hingegen wieder sehr viel strenger. SIe hält mich dann doch in Fällen ab, wenn ich keine Chance sehe, einzelne Genehmigungen einzuholen und es eben nicht nur wahllos in die Masse fotografiert ist.

    1. Josef

      Liebe Michèle, ich freue mich dass Dir meine Eindrücke von der Oidn Wiesn gefallen. Bedenken über die Rechtslage habe ich auch. Deshalb behaupte ich einfach, dass ich alle Leute gefragt habe. Wenn sich diese nicht an die Zustimmung erinnern können, dann kann ich nichts dafür. Wir sind hier private Anbieter ohne wirtschaftliche Interessen. Wir können uns genau soviel trauen, wie öffentlich-rechtliche Medien – vielleicht sogar noch ein wenig mehr, weil wir ohne Werbung keine Gewinnabsicht haben. Rechtslagen entstehen in gesellschaftlichen und zeitlichen Zusammenhängen. Wir sollen uns an dem freuen, was wir wahrnehmen und herzeigen können. Herzliche Grüße von München nach Hamburg, Josef

      1. freiedenkerin

        Lieber Josef, darf ich deinen Ausspruch „Wir sind hier private Anbieter ohne wirtschaftliche Interessen. Wir können uns genau so viel trauen wie öffentlich-rechtliche Medien…“ auf meinem Blog zitieren? Ich stecke da nämlich grad mittendrin in einer recht lebhaften Debatte mit einem Mitblogger über das sogenannte Persönlichkeitsrecht…

  4. freiedenkerin

    Ich seh schon, ich muss beim nächsten Oktoberfest unbedingt einen Ausflug auf die Oide Wiesn machen… Kaum zu glauben, dass das jetzt schon wieder so lange her ist…
    Auf meinem Blog hatte ich grad mal wieder das Thema Urheberrecht im WWW. Da wiesen mich einige Kommentatoren/innen freundlich darauf hin, dass es an sich untersagt sei, ohne Erlaubnis der betreffenden Personen Aufnahmen von diesen zu veröffentlichen. Mir widerstrebt es aber stets ganz enorm, bei solchen Bildern, die ich ja auch gelegentlich online stelle, die Gesichter zu verpixeln. Hattest du eigentlich schon mal Probleme mit Jemanden, der sich hier wiedererkannt hat, und von dir forderte, sein Konterfei zu entfernen?
    ♥liche Grüße!

    1. Josef

      Probleme hatte ich nicht. Wenn ich aber Privatpersonen hervorhebe, dann frage ich vorher. Schau doch einfach im Bayerischen Fernsehen, wie die Profis an der Kamera damit umgehen. In meinen ersten Beiträgen war ich viel zu ängstlich. Jetzt weiß ich, dass sich die Leute freuen, wenn sie hier im Rahmen einer Situation vorteilhaft abgebildet werden. Mitwirkende bei Veranstaltungen wollen gerne fotografiert werden, sonst würden sie nicht teilnehmen. Zuschauer bei einer Veranstaltung gehören zur Situation oder zum Panorama. Die Oide Wiesn 2014 wartet auf Dich. Herzliche Grüße vom Tivoli in die Maxvorstadt, Josef

  5. ute42

    Vielleicht kommt es irgendwann so weit, dass die Münchner auf die Oide Wiesn gehn und die Touristen aufs Oktoberfest. Mir persönlich würde diese alte Wiesn besser gefallen. Schöne Eindrücke hast du mitgebracht.

    1. Josef

      Dieser Rückzugs- oder Erneuerungsbereich von Münchnern und Bayern ist bereits Wirklichkeit. Mit Deiner Vermutung und dieser Bewertung gehörst Du aber auch dazu. Herzliche Grüße vom Tivoli in München, Josef

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