Altbayerische Onlineschau zwischen Gaudi und Grant

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Inhalt
Die Überschrift der neuen Tivoligeschichten verweist auf die Volksfrömmigkeit in Altbayern. In zahlreichen Kapellen und Kirchen finden sich Votivtafeln mit Inschriften, dass ein Heiliger geholfen hat. Natürlich kann ich den Aloisius nicht heiligsprechen, außerdem gibt es schon einen Heiligen mit diesem Namen. Ich weiß sogar seinen Namenstag, den 21. Juni, weil meine Mutter Aloisia oder Luise seinen Namen trug.
Mein Aloisius ist nicht im Himmel, sondern ein irdisches Kind des Humors, den uns der liebe Gott geschenkt hat, damit wir Freude, Genuss und Gaudi im Leben haben. Dazu bietet die katholische Kirche etwa 800 Heilige an. Hinzu kommen Personen, die in Altbayern fast wie Heilige verehrt werden, z. B. die sechs Brunnenheiligen auf dem Viktualienmarkt und der Engel Aloisius. Ludwig Thoma hat den Münchner im Himmel 1911 erfunden. Tivolifoto lässt ihn wiederauferstehen.
Seit ich mich mit dem Aloisius beschäftige, passieren eine Reihe von denkwürdigen und bemerkenswerten Ereignissen, die aber alle gut ausgehen, z. B. Zwoate Hoamat Mini-Hofbräuhaus. Alle Menschen erleben Aloisius-Geschichten. Mit einer solchen und der folgenden Aloisios-E-Mail ist das Beitragsbild zustande gekommen.
Lieber Sepp,
heute habe ich mal eine Aloisius-Geschichte (auch wenn sie nichts mit dem Dienstmann Alois Hingerl zu tun hat):
Gerade habe ich den Müll in den Keller getragen. Wie so oft sind neben den Papiertonnen Bücher gelegen. Da ich es schade finde, wenn Bücher einfach so entsorgt werden, schaue ich solche Bücherstapel immer durch, ob etwas Brauchbares dabei ist. Neben schlecht erhaltener Trivialliteratur, die wirklich in die Tonne gehört, waren auch ein paar „Gebetbücher“ dabei. Diese habe ich mitgenommen und durchgeblättert, ob sie einigermaßen komplett sind.
Und bei was bleibt mein Finger beim Durchblättern hängen? Beim Aloisiuslied (siehe Anhang). So hatte ich heute auch einen Aloisius-Moment.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
Viele Grüße
Stefan

Mehrmals wöchentlich radle ich wegen der Fitness vom Wohnhaus in den Englischen Garten zum Haus der Kunst, dann zum Aumeister und zurück zum Tivoli. Fahre ich an Wochenenden, nutze ich meist den frühen Vormittag, weil der Betrieb auf den Wegen ab Mittag ständig zunimmt.
Am Samstag, dem 5. April 2025, fuhr ich ausnahmsweise erst um 13:00 Uhr los. Die Fußgänger waren noch erträglich. Nach der Brücke über den Oberstjägermeisterbach beim Kiosk Am See Einlauf bremste ich, weil freilaufende Hunde eine wilde Jagd veranstalteten. Und schon war es passiert. Ein großer Retriever sprang rückwärts in meinen Hinterreifen. Erschrocken schlingerte ich vom Weg ab, fiel aber nicht hin und hielt an. Sofort winkte ich dem Hundebesitzer, der herkam und nach meinem Befinden fragte.
Ich zitterte und hatte nicht mal die Kraft, zu schimpfen. Eine vergleichbare Situation mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür fiel mir vor 14 Jahren ein. Damals war ich aber hingefallen, schimpfte die Verursacherin, konnte allerdings unverletzt weiterfahren. Den Achter im Hinterrad hatte ich erst später bemerkt. Leider ließ ich mir von der Dame keine Kontaktdaten geben. Aus der Situation war die Tivoligeschichte Zufälle und andere Fälle entstanden.
Beim aktuellen Unfall untersuchte ich das Hinterrad und glaubte, eine unrunde Drehung festzustellen. Der herbeigeeilte Hundebesitzer stimmt mir zu. Ich fragte ihn, ob er versichert sei. Er verneinte, war der Aussprache nach ein Wiener und wollte mir seine Handynummer geben. Ich bestand auf seiner Anschrift. Um sie zu notieren, gingen wir zum nahen Kiosk Am See Einlauf.


Der Hundehalter wollte mir sogar seinen Ausweis zeigen, aber ich vertraute ihm. Stefan M. aus Margareten gab mir auch eine E-Mail-Adresse, die das Geburtsjahr 1990 beinhaltet. Immer noch zitternd und aufgeregt, wies ich auf die Leinenpflicht für Hunde im Englischen Garten hin. Der Unfall war ihm peinlich. Die Reparatur wollte er bezahlen, wenn ich ihm die Rechnung schicke. Ich hielt ihm vor, was alles hätte passieren können.
Bei der Weiterfahrt bemerkte ich die Auswirkungen des Achters nicht. Trotzdem hielt ich an der nächsten Parkbank und untersuchte das Hinterrad genau. Es zeigte Auffälligkeiten, aber keinen Grund, die Fahrt abzubrechen. Vermutlich war meine Wahrnehmung durch den Schock und die Aufregung immer noch beeinträchtigt. Die Unannehmlichkeiten der bevorstehenden Reparatur ärgerten mich. Für den glimpflichen Ausgang des Unfalls dankte ich meinem Schutzengel.
Am darauffolgenden Montag war wieder Fitness-Radltag, mein Ärger verflogen, der Radlauf rund. Auf einer Bank am Schwammerlweiher im nördlichen Englischen Garten untersuchte ich nochmals das Hinterrad. Jetzt erkannte ich den Schaden. Die Schutzbleche und der Gepäckträger waren verzogen, die Speichen, die Felge und der Rahmen aber unbeschädigt.
Der Eindruck des Eierns oder Achters war nur durch Verschmutzungen entstanden. Meine anschließenden Biegeversuche des Schutzblechs blieben erfolglos. Erneut ärgerte mich die notwendige Reparatur. Ich hatte aber niemanden, dem ich das Ungemach berichten und nach einer Werkstatt fragen konnte.
Da fiel mein Blick auf den Mann, der immer auf der runden Bank des Schwammerls sitzt. Ich fühlte mich angezogen, grüßte und sprach ihn an. Er hatte meine Untersuchungen beobachtet, hörte den Unfallbericht an und empfahl mir ein Fahrradgeschäft in Altschwabing.

Zum ersten Mal nahm ich den Mann aus der Nähe wahr, weil ich ihn sonst nur von einer Parkbank aus sah. Er hatte langes Haar, ein Stirnband und legere Kleidung.
Genussvoll drehte er sich eine Zigarette, stand auf, ging ein paar Schritte, spuckte aus, kam zurück und sah sich das Hinterrad an. Gemeinsam stellten wir fest, dass sich die Verbiegungen nicht zurückbiegen ließen.
Plötzlich wich er einen Schritt zurück, winkelte ein Bein an und trat mit voller Kraft gegen den hinteren Fahrradteil. Erschrocken prüfte ich das Ergebnis. Der Gepäckträger und das Schutzblech waren wieder gerade. Er lachte und meinte nur: „Des hats braucht“. Zufrieden nahm er seinen Platz wieder ein und zündete sich die selbst gedrehte Zigarette an.
Mein Dank sei übertrieben, meinte er, weil gar nichts gewesen war. Die ungewöhnliche Fahrradreparatur und der jetzt überflüssige Werkstattbesuch freuten mich sehr. Beim nächsten Besuch des Hippies am Schwammerlweiher dankte ich ihm nochmals mit einer Großpackung Merci-Schokolade, die er jetzt ebenfalls erfreut in seinem Rucksack verstaute.


In der Folgezeit ratschte ich oft mit dem Hippie. Er erzählte mir, dass er den Schwammerlweiher als seine Bühne verstehe. Ständig kommen wechselnde Darsteller, z. B. Spaziergänger, Radler, Hunde, Libellen und Raben. Die vier Revier-Raben kennt er persönlich mit Namen und weiß um ihre Familiengeschichte.
Beim Unfall glaubte ich noch an den Schutzengel, bei dieser ungewöhnlichen Reparatur fiel mir der Aloisius ein, wie er im Himmel auf den Roten-Radler-Engel schimpfte. Ich glaubte, dass er mir geholfen hatte, und begann, die Ereignisse mit dem Titel „Aloisius hat geholfen“ aufzuschreiben.
Und sollte der Aloisius nicht für die Hilfe verantwortlich gewesen sein, dann hat er mich zumindest zu diesen Geschichten inspiriert. Wer jetzt denkt, der Aloisius ist doch nur ein Gaudi-Engel, den ein bayerischer Heimatschriftsteller erfunden hat, der irrt.
Dieses Mal hat er es besonders gut gemeint mit mir. Eigentlich müsste ich mit ihm hadern, weil er mich nicht vor einem Radl-Unfall beschützt hat. Er kann allerdings nichts dafür. Ich habe den Sturz selbst verschuldet. Zur Hälfte war aber auch die Stufe verantwortlich, die den Parkplatz am Kleinhesseloher See vor dem Fußweg am Seehaus begrenzte. Das Übel befand sich am Parkplatzausgang beim Restauranteingang.
Ich fuhr gerade darauf zu und erblickte den pompösen Eingang. Auf die Idee, zum Boden zu schauen, war ich nicht gekommen. Und schon lag ich auf demselben. Schließlich bin ich ja ein Hans-guck-in-die-Luft und noch mit dem Struwwelpeter aufgewachsen. Bekanntermaßen kehrt man im Alter wieder in die Kindheit zurück.
Meine Versuche, aufzustehen, scheiterten, weil sich das Fahrrad zwischen den Beinen befand. Als die drei Engel heranschwebten, sah ich wohl ziemlich dumm aus der Wäsche. Sie boten mir Hilfe an und schritten gleich zur Tat. Eine packte mich am linken Arm, die andere am rechten und die Dritte hielt das Fahrrad fest.
Jetzt hätte ich fast vergessen, zu schreiben, dass es sich bei den drei Engeln um drei junge, besonders attraktive Damen handelte. Sie hoben und zogen mich vom seitlichen Liegen auf Halbmast, mit angewinkelten Knien. Ich bat um noch mehr Anstrengung, bis ich schließlich wieder die volle Länge erreichte. Allein hätte ich es vermutlich nur schwer geschafft.
Dann fragten sie mich, ob ich verletzt sei. Ein paar blaue Flecken wird es schon geben, meinte ich, dankte ihnen und setzte meinen Weg etwas benommen fort. An das Fahren war vorerst nicht zu denken, weil ich mir zunächst die leicht schmerzenden Beine vertreten wollte.
Ich schob das Fahrrad am Seeufer entlang durch den Biergarten und stieg bei der Sckell-Säule wieder auf – natürlich nicht, ohne einen Blick auf einen meiner Lieblingssprüche zu werfen: Der Staub vergeht, der Geist besteht. Daran denke ich immer, wenn die Wohnung vom Staub zu befreien ist.
Bei diesem Ereignis war aber mein wichtigster Gedanke, dass ich wieder einen Schutzpatron hatte, der mich vor schlimmeren Folgen bewahrt hatte. Die drei Engel fielen mir ein. Es war bedauerlich, dass ich Ihnen nichts geschenkt hatte. Nach kurzer Fahrt setzte ich mich zur Erholung auf die Parkbank gegenüber dem Kiosk Am See Einlauf und beobachtete das dortige Treiben. Da fielen mir drei junge, herankommende Damen auf. Das müssten sie sein, dachte ich – meine drei Retter. Aufgeregt nahm ich aus dem Geldbeutel drei Visitenkarten von Tivolifoto und wollte sie zu einem Getränk oder Eis einladen.

Bei dem folgenden kurzen Gespräch dankte ich nochmals und erzählte, dass ich Geschichten schreibe und das heutige Erlebnis in meinem Internetangebot veröffentlichen werde. Sie zeigten sich interessiert und erfreut, nahmen aber meine Einladung nicht an. Sogar das angebotene Geld für eine spätere Erfrischung lehnten sie ab. Ich konnte ihnen also nichts schenken.
Als ich berichtete, dass mir der Münchner im Himmel drei Engel geschickt hat, lachten sie und freuten sich auf die Geschichte – meine drei Engel. Seid gegrüßt, bleibt so, wie ihr seid, die besten Wünsche für euren Lebensweg. Wenn ihr mir schreibt und Euch traut, lade ich Euch auf einen Hofbräuhausbesuch ein.
Der Aloisius hat mich selbstverständlich nicht auf den Boden befördert, sondern vor Schlimmerem bewahrt und mir gleich drei Engel geschickt. Die waren aber auch notwendig, um mein Gestell von der Waagerechten in die Senkrechte zu bringen. Aloisius sei Dank. Sogar dem Fahrrad ist nichts passiert. Die Abschürfung am Knie und der geprellte Oberarm sind bald vergessen, die Geschichte bleibt und wird zu Warnung für jeden Hans Guck-in-die-Luft.



Einige Zeit später machte meine rechte Schulter erneut Bekanntschaft mit dem Boden. Allerdings nicht mit einem Parkplatzboden, sondern mit dem Boden im Linienbus 132 am Isartor. Wie üblich stieg ich am Montag, dem 14. Juli 2025, einige Minuten nach der planmäßigen Abfahrt um 16:34 Uhr an der zweiten Tür ein, sah rechts auf der linken Seite eine freie Vierer-Sitzgruppe und setzte mich. Völlig verblüfft fand ich mich auf dem Boden wieder. Es hatte gekracht und die Sitzbank hatte mich dorthin befördert. Trotz des lauten Knalls in geringer Entfernung war der Busfahrer losgefahren, statt anzuhalten, um nach dem Rechten zu sehen und zu helfen. Vermutlich hatte er den Unfall im Rückspiegel oder auf dem Videomonitor gesehen.
Mein Sturz war so elegant, dass ich nur leichte Schmerzen fühlte. Zwei neben mir sitzende ältere Damen redeten besorgt auf mich ein. Eine junge Frau kam von hinten auf mich zu und wollte mich hochheben, was ihr aber nicht gelang. Ich besann mich auf meine Putzerfahrungen und bewegte mich auf die Knie. Mithilfe der jungen Dame kam ich in die Senkrechte, um gleich wieder auf den gegenüberliegenden, Sitzplatz zu fallen. Schließlich fuhr der Bus während des ganzen Vorgangs.
Ich dankte meiner Helferin, die mich besorgt fragte, ob ich Schmerzen habe. Mein Befinden war aber bis auf den Schreckzustand zufriedenstellend. Bei der Betrachtung meiner Umgebung sah ich etliche Metallteile, die mich schwer hätten verletzen können, wenn mein Kopf dagegen gestoßen wäre. Der Busfahrer hatte auf den Vorfall trotz Knall, Video und Rückspiegel nicht reagiert.
An der Endhaltestelle im Tal, kurz vor dem Marienplatz, ging ich zum Fahrer, berichtete von meinem Unfall und bat ihn, sich den Sitz anzusehen. Etwas widerwillig verließ er seine Kabine und begutachtete die Sitzbank.
Er bemerkte nur: „Bus Werkstatt.“ Ich redete auf ihn ein, dass er so nicht weiterfahren kann, damit nicht noch jemand stürzt. Schließlich verließ ich empört den Bus, weil sich der nur wenig Deutsch sprechende Fahrer uninteressiert und abweisend verhielt. Vermutlich ist er weitergefahren, weil sich der Bus wieder füllte. Möglicherweise war dem Fahrer die defekte Sitzbank vorher schon bekannt, und sie hat weitere Unfälle bewirkt.
Mein Ziel war der beliebte Paprikaspeck in der Metzgerzeile. Die dortige Verkäuferin hörte sich meine Geschichte an und bemerkte nur: „Iaz geht’s beim MVV a scho los.“ Am Wirtshaustisch berichtete ich von meinen Erlebnissen und beschwerte mich aus Gaudi, weil ich doch wegen meiner kürzlichen Gewichtsabnahme von zehn Kilogramm gar nicht so schwer sein kann, dass eine Sitzbank bricht. Ich blickte zum Aloisius, dankte ihm für seinen Schutz und den einen helfenden Engel. Mehr hatte ich dieses Mal nicht gebraucht, weil kein Fahrrad zwischen den Beinen lag.
Ich werde diese Geschichte bei Tivolifoto veröffentlichen, sende sie aber vorher an kundendialog@mvg.de mit dem Betreff „Fahrgasterfahrung und Bitte um Stellungnahme“. Ein solcher Unfall kann für einen herzkranken Senior mit Geburtsjahr 1954 tödlich enden.Die MVG antwortete mit dem folgenden Text. Ich beantwortete die Frage und erhielt weiter nichts.
Guten Tag Josef Maria Wagner,
danke für Ihre Mitteilung vom 16.07.2025.
Die geschilderte Situation bedauern wir.
Unsere Fahrer*innen sind ein „Aushängeschild“ für München. Der weitaus größte Teil unserer Mitarbeiter*innen im Fahr-, Kunden- und Aufsichtsdienst versteht sich als Repräsentant unseres Unternehmens und verhält sich stets freundlich, besonnen und korrekt. Leider ist es aber einem geringen Prozentsatz des Fahrpersonals noch immer nicht bewusst, dass mit unhöflichen Äußerungen oder unkorrektem Verhalten, wie Sie dieses beschreiben, das Ansehen aller Kollegen und Kolleginnen geschädigt und unsere Kunden verärgert werden.
Von unserem Fahrpersonal erwarten wir einen verantwortungsbewussten Fahrstil. Unser eingesetztes Fahrpersonal sollte sich stets danach erkundigen, ob ein Fahrgast gestürzt sei oder ärztliche Hilfe benötigt, unabhängig davon, ob eine Gefahrenbremsung erfolgt ist. Falls der Fahrer einen Sturz oder ein ähnliches Ereignis nicht bemerkt hat, ist es immer ratsam, ihn darüber zu informieren. Der Fahrer hat dann die Möglichkeit, per Funk gegebenenfalls ärztliche Hilfe anzufordern oder den Vorfall auf seinem Fahrzeug zu melden. Unser Fahrpersonal ist dazu angehalten, jederzeit Hilfe zu leisten, wenn dies notwendig erscheint.
Gerne möchten wir Ihre Angaben an den zuständigen Fachbereich weiterleiten, damit der betreffende Fahrer ermittelt wird. Leider fehlen uns hierzu jedoch noch einige präzisere Informationen. Sie geben an, dass Sie um 16.34 Uhr am Isartor in den Bus eingestiegen sind. Allerdings ist der Bus zu diesem Zeitpunkt ohne Halt durchgefahren. Könnte es möglicherweise der Bus gewesen sein, der planmäßig um 16:34 Uhr an der Haltestelle Isartor halten sollte, jedoch erst um 16:40 Uhr eingetroffen ist?
Wir hoffen sehr, Sie künftig wieder zu unseren zufriedenen Fahrgästen zählen zu dürfen. Gute Fahrt mit unseren Bussen, Bahnen und dem MVG Rad.
Freundliche Grüße
Ihr Kundenservice
MVG – Die Mobilitätsmacher*innen
Telefon: 0800 344 22 66 00 (gebührenfreie Servicenummer)
Wie die bisherigen Geschichten zeigen, schützt Aloisius die Radler im Englischen Garten. Wer weiß denn überhaupt, was dort der größte Feind der Radler ist?
Im Volkspark hat der Wind ausgedient. Sogar der Berg fehlt. Die Hunde können nichts dafür, aber die Hundehalter sind es – dieses verantwortungslose Gschwerl.
Sie fahren mit dem Auto in die Gyßlingstraße, parken und lassen den Hund ohne Leine laufen. Der freut sich natürlich, aus der Enge der Großstadtwohnung entkommen zu sein, springt kreuz und quer, vor und zurück. Ein Radler wird dabei über den Haufen gerannt. Und was macht das Weibchen? Sie will vom Radler die Anschrift, falls der Hund sich verletzt hat. Wie es dem Unfallopfer geht, ist ihr egal. Hauptsache, der Hund hat seine Freiheit und ist gesund.
Das ist mir schon vor Jahren passiert. Außerdem werde ich laufend von kläffenden Hunden verfolgt, ohne dass es den Weibern gelingt, ihre Köter zurückzupfeifen. Besonders gefährlich ist die Umgebung des Mini-Hofbräuhauses, das ja für Hundehalter bekannt ist.
In München sind mehr als 40 000 Hunde gemeldet. Und die sind alle im Englischen Garten unterwegs, wenn ich meine Radlstunde habe. Mehrheitlich werden sie von verantwortungslosen Hundeweibern gehalten und dienen als Ersatz für Kinder.
Solche Äußerungen sind natürlich unsinnig. Sie sollen aber vor allem Damen provozieren, ihre Lieblinge artgerecht und sozialverträglich zu erziehen. Radler zu jagen, gehört bestimmt nicht dazu. Damen, die ihre Hunderl – oder Hündchen für die Preißn – gut erzogen haben, mögen mir diese Ausdrucksweise verzeihen. Herren mit einem potenziellen Wadlbeißer sind selbstverständlich ebenfalls zu kritisieren, allerdings nach meiner Erfahrung in der Minderheit.
Am Schwammerlweiher ist das Verhalten von Hundehaltern besonders auffällig und störend. Herrschsüchtige Hundeweiber brüllen ihrer Meute ständig laute Befehle zu und veranlassen sie damit zum Bellen. Die Ruhe in dieser Idylle wird gestört. Hunde werden ins Wasser gelockt oder getrieben und dürfen danach durchnässt und mit schmutzigen Pfoten auf die Bänke am Weiher springen. Sauber gemacht wird nichts.
Einmal trafen sich zwei preußische Herrenmenschen mit zwei Kötern, so groß wie Kälber. Alle vier blieben natürlich in der Mitte des Fahrweges stehen, damit sich die Lieblinge beschnuppern konnten. Aus Platzgründen wurde ich als Radler zum Absteigen gezwungen. Zudem empfiehlt sich Vorsicht, weil die Reaktionen der Viecher unberechenbar sind.
Am liebsten sind mir die Frauchen, die nicht neben dem Hund, sondern auf der anderen Straßenseite gehen. Sehen sie einen Radler, rufen sie den Hund zu sich, sodass er erst recht den Velocipedisten zum Bremsen oder Anhalten nötigt.
Eine weitere Unart ist das Stöckchenwerfen in der Nähe von Fahrwegen. Hunde denken natürlich, sie haben Vorfahrt beim Holen. Wird der Stecken oder das Steckerl nicht mehr benötigt, bleibt er oder es achtlos auf dem Weg liegen. Dort wird das Aporterl zum gefährlichen Hindernis oder führt zu Stürzen.
Kleinen Hunden kann man davonfahren. Bei großen Hunden wird das schwieriger. Jedenfalls erreichte ich ungeahnte Geschwindigkeiten, als ich beim Seitenblick einen großen schwarzen Fleck losspringen sah und jemand „Wotan zurück“ rief. Für das hohe Tempo hatte ich sicherlich einen Schutzengel.
Ärgern muss man sich viel über Hundehalter im Englischen Garten und natürlich auch darüber wundern. Fragt mich doch so ein Hundeweib empört, ob ich denn gerade da fahren müsse, wo ihr Hund läuft. Ohne zu antworten, bin ich weitergefahren und habe mich nur über die Dummheit gewundert.
Irgendwo war zu lesen, dass sich eine Dame beschwert habe, weil viele Radfahrer nicht wissen, dass sie bei Hunden bremsen müssen. Anscheinend war dem Weib die Leinenpflicht im Englischen Gasten nicht bekannt.
Ich werde bei angemessenen Geschwindigkeiten häufig durch freilaufende Hunde zum Bremsen und mehrfach durch bellendes Verfolgen zum Beschleunigen gezwungen. Einmal brachte mich ein plötzlich rückwärts springendes Tier zum Sturz. Die Besitzerin sorgte sich nicht um meine Unversehrtheit, sondern um die ihres Hundes. Sie erklärte das Verhalten des Tiers durch den Transport im Auto als verständlich.
Ich begreife es auch, bin aber ebenfalls aus verständlichen Gründen für die Einhaltung der Anlagenvorschriften für das Landschaftsschutzgebiet, die das Anleinen von Hunden und die strafrechtliche Ahndung von Ordnungswidrigkeiten beinhaltet.
Außerdem wären spezielle Hundewiesen zum Freilaufen sinnvoll. Hunde, die Radfahrer nötigen, gefährden oder verletzen, zeigen ein natürliches Verhalten. Das Problem liegt in der Rücksichtslosigkeit von Menschen. Fast nie erlebe ich eine Bitte um Entschuldigung. Einmal bekam ich die Empfehlung, dass ich doch anderswo fahren soll.
Der Englische Fußgänger- und Radlergarten entwickelt sich immer mehr zum Englischen Hundegarten.
In diesem Beitrag wird die abwertende Bezeichnung Weib nur für weibliche Hundehalter verwendet, die ihre Tiere nicht artgerecht halten und nicht verträglich erziehen. Alle anderen bitte ich, das Wort nicht als Beleidigung zu verstehen. Ich bin kein Hundehasser, kritisiere aber Personen, die verantwortungslos mit Hunden umgehen. Man erlebt aber als Radler im Englischen Garten auch viele rücksichtsvolle Hundehalter, die sich gemäß der Hundeverordnung verhalten.
Insgesamt müssen verantwortungslose Hundehalter mit den himmlischen Schimpfwörtern ermahnt werden. Überhaupt braucht man als Radler im Englischen Garten einen Schutzengel, wenn nicht gar einen Schutzpatron. Dafür eignet sich der Aloisius am besten, weil Radler viel schimpfen müssen – so wie der Münchner im Himmel.
Neben den Hundeproblemen lauern im Englischen Garten zahlreiche Gefahren für Radler. Bei der Vielzahl und dem ständigen Anwachsen von Schlaglöchern gleicht es einem Wunder, dass ich bisher nicht gestürzt bin – im Englischen Schlagloch-Garten. Hinzu kommen ungeeignete Beläge auf den Wegen. Die neuen kleinen Steine auf dem Forstweg zwischen der Staustufe Oberföhring und dem Entenfallweiher sind laut und haben einen erhöhten Rollwiderstand.
Sie bedrohen Radler wegen der Rutschgefahr. Es hat sich eine Mittelspur gebildet, die zusätzliche Probleme beim Überholen und Gegenverkehr bewirkt. Wird der Belag nicht beseitigt, gefährdet die Parkverwaltung die Radler vorsätzlich. Immerhin hat mich Aloisius bisher vor den Schlaglöchern und Stürzen auf den Wegen im Englischen Garten beschützt. Erschrocken und durchgeschüttelt worden bin ich aber schon oft.
Neulich habe ich mich mit Stefan am Chinaturm verabredet. Aus unserem Biergartentreffen wurde eine spontane Herrenrunde mit vier Niederbayern und einem Oberpfälzer – alle langjährige Wahlmünchner. Unser Gespräch war lebhaft, weil es um die Preise in den Münchner Wirtshäusern ging. Ich bemerkte einen Touristen, der sich schon eine Weile in der Nähe unseres Tisches aufhielt. Als ich ihn fragend anblickte, kam er an den Tisch und erklärte, dass er Schwabe sei und nur die bairische Sprache hören wollte. Wir stellten uns vor und er erzählte von seiner Absicht, den Münchner Engel im Hofbräuhaus zu besuchen.
Ich lobte sein Vorhaben und übergab ihm eine Aloisius-Figur mit der Visitenkarte von Tivolifoto. Beschenkt und erfreut ging er zu seinem Tisch zurück. Etwas später kam er mit seinem Fotoapparat zurück und berichtete, dass seine Begleiter schon auf meiner Homepage seien. Er machte etliche Aufnahmen von unserer Herrenrunde und freute sich, echte Bayern in diesem Touristen-Biergarten getroffen zu haben. Die Fotos wollte er an meine Homepage schicken. Das ist doch ein schönes Beispiel für die verbindende Wirkung des Aloisius. Leider hat der sparsame Schwabe die Fotos für sich behalten.
Ich bin kinderlos, schenke aber gerne etwas an Kinder aus dem Bekanntenkreis, obwohl ich sie nicht kenne.
Beispielsweise bekam der Radl-Woife von mir zwei Aloisius-Figuren-Sets für seine Enkel, deren Geschichten er häufig am Stammtisch erzählte.
Dem Stefan übergab ich eine Aloisius-Gruppe für seine Nichte, mit der Bitte, dass sie ihren Lieblings-Aloisius für mich zeichnet. Sie wählte den Genießer mit dem Maßkrug aus und Stefan schickte mir eine E-Mail mit dem Foto der Zeichnung.
Bei der späteren Übergabe der Zeichnung auf dem Papier berichtete er vom nachdrücklichen Auftrag der Nichte, ihren Aloisius nur an mich weiterzugeben.
Ich bekam sogar die Genehmigung für die Veröffentlichung. Jetzt ist das Kunstwerk in der weltweiten Öffentlichkeit des Internets zu sehen.
Sepp aus München dankt der lieben Marie aus Niederbayern für das schöne Geschenk.



Bei meiner Beschäftigung mit dem Aloisius ereignet sich nicht nur Denkwürdiges und Bemerkenswertes, sondern auch Alltägliches und trotzdem Erstaunliches. Wer kennt nicht den Ärger mit der Paketpost? Da ist man zu Hause und wartet auf den online angekündigten Boten, der aber nicht läutet, damit man das Paket an der Wohnungstür empfangen kann. Dann schaut man bei der Sendungsverfolgung im Internet nach. Dort heißt es, dass die Sendung erfolgreich zugestellt wurde.


Gezwungenermaßen schlüpfte ich in treppenhaustaugliche Kleidung, fuhr mit dem Lift ins Erdgeschoss und öffnete meinen Briefkasten. Auf einer DHL-Karte war zu lesen, dass die persönliche Zustellung leider nicht möglich war. Verärgert sah ich mich schon in der Schlange der nächsten DHL-Filiale stehen, als mein Blick auf ein an der Treppe abgelegtes Paket fiel. Ich konnte es kaum glauben. Der Aufkleber zeigte meinen Namen.
Erst hat der Bote nicht geläutet, dann wollte er mich zum Besuch der Filiale zwingen, und schließlich sah er ein, das Paket an der Treppe im Erdgeschoss abzulegen. Mein gewünschter Ablageort wäre eigentlich die Wohnungstür gewesen. Für Paketsendungen bin ich aber in der Regel immer anwesend.
Der Inhalt des Paketes war mir bekannt, den Gästen von Tivolifoto aber nicht. Um es spannend zu machen, stelle ich fest: Aloisius hat geholfen, und zeige den Inhalt nur mit Klick auf das Nachschauen.

Mit dem Aloisius-Titelbild habe ich meine Abneigung gegen Facebook überwunden. Die Gründe dafür brauche ich hier nicht zu wiederholen, weil sie allgemein bekannt sind.
Es gibt aber sehr viele Menschen, die diesen Dienst nutzen. Für diese möchte ich Facebook nicht von meinem Internetangebot ausschließen.
Ich danke dem Aloisius, dass er mich mit FB Purity von Werbung und Müll bei Facebook befreit hat – selbstverständlich auch dem Entwickler Stefe.

Mein Internetangebot ist für mich ein wichtiger Lebensinhalt geworden. Ich will damit kein Geld verdienen, sondern betreibe es nur wegen der Unterhaltung für mich und die interessierte Öffentlichkeit. Die Arbeiten für Tivolifoto übersteigen oft das Maß eines durchschnittlichen Arbeitstages. Ich genieße aber auch die Annehmlichkeiten des Nichtstuns, die Befreiung durch Kritik sowie die Freuden von Satire und Gaudi.
Insofern ist Tivolifoto für mich schon zu Lebzeiten eine Bereicherung. Was passiert aber danach? Zur dauerhaften Speicherung habe ich eine Bitte formuliert, die jetzt schon erfüllt wird. Es ist ganz einfach: Ich verschenke Tivolifoto.
Von 2011 bis 2025 hatte ich immer das Copyright in der Fußzeile. Am 13. Mai 2025 erkannte ich, dass mir Bild- und Textrechte nicht wichtig sind. Ich änderte meine Hinweise zur Fotoverwendung für Gäste und die Fußzeile. Die Erklärung fand am 16. Mai 2025 statt – am Internationalen Tag des friedlichen Zusammenlebens und des Lichts. Sie erfolgte bei den Arbeiten für diesen Beitrag. Ich verdächtige den Aloisius, dass er mir die Erkenntnis oder Erleuchtung geschenkt hat.
Meine Aloisius-Geschenke sind ein fünfteiliges Figuren-Set der Firma Sparfroh. Damit will ich einfach nur erfreuen. Oft unterstützen die Figuren meine Frage, ob ich jemanden fotografieren und die Bilder im Internet veröffentlichen darf. Danach werden sie zum Geschenk für das Fotografieren lassen.
Die Reaktionen bei den Figurengeschenken geben mir Einblicke in die Persönlichkeit und die Stimmungslage der Beschenkten, weil die Figuren eine Reihe von Stimmungs- und Charaktereigenschaften ausdrücken: frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen, genießen.





Die häufigste Reaktion auf das Geschenk ist die Freude darüber, die etwa durch die Bewunderung der Schönheit ausgedrückt wird. Weitere Erlebnisse sind das umgehende Fotografieren mit dem Handy und die unterschiedliche, spielende Anordnung der Figuren.
Beispiel: Eine Tischbekanntschaft im Hofbräuhaus imitierte Südbairisch (Tirolerisch) so glaubhaft, dass man nicht über ihre gespielte Herkunft zweifelt. Bezeichnenderweise wählte sie unter den Figuren den Zweifler aus. Immer tragen die Figuren-Geschenke zu einer gelungenen Gemeinschaft bei.
Damen, die für die Geselligkeit und Gemütlichkeit besonders aufgeschlossen sind, wählen den Genießer oder den Frohlocker. Der Zweifler, der Protestler und der Botschafter werden in der Regel erst im zweiten Durchgang ausgesucht.
Die Aloisius-Figuren werden auch von anderen Firmen als der Herstellerfirma angeboten werden. Ohne Kommentar weise ich auf Folgendes hin: Der Bavariashop kauft fünf Aloisiusfiguren beim Hersteller Sparfroh für 9,99 €. Dann schraubt er einen Schlüsselanhänger in die Dienstmütze und verkauft eine Figur für 9,99 €. Ist der Aloisius auf einen hölzernen Bierdeckel geklebt, kostet er 14,99 €.
Ich bin ein 1976 aus Niederbayern zugezogener Wahlmünchner. Wer sich für mein Internetangebot interessiert, stellt fest, dass ich gerne hier lebe. Je älter ich werde, desto wichtiger wird mir aber meine niederbayerische Vergangenheit in den Erinnerungen. Vorher hatte ich Heimatliches oft als spießig angesehen. Mittlerweile verlasse ich die altbayerische und Münchner Heimat nur ungern. Das berufliche Engagement ist vorbeigezogen. Zahlreiche Kontakte sind beendet.
Mir bleibt Tivolifoto. Diese Wahrnehmungen und Ausdrucksmöglichkeiten wurden für mich zur Heimat. Aloisius war ein Kritiker, zu dem ich mittlerweile auch geworden bin. Ich schimpfe zwar nicht so heftig wie der Münchner Himmelsengel, aber sachliche und satirische Proteste müssen sein.
In erster Linie richten sie sich gegen den Freiheitsverlust für Bayern und die deutsche Kriegstreiberei. Hinzu kommt der Übertourismus mit den Ursachen und Folgen der Habgier und der überzogenen Machtansprüche im Gastgewerbe.
Aloisius protestierte 1911 gegen himmlische Eigenheiten. Bei mir sind es irdische vor meiner Haustür und im Lebensfeld geworden. Dennoch liebe ich die Stadt meiner Wahlheimat. Anderswo zu leben, wäre für mich ein großer Verlust der Heimat.
Übrigens protestierte Ludwig Thoma mit der 1911er Geschichte gegen den damaligen bayerischen Staatsminister des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten Wehner und musste sogar ein Bußgeld für den Aloisius bezahlen.
Wenn ich den Aloisius zum Heiligen oder zumindest zum Engel befördere, könnte man mir das Verhöhnen von Glaubensinhalten vorwerfen. Gemeint ist aber das Gegenteil, wie ich im Vorstellungstext von Tivolifoto ausgeführt habe – hier eine Zusammenfassung.
Für mich ist das Glauben ein Wesenselement des menschlichen Lebens, weil wir alle zu jeder Zeit und überall etwas für möglich und wahrscheinlich halten. Glauben wird zum Mittel für oder gegen die Lebensbewältigung. Je nach Lebenszusammenhängen und Persönlichkeitsprägung ergeben sich positive und negative Ausrichtungen. Dann erst kommt erziehungsbedingt der Glaube als religiöse Anschauung. Die Natur und das Erleben zeigen mir viele friedliche und tolerante Gottheiten, Heilige und Engel, z. B. den Münchner im Himmel mit der Personifizierung der Himmelsbewohner.
Ludwig Thoma bekam 1911 durch Gedankenmalerei oder Einbildungskraft den Engel Aloisius. Mit Fantasie überwand der bayerische Heimatschriftsteller die Naturgesetze. Der großartige Zeichentrickfilm von 1963 bot eine gelungene, heimatliche Darstellung der Personen an.
Bei meinem Glauben stehen nicht Angst, sondern Liebe, Freude, Kraft und Mut sowie die gesamte Gesundheit von Leib und Seele im Mittelpunkt. Und dazu gehört der altbayerische Humor. Lebensfreude, Freiheit und Frieden sind mir wichtiger als Leidenszwang, Glaubens- und Schuldbekenntnisse. Solange keine irdischen Gesetze verletzt werden, sehe ich das Büßen für Sünden als überflüssig an.
Außerdem gibt es Sünden, die so schön sind, dass man sie nicht bereuen muss.
Erziehung hat mich zum katholischen Bayern gemacht. Gerne bin ich Christ und freue mich darüber, was der Glaube zu allen Zeiten hervorbringt und bewirkt. Kirchliche Probleme sind mir bewusst. Ich befolge keine Kirchengebote und nehme nicht am Leben der Pfarrgemeinde teil.
Über meinem Schreibtisch hängt ein Kreuz. Als traditionelles, bewährtes Symbol gehört das Kreuz zu Bayern, so wie Kuhglocken, Maibäume und Gipfelkreuze. Bayerische Kultur ist keine Folkloreveranstaltung, sondern ein Wesensmerkmal der Volksgemeinschaft.
Es gefällt mir, was christliche und vorchristliche Volksfrömmigkeit an Kunst, Brauchtum und Tradition zu allen Zeiten hervorbringt. Gerne gehe ich zu Wallfahrten und besuche meine Heiligen. Die wichtigste Wallfahrt ist für mich die Besteigung des Münchner Petersbergls mit den Besuchen bei den Heiligen Josef, Munditia und Petrus.
Gütig entlassen mich meine Kirchenheiligen in die Freiheit des Viktualienmarkts mit seinen Brunnenheiligen: Elise, Ida und Liesl sowie Ferdl, Jackl und Valentin. Die vollständigen oder künstlerischen Namen sind Elise Aulinger, Ida Schuhmacher, Elisabeth Wellano oder Liesl Karlstadt, Ferdinand Weisheitinger oder Weiß Ferdl, Jakob Roider oder Roider Jackl und Valentin Johann Fey oder Karl Valentin.
Meine Schutzpatrone ergeben sich aus den Vornamen Josef und Maria. Sie werden natürlich bei bestimmten Anliegen bevorzugt angerufen. Dem heiligen Josef habe ich einige Tivoligeschichten gewidmet, z. B. Das Geschenk vom heiligen Josef oder die Gaudi zur Josefifeier 2020.
Wenn ich den Engel Aloisius zum Schutzpatron der Radler und der Münchner erkläre, dann möchte ich keine religiösen Gefühle verletzen, sondern nur zum heimatlichen Humor beitragen. Und der gehört zur Religion dazu, sonst hätten wir ihn nicht zur Lebensbewältigung bekommen.
Ich danke dem Aloisius für Schutz und Hilfen.
Den Segen erbitte ich bei den richtigen Heiligen, die Fürsprecher bei Gott sind und für die Anliegen der Menschen eintreten.
Nicht zuletzt ist der Münchner im Himmel ein Glücksbringer und ein schöner Tisch- oder Wandschmuck.


Das Aloisius-Spiel
Hintergründe, Erfahrungen, Varianten und Bedingungen zum Aloisius-Spiel im Hofbräuhaus werden mit Beispielen und Fotos vorgestellt. Es gilt, die fünf Figuren gemäß der Geschichte des Münchners im Himmel anzuordnen. Dabei erlebt man Geselligkeit, bayerischen Humor und Gemeinschaft mit Touristen im Wirtshaus.
Aloisius hat geholfen
Der Titel verweist auf die Volksfrömmigkeit in Altbayern. In zahlreichen Kapellen und Kirchen finden sich Votivtafeln mit Inschriften, dass ein Heiliger geholfen hat. Natürlich kann ich den Aloisius nicht heiligsprechen, außerdem gibt es schon einen Heiligen mit diesem Namen. Mein Aloisius hat trotzdem geholfen.
Aloisius hilft im Hofbräuhaus
Die Hilfen des Münchners im Himmel zeigen sich im Hofbräuhaus. Der Engel Aloisius erfreut Gäste und Personal, bewirkt aber auch Kritik. Ein Figuren-Set drückt frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen und genießen aus. Es veranlasst zum Spielen und Schenken. Die Geschichten verstehen sich als Satire und Gaudi.
Wer ist der Aloisius?
Natürlich ist er vergilbt, weil er schon 114 Jahre auf dem Buckel hat. Seine Botschaft ist allerdings aktueller denn je. Er bleibt ein patriotischer Münchner Grantler, den Bayern dringend braucht. Sonst schwimmen der Freistaat und das bayerische Volk mit seinen drei Stämmen trotz der Verfassung von 1949 den deutschen Bach hinunter. Das kann doch nicht im himmlischen Interesse sein.