Altbayerische Onlineschau zwischen Gaudi und Grant

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Inhalt
Für die meisten Gäste und mich war das Hofbräuhaus ein ganzjähriges Volksfest, bei dem viele bayerische Traditionen gewahrt blieben. Vor Corona gab es ein Veranstaltungsprogramm mit dem Titel Festkapellen. Das brachte mich auf die Idee, Gäste als Festgäste zu bezeichnen. Meine Besuche sah ich als Festbesuche. Für besondere Veranstaltungen gab es einen Festsaal.

In der Schwemme war das musikalische Angebot traditionell bayerisch-böhmisch ausgerichtet. Das Verhältnis von Hauskapellen zu Gastkapellen bei den 14 wöchentlichen Auftritten war ausgewogen. Heute werden nur mehr drei Gastkapellen an den Wochenenden eingeladen. Die Hauskapelle glänzt teilweise durch Schlager- und Pop-Einlagen sowie durch eine wachsende Anzahl von Pausen in immer größerem Umfang.
Hohe Professionalität und Flexibilität zeichnen die vielen Obermüller Musikanten aus. Häufig wissen sie aber nicht im Vorfeld, wer mit wem zusammenspielt. Das ist kein Vergleich mit einer beständigen Gruppe oder mit einer eingespielten Blaskapelle eines Vereins oder Orts. Gastkapellen zeigen gelegentlich wegen der Einmaligkeit des Gastspiels mehr Engagement und Spielfreude als regelmäßige Musikanten. Manchmal ist es aber auch umgekehrt.
Einmaligen touristischen Gästen fällt das nicht auf. Regelmäßige Gäste fragen sich:
Als staatliches Wirtschaftsunternehmen hat das Hofbräuhaus doch vorrangig dem Volk der Bayern und seiner Kultur zu dienen. Dazu ist der nachgeordnete und an staatliche Weisungen gebundene Privatbetrieb doch auch verpflichtet.
Früher feierten die Gäste und Musikanten ein Fest. Heute sollen sie anderen beim Feiern zuschauen. Das Ganze wird zwar noch Fest genannt, hat aber den Charakter einer Party mit Partymusik und Partytanz. Volksmusik und Volkstanz waren gestern. Die Partysierung hat nach dem Oktoberfest das Hofbräuhaus erreicht. Das Wort „partysieren“ existiert nicht, alle wissen jedoch, was gemeint ist. Für Traditionsbewusste gilt: die musikalische Schlager- und Partyseuche zu bekämpfen, nicht zu fördern.
Ich frage mich, was die Tulpen aus Amsterdam im Münchner Hofbräuhaus verloren haben. Wird demnächst auch das dümmliche Bett im Kornfeld gespielt? Eine besondere Veranstaltung in der Schwemme hat das bereits vorgemacht. Im Traditionsbiergarten am Chinesischen Turm wird es ständig von der Blaskapelle aufgezwungen.
Wann werden die Obermüller Musikanten als Hauskapelle im Hofbräuhaus schwach und steigen mit ins Bett? Anfänge sind schon gemacht. Beispielsweise wird zum Musikende das deutsche Soldatenlied Lili Marlen gespielt, anstelle der Bayernhymne – was sich für einen bayerischen Festtag gehören würde.
Wie ist es so weit gekommen? Das Hofbräuhaus war schon immer eine viel besuchte Attraktion in München. Sein Ausverkauf hat eine Vorgeschichte, die die Leitung beabsichtigte und über einige Stationen verlief.
| Gestern | Heute und morgen |
|---|---|
| Münchner und Bayern | Deutsche und Touristen |
| Qualität und Tradition | Wachstum und Umsatz |
| Einheimisches Personal | Internationales Personal |
| Bedienen | Abfertigen |
| Freundlichkeit | Sachlichkeit |
| Grüßen, bitten, danken | Zur Kenntnis nehmen |
| Wirtsleute | Betriebswirte |
| Hauseigene Küche | Ausgelagertes Lebensmittelzentrum |
| Frische Speisen | Vorbereitete Speisen |
| Heimatliche Gerichte | Fast Food |
| Wirtshaus | Wirtshaus-Wiesn |
| Aloisius-Gaudi | Aloisius-Monster-Kitsch |
| Heimatliche Blasmusik | Schlager, Pop- und Industriemusik |
| Freie Platzwahl | Platzieren und Reservieren |
| Touristen | Exklusiv- und Veranstaltungsgäste |
| Volksfest | Internationale Party |
Eine solche Tabelle wäre vielfach erweiterbar. Man wird allerdings nicht allen Beteiligten gerecht. Viele Bedienstete und Musikanten zeigen sich den altbayerischen Traditionen verpflichtet. Außerdem ist mit den Worten unseres großen Philosophen Karl Valentin zu bedenken, dass heute die gute alte Zeit von morgen ist.
Die in der Tabelle zuletzt verwendete Bezeichnung „Party“ geht auf das Lateinische „partire“, deutsch „teilen“, zurück. Es bezieht sich nicht mehr auf das Ganze, sondern auf einen Teil. Nicht das Volk feiert, sondern ein Teil. Musik und Tanz werden nicht für alle, sondern nur für einen Teil angeboten. Der Großteil soll nur im Fernsehen mitfeiern, um beworben und zum Kaufen verleitet zu werden. Die Party ist erzwungen, privat und schließt das Volk mit Reservierungen aus.
Als regelmäßiger Gast des Hofbräuhauses habe ich mich natürlich mit dem Heidifest am 18. September 2025 befasst. Es gab einen gewaltigen Medienrummel im Vorfeld und danach. Ein Aspekt ist dabei nicht beachtet worden. Wie reagieren die vielen gezielt für das Hofbräuhaus angereisten Touristen auf die exklusive Veranstaltung?
Die touristischen und die wenigen regelmäßigen Gäste, die planten, das berühmte Wirtshaus zu besuchen, wurden wegen des privaten Fests ausgeschlossen. Selbstverständlich waren die staatliche Brauerei und die private Betriebsleitung zu dieser vollständigen Reservierung berechtigt. Sie vergaßen aber den Festsaal und die Verpflichtungen für alle Gäste, weil die übertriebenen Launen einer fragwürdigen Prominenten wichtiger waren.
Die Öffentlichkeit schaute genau auf den Sinn der geschlossenen Gesellschaft. Mit Kritik hat man anscheinend nicht gerechnet, weil meist nur Touristen betroffen waren. Angesichts einer solchen Veranstaltung wird es als Münchner allerdings immer schwieriger, sich als Gast des Hofbräuhauses zu fühlen und das öffentlich mitzuteilen.

Für mich war der erzwungene Verzicht auf den Besuch kein Problem, weil ich den Termin kannte. Das Hofbräuhaus hatte ihn aber auf den Internetseiten im Veranstaltungskalender nicht veröffentlicht. Vermutlich wurde die Reservierung von Schwemme und Biergarten absichtlich verschwiegen. Schließlich wird mit den 365 Tagen Öffnung im Jahr geworben.
Wahrscheinlich haben sich Tausende Touristen an diesem Tag über die Reservierung und den Ausschluss geärgert. Ob ersatzweise das Bräustüberl und der Festsaal öffentlich besuchbar waren, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls waren die Herzstücke des weltweit beliebten Reiseziels nicht öffentlich zugänglich. Andere Teile wären kein Ausgleich dafür gewesen.

Das Reservieren, Platzieren und Umsetzen im Hofbräuhaus habe ich schon vielfach kritisiert. Neuerdings schreibt das Hofbräuhaus im Internet sogar vom „einfachen Dazuhocken“, ohne das Grüßen und Fragen zu erwähnen. Ungefragtes Dazuhocken widerspricht der bayerischen Wirtshauskultur und dem internationalen Anstand.
Dieser unbayerische Schmarrn wird gesteigert, indem man die Öffentlichkeit ausschließt. Reservierungen sind für regelmäßige Stammtische verständlich, allerdings nicht für einmalige Gäste. Die Gastgeberin des Heidifest war gelegentlicher Gast im Hofbräuhaus. Ihre Gäste besuchten die Schwemme vermutlich zum ersten Mal und werden nicht wiederkommen. Für solche Gäste alles zu reservieren, war der Gipfel der Gastfeindlichkeit.
Traditionelle Wirtshäuser in Bayern verfügen für private Veranstaltungen über Festsäle. Selbstverständlich bietet der Freistaat Bayern auch im Hofbräuhaus einen repräsentativen Festsaal an. Der wurde aber nicht für das Heidifest genutzt. Lieber schloss man die vielen internationalen Touristen und die wenigen einheimischen Gäste aus.
Die Ausgrenzung interessierte die Gastgeberin, die Verantwortlichen des Hofbräuhauses und die Medienvertreter nicht. Sie brauchten die Öffentlichkeit nur im Primitivfernsehen. Die Gründe waren vermutlich Geltungssucht, Habgier und Werbung. Offensichtlich schien es ihnen egal zu sein, ob es sich dabei um Negativwerbung handelte.
Ein Großteil der Medien erkannte die Fragwürdigkeit der Veranstaltung hinsichtlich der Teilnehmer und der medialen Umsetzung. Ich habe mich gewundert, dass ein staatliches Wirtschaftsunternehmen so viel Primitivität, Unkultur und Dekadenz in den Räumen des bayerischen Volkes zulässt.
Die privatwirtschaftlichen Pächter und Oberkellner halfen bei den Vorbereitungen und ließen sich dabei filmen. Sie unterstellten dem Personal, dass alle gerne arbeiten, obwohl es vermutlich kein Trinkgeld gab. Einige Obermüller Musikanten bekundeten im Vorfeld ihr Gefallen für das Heidifest mit Likes auf Facebook und spielten sogar bei der fragwürdigen Schlagerparty mit.
Alle Sänger, Musikanten, Gäste und Verantwortlichen verhielten sich wie Menschen, die sich zur Schau stellen und kaufen lassen. Prostitution im Sinn von sich entwürdigend zur Schau zu stellen gibt es auch aus Motiven ohne sexuelle Handlungen. Das Hofbräuhaus hat gezeigt, wie sich ein staatliches Wirtschaftsunternehmen prostituieren kann.

Man fragt sich, wo der Verstand geblieben ist und wann endlich Neuschwanstein für exklusive Gäste reserviert wird. Das lateinische „excludere“ heißt übrigens „ausschließen“. Es war aber niemand ausgeschlossen, weil alle im Fernsehen zuschauen durften und sich mit Werbung und Produktplatzierung zumüllen lassen sollten. Im offiziellen Fanshop des Hofbräuhauses wird eine Kollektion zum Heidifest 2025 mit acht Fan-Artikeln angeboten.
Der beim Heidifest veranstaltete Ausverkauf der Heimat fand ausgerechnet in einem Wirtshaus statt, das im Verantwortungsbereich des Heimatministeriums liegt. Der Direktor der Staatlichen Brauerei Hofbräuhaus und seine Frau waren sogar anwesend. Mit Heimat hatte die Veranstaltung so wenig zu tun, wie eine Dragqueen mit der Bavaria. Ich empfinde Fremdschämen für das Hofbräuhaus und kenne etliche Gäste, die sich ebenso fühlen.
Etwas ausverkaufen bedeutet im übertragenen Sinn den Verrat von Werten und Prinzipien. Für mich haben die Verantwortlichen und ihre unkritischen Mitläufer die bayerische Heimat mit ihren Traditionen verraten. Das Hofbräuhaus begab sich als staatliches Wirtschaftsunternehmen auf das Niveau des Primitivfernsehens. Sogar die Zwangsanstalt Bayerisches Fernsehen machte Werbung für den Ausverkauf der Heimat. Sie ließ Heidi angeblich ungewollt in die Abendschau platzen, damit sie den Moderator einlädt und für die Sendung im Primitivfernsehen warb.
Thomas Becker schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „zwei Stunden Trash vom Feinsten und Hits von vorvorgestern“. Trash betrifft bewusst banal oder primitiv wirkende Stilrichtungen und Inhalte mit billiger Machart und abwertender Perspektive. Wörtlich übersetzt bezeichnet Trash Müll, der aber als Anglizismus neumodischer und trendiger klingt. Trotzdem und deshalb war das Heidifest als Müllparty zu bezeichnen.
Als Autor im Internet verfügt man über die Möglichkeiten, Kommentare nicht zu genehmigen, zu verbergen und zu löschen. Bei einigen Diensten muss dies allerdings beantragt werden. Am Vortag des Heidifests schrieb das Hofbräuhaus bei Facebook:
„Wir freuen uns schon sehr auf das HeidiFest im Hofbräuhaus!!!
Alles ist bereit: die Musik steht parat, die Wirtshausschmankerl werden vorbereitet, die Bierfässer sind gekühlt, das Dirndl sitzt und Heidi Klum hat bei uns auch schon das Anzapfen geübt – und hat das hervorragend gemeistert!
Respekt Heidi Klum!
Das HeidiFest am Donnerstag, auf ProSieben: die Pre-Show von 17.00-18.00 Uhr und dann das HeidiFest ab 20.15 Uhr.“
Wie immer bekamen solche Lobeshymnen zahlreiche positive und negative Kommentare auf Facebook. Ich verfolgte die Entwicklung und stellte folgende Verhältnisse der gesamten zu den sichtbaren Kommentaren fest: 40/12, 43/10, 53/15, 60/29, 79/31.
Ergebnis: Fast die Hälfte der Kommentare wurde verborgen oder gelöscht. Davon war nach meiner Wahrnehmung nichts unter der Gürtellinie, sondern etliches inhaltlich begründet, aber satirisch überzeichnet. Die Zensur jeglicher Kritik richtete sich gegen das Hofbräuhaus. Kritik, Stellungnahme und Diskussion sind nämlich zur Weiterentwicklung notwendig. Die Medienverantwortlichen ließen nichts davon zu.
Das Löschen und Verbergen wird allen Beitragsautoren bei Facebook zugestanden, widerspricht aber Freiheit und Demokratie. Natürlich könnte begründet werden, dass die zensierten Kommentare nicht den Richtlinien von Facebook entsprachen. Naheliegender ist jedoch anzunehmen, dass die Medienverantwortlichen des Hofbräuhauses die kleinste Kritik zensierten, weil sie davon ausgingen, dass die Gastgeberin und der Sender fragwürdig und umstritten sind.
Die verbliebenen Kommentare waren ausnahmslos positiv und erreichen meist nicht das Niveau eines vollständigen Satzes. Ein Beispiel für einen verborgenen oder gelöschten Kommentar war:
„Das sich Hofbraeu für so ein Mist hergibt ist traurig, aber da geht es um Geld“.
Die Zensur von begründeter Kritik entsprach meinen bisherigen Erkenntnissen zur schönen neuen Welt der Meinungsfreiheit bei Facebook. Vom Fest zeigte das Hofbräuhaus in diesem sogenannten sozialen Medium nur das Anzapfvideo mit Heidi, alles andere wurde verschwiegen.
Auf der Homepage mit dem Veranstaltungskalender gab es kein Heidifest, sondern nur den schon erwähnten, falschen Hinweis auf die Hauskapelle in der Schwemme am zensierten Festtag. Bedauerlicherweise bietet das Hofbräuhaus auf der Homepage keine aktuellen Mitteilungen und Möglichkeiten zum öffentlichen Austausch an.
Ich habe mir die Vorberichte und die Veranstaltung am Computermonitor angesehen. Das war gar nicht so einfach, weil ProSieben meine E-Mail-Adresse mit Registrierung wollte – vermutlich, um mich später mit Werbung zuzumüllen. Erfahrene Computernutzer kennen aber Lösungsmöglichkeiten, um solche Zwänge zu umgehen. Ohnehin wurde ich zu Werbebeiträgen während der Sendung gezwungen.
Die Interviews der Pre-Party von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr waren peinlich und überflüssig, die Werbungen idiotisch und schädlich. Beim Anschauen der Sendung empfand man Dekadenz und Primitivität. Ärgerlich war die Berufung auf bayerische Tradition, Kultur und Identität. Von den Verantwortlichen und dem Personal des Hofbräuhauses war im Vorfeld niemand zu sehen. Warum auch? Der traditionelle Biergarten war nur gemietete, billige und mit Kitsch dekorierte Kulisse. Schließlich ging es allein um Heidi und ihre Gäste, nicht um das bayerische Traditionswirtshaus.
Warum der Biergarten mit einer Wiese und einem Strohballen ausgestattet war, blieb rätselhaft. Dass zu einer Almwiese Heu gehört und Stroh zu einem Feld, haben die Werbefachleute von ProSieben einfach ignoriert oder übersehen. Offenbar wollten sie eine ländliche Anmutung in einem städtischen Biergarten erzeugen. Das passt doch alles nicht zusammen! Mit ein bisschen Hirn hätte man sich den Aufwand sparen können. Bei tierischen Ausscheidungen in Ställen empfiehlt es sich, einzustreuen und auszumisten. Die Assoziation von Exkrementen und Mist wurde für die Sendung in Kauf genommen.
Was ich beim eigentlichen Fest gesehen habe, waren menschliche Absonderungen von Müll oder minderwertiger Unterhaltung. Vor 18:00 Uhr mussten alle Medienvertreter das Hofbräuhaus verlassen, weil die Aufzeichnungen begannen. Von 20:15 Uhr bis 22:15 Uhr erfolgte ein Zusammenschnitt mit schlechtem Playback, der mit Werbeunterbrechungen als Livesendung bezeichnet wurde.
Die geladenen Gäste standen größtenteils auf den Bänken und tanzten, obwohl das im üblichen Betrieb vom Sicherheitspersonal untersagt wird. Der Primitivsender stellte aber eigenes Ordnungspersonal mit erkauften Freiheiten und Regeln. Ein erster Stimmungs-Höhepunkt war der Party-Tanz Polonaise mit einer großen, durch die Schwemme wandernden Gästeschlange. Damit wurde eindeutig belegt, dass man das Oktoberfest und das Hofbräuhaus als Karneval ansah.
Für die genaue Beschreibung des Festverlaufs verweise ich auf die Satire von Robert Penz, einem freien Autor und Fachmann für TV-Shows: Mit Stricknadeln in der Hirnhaut war’s auszuhalten. Ich erlaube mir dazu kein fachliches Urteil, weil ich ansonsten keine TV-Schlagersendungen konsumiere. Laut Medienberichten arbeitet das Zwangsfernsehen bei diesen Shows um Klassen besser als das Primitivfernsehen. Anscheinend war das den Verantwortlichen des Hofbräuhauses im Vorfeld nicht bekannt.

Bei Tivolifoto versuche ich, Müll zu vermeiden. Deshalb zeige ich keine Inhalte von der Müllparty und verlinke auch nichts. Das Internet ist aber zugemüllt mit Fotos und Videos vom Heidifest und vom Heidiclan auf dem Oktoberfest. Nebenbei bemerkt ist diese städtische Höchstleistung kein Volksfest mehr, sondern eine Steigerung der Müllparty mit internationalem Trachtenfasching. Traditionelle Bayern bevorzugen heimatliche Volksfeste.
Das Heidifest wurde wochenlang auf allen Kanälen beworben. Laut Quotenmeter.de fiel die Einschaltquote gering aus. In der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen war der Marktanteil nur 5,9 Prozent oder 220 000 Zuschauer, insgesamt 760 000 mit einem Marktanteil von 3,7 Prozent. Das Fest lag unter den Durchschnittswerten von ProSieben.
Deshalb ist es nach Expertenmeinung höchst fraglich, unwahrscheinlich und fast ausgeschlossen, dass die Sendung fortgesetzt wird. Es wird von einem brutalen Scheitern geschrieben. Viele Ankündigungen des Heidifests beinhalteten ein erstes Mal. Das lässt die geplatzte Erwartung von Folgeveranstaltungen vermuten.
Nach dem Heidifest suchte ich nach den Medienreaktionen auf den Quotenflop im Internet. Bei der 23. Schlagzeile erschöpfte sich meine Geduld. Die Blamage der Exklusiv-Veranstaltung für das staatliche Wirtschaftsunternehmen und den privaten Betrieb war eindeutig. Einige Personen haben gute Gründe, sich zu schämen, weil sie sich auf das Primitivfernsehen eingelassen haben.
| Abendzeitung München | Trotz hochkarätigen Promi-Gästen: ‚HeidiFest‘ wird zum Quotenflop |
| Blick | Heidi Klum feiert «Heidifest»: TV-Spektakel mit mieser Quote |
| Dailymotion | Zuschauer lästern über „HeidiFest“ – Trash-TV statt … |
| Digital Fernsehen | „HeidiFest“ fällt beim Publikum durch |
| Express | Quoten-Debakel „HeidiFest“ floppt gewaltig bei ProSieben |
| Fokus online | Quotenschlappe für Heidi Klums „HeidiFest“ |
| Fokus online | „Ballaballa“, „Pseudo“: Jetzt keilen Münchner gegen Heidi Klums Wiesn-Party |
| Leadersnet | HeidiFest: Durchwachsenes Echo auf Klums Wiesn-Debüt |
| Merkur | ProSieben-Zuschauer völlig irritiert von „HeidiFest“ |
| moin.de | „HeidiFest“: Heidis Mega-Show spaltet die Zuschauer |
| Nau | Quotenflop! Heidi Klum enttäuscht mit «HeidiFest» |
| OE24 | Quoten-Debakel: Klums „HeidiFest“ als Mega-Flop im TV |
| OK | Das kann ProSieben aus Heidi Klums Quotenschlappe lernen |
| Prisma.de | HeidiFest im Hofbräuhaus: Ein „Live“-Scherz? |
| Promiflash | ProSieben enttäuscht: „HeidiFest“ floppt bei Zuschauern |
| Quotenmeter | ProSieben hat nichts zu feiern: «HeidiFest» scheitert brutal |
| RP Online | So seltsam war „HeidiFest“ von Heidi Klum |
| Spiegel | Heidifest auf ProSieben: Heidi Klums Trachtensause verwirrt das Publikum |
| Südwest24 | ProSieben-Zuschauer blicken ungläubig auf „HeidiFest“ |
| TV Spielfilm | Nach Heidi Klums „HeidiFest“ kommt der Schreck |
| Web.de | Mit Stricknadeln in der Hirnhaut war’s auszuhalten |
| Yahoo Nachrichten | Wenig Zuschauer trotz Star-Aufgebot – „HeidiFest“ |
| YouTube Tratsch | Heidi Klum live in München HeidiFest wird zum TV Skandal und Publikumshit |
Die folgenden Auszüge aus den Google-Rezensionen wurden nur kopiert, nicht sprachlich berichtigt, aber alphabetisch angeordnet. Nach eigener Aussage werden Rezensionen von Google nicht überprüft. Deshalb sind sie von wirtschaftlichen Medieninteressen nicht beeinflusst, wie bei Facebook und anderen Medien.
Seit 2015 berichte ich aus dem Hofbräuhaus. Meist war ich stolz, dort Gast zu sein. Das Heidifest war aber eine hochgradige Blamage. Der Monaco Franze als Opernkritiker verwendete das richtige Wort dafür. Ich beschränke mich dezent auf Abfall. Mein Stammwirtshaus ließ sich mit der Müllparty von Primitivität und Dekadenz beschmutzen und besudeln. Ich schäme mich für das Hofbräuhaus. Wegen des schweren Sündenfalls braucht es mindestens den Pfarrer Schießler oder seinen Kardinal, um es neu zu weihen.
Eigentlich ist das Hofbräuhaus nicht so wichtig, dass man sich über etwas aufregt. Ich frage mich, ob ich als bayerischer Staatsbürger nicht berechtigt bin, in einer staatlichen Einrichtung heimatliche Traditionen und Kulturgüter zu erfahren. Das Traditionswirtshaus bricht mit den bayerischen Traditionen. Dieses Kasperletheater mit Faschings-Einlagen beschämt und beleidigt Bayern. Er ist schlimmer als das Oktoberfest. Dort gibt es wenigstens reservierungsfreie Tische.
Im Hofbräuhaus werden hauptsächlich Touristen abgefertigt. Es gilt: Das Hofbräuhaus kann sich noch so dumm anstellen, trotzdem kommen die Touristen. Das rechtfertigt hingegen keine Fehler der Verantwortlichen. Der scheidende Direktor des staatlichen Wirtschaftsunternehmens beendet seine Tätigkeit mit einer peinlichen Veranstaltung und Blamage im Zusammenwirken mit den Medienverantwortlichen und den Leitern des Betriebs. Vermutlich sehen alle drei das ganz anders.
Ich dachte immer, dass Brauereidirektor eine Tätigkeit ist, die mehr mit der Herstellung von Bier als mit den überspannten Launen eines Fotomodells zu tun hat. Aber man lernt nie aus. Nach allem, was ich bisher in Presseberichten wahrgenommen habe, ging es dem Hofbräuchef nur um den Umsatz. Das hat er gut gemacht, leider blieben Qualität, Tradition und Heimat auf der Strecke. Warum nur musste die bislang staatstragende Partei dem Finanzministerium das lästige Anhängsel Heimat geben?
Bei meiner Kritik berufe ich mich auf die Freiheit der Meinung mit satirischen Elementen. Persönlichkeitsrechte werden nicht verletzt, weil ich keine Namen nenne, obwohl es sich teilweise um bekannte Personen des öffentlichen Lebens handelt. Ich frage mich allerdings, ob die Verantwortlichen ihre Pflichten gegenüber dem Staat und dem Volk ausreichend erfüllen.
Aus der beabsichtigten Hofbräu-Werbesendung ist nach Medieninformationen ein Flop ohne Quote geworden. Deshalb verdienen die Staatliche Brauerei Hofbräuhaus und die privatwirtschaftliche OHG natürlich das öffentliche Mitleid. Mit ein bisschen Hirn hätten sie sich die Pleite ersparen können. Dann wären altbayerische Traditionen bewahrt und nicht beschädigt, beschämt und beleidigt worden.

Das Hofbräuhaus hat ein Zeichen für den Ausverkauf der bayerischen Kultur gesetzt. Mit dem Heidifest wurde der Ruf eines staatlichen Wirtschaftsunternehmens geschädigt und die bayerische Kulturtradition beleidigt. Das Hofbräuhaus hat sich kaufen und missbrauchen lassen.
Die deutschen Schlager haben gerade noch im bayerischen Hofbräuhaus gefehlt. Der andauernde Aloisius-Monster-Kitsch und das jährliche Playboy-Fotoshooting für das Wiesn-Playmate haben nicht gereicht.
Mit dem Heidifest stand eine staatliche Einrichtung, die zum Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat gehört, im Zusammenhang mit Werbung und Produktplatzierung. Staatliche Mäßigung und Zurückhaltung gegenüber primitiven, privaten Interessen waren nicht wahrzunehmen. Die Beteiligten handelten nicht für die bayerische Heimat, sondern dagegen.
In der Presse wurde das Heidifest als bayerische Stimmung angepriesen. Da fragt man sich, wer von den Gästen und den fragwürdigen Schlager-Interpreten traditioneller Bayer war. Mir fällt niemand ein. Stattdessen kommen mir die Weather Girls mit „It’s Raining Men“ in den Sinn – oder besser gesagt: in den Unsinn.
Die geregneten Männer waren nämlich als Schuhplattler kostümierte Individuen, die jegliches Brauchtum beleidigten. Dafür wären sie nicht einmal vom Königlich Bayerischen Amtsgericht freigesprochen worden. Sie passten aber gut zu den ausrangierten, prähistorischen Gestalten des Heidifest-Altenheims – Verzeihung: der Seniorenresidenz.
Bayerisches Brauchtum und Tradition gab es hingegen bei den Lieblingsdragqueens von Heidi. Dabei waren unter anderem die mir nicht bekannten „Queen of Drags“-Kandidatinnen Bambi Mercury, Yonce Banks und Candy Crash. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Eine Gaudi ist das jedenfalls nicht – eher eine Schande.
Solche Gäste waren ebenso fragwürdig und beschämend wie die Einladung von verbrauchten Schauspielern der täglichen BR-Seife „Dahoam is Dahoam“. Ihre Anwesenheit und die einiger BR-Moderatoren weisen auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Rundfunk und ProSieben hin. Vielleicht werden Dragqueens bald von der Zwangsanstalt angeboten. Bekanntlich soll doch die bayerische Volksmusik im BR gekürzt werden.
Die Bezeichnung Volksmusik wird in Medien auf die Teilnehmer dieser Veranstaltung bezogen. Man schrieb von einer deutschen Volksmusik-Branche, die es allerdings nicht geben kann, weil das deutsche Volk nur eine Erfindung der Preußen war. Gleichmacherei und Bevormundung waren schon immer die Methoden und Ziele der Deutschen. Dazu wird neuerdings auf einheitliche Kleidung bei Festen hingewirkt, die nichts mit dem traditionellen Bayern zu tun hat – so wie das ganze Heidifest mit seinen kostümierten Beteiligten.
Dirndl und Lederhose werden zu Symbolen der unbayerischen Partyseuche.
Insgesamt gelangt man zur Erkenntnis: Die interessierte Öffentlichkeit ist nicht so dumm, wie sie von den Verantwortlichen des Hofbräuhauses, des Primitivfernsehens und von einem überdrehten Kleiderständer mit Showambitionen gehalten wurde. Das kapierten anscheinend auch viele Beteiligte, weil sie das Ganze nur als Spaß hinstellten und in seiner Bedeutung herunterspielten: Es war doch alles nur ein großer Spaß mit guter Stimmung.

Bei YouTube berichtet Sebastian Pufpaff am 23. September 2025 über den „Schlager-Fiebertraum auf’m Heidifest“ in seinem TV total. Die Videos mit Heidi und der satirischen Kommentierung beginnen bei Minute 5:15.
Sogar dem Wiesnwirt Christian Schottenhamel war das Heidifest peinlich und nicht legitim, obwohl das Oktoberfest den Münchner Volksfestcharakter in vielen Teilen aufgegeben hat. In Interviews zum Wiesnende kritisierte er, wie das folgende Beispiel zeigt:
„Nein, das ist nicht legitim. Das wirft ein schlechtes Bild auf ganz Bayern. Ich finde es schade, dass so etwas stattfindet. Bayern besteht nicht aus Botox-gespritzten Frauen, prallen Brüsten, C-Klasse-Prominenz, diesem Pseudo-Anzapfen und Rüschendirndl. Bayern ist viel schöner als das, was dort vorgegaukelt wird. Diese Bilder, die da gesendet wurden, finde ich ganz, ganz schlimm. Das ist nicht Bayern, das ist nicht München, das ist nicht Hofbräu.“
Die einigermaßen seriösen Medien und ich applaudieren und beglückwünschen Herrn Schottenhamel zu dieser Einstellung. Er ist ein prominenter Geschäftsmann und Gastronom, ebenso wie die Hofbräuhaus-Verantwortlichen. Im Gegensatz zu ihnen bekennt er sich aber zum traditionellen Bayern.
Es ergeben sich die folgenden Fragen an andere Gastronomen, schweigende Kulturschaffende, verantwortliche Ministerialräte und Politiker des Freistaats Bayern.
Das Primitivfernsehen ist unbelehrbar. Für private Geschäftsbetreiber und staatliche Wirtschaftsunternehmer sollten die vielen negativen Erfahrungen eine Warnung sein.

Anscheinend hat das vielfach öffentlich kritisierte, sogenannte Heidifest noch nicht genug Schaden angerichtet. Die Blamage und Schande für das Hofbräuhaus gehen weiter. Sie betreffen nicht nur regelmäßige, sondern auch internationale Gäste, die wegen des traditionellen Bayern kommen. Vermutlich wollte jemand unbedingt die Schottenhamel-Attribute für weibliche Hofbräuhaus-Gäste bestätigen.
Das Hofbräuhaus veröffentlichte am 10. Oktober 2025 den folgenden Facebook-Post mit dem Gäste-Foto, das ich im kritisch-satirischen Zusammenhang übernommen habe. Facebook bietet seine Inhalte nämlich zum Teilen an. Mein Bildzitat beabsichtigt, die Werbung für das staatliche Wirtschaftsunternehmen Hofbräuhaus zu unterstützen.
Zitat des Beitragstexts vom Hofbräuhaus
Danke für deinen Besuch an die Influencerin Victoria in der Schwemme im Hofbräuhaus. @coladalicious #hofbräuhaus #muenchen
Kommentare
Michaela C.
Was is denn mit dem Hofbräuhaus los? Sowas braucht’s doch wirklich nicht
2 Min.
Jürgen W.
Habt ihr sowas nötig ?
4 Min.
Verfasser
Hofbräuhaus München – Das Original
Jürgen W. servus Jürgen, die Mischung macht’s!
2 Min.
Ich kopierte den Bildschirmausschnitt und wollte ebenfalls kommentieren, aber die Dame im Heidikostüm, der Beitragstext und die Kommentare waren verschwunden. Es stellt sich die Frage nach einer Sinnestäuschung wegen verzogener Perspektiven. Therapien zur Wahrnehmung, Verarbeitung und Veröffentlichung sind empfehlenswert, am besten zusammen mit Heidi und den Dragqueens.

Am Folgetag ist der Schmarrn für die offenbar weniger kritischen Nutzer von Instagram weiterhin zu sehen. Der Ausverkauf vom Hofbräuhaus geht somit weiter. Ich gestatte mir, auch diese Bildschirmkopie in satirisch-kritischem Zusammenhang und zur Unterstützung der HB-Werbung zu zitieren. Endlich wird der Inhalt der göttlichen, nicht ankommenden Botschaft erkennbar. Leider ist dem Aloisius die Übergabe immer noch nicht geglückt.
Klickt man auf die Überblicksseite des Hofbräuhauses bei Instagram, ergibt sich gegenwärtig eine kuriose Zusammenstellung. Die beiden Herren mögen dieses zufällige Ergebnis nachsehen. Sie haben nichts damit zu tun und haben bestimmt dem Hofbräuhaus die Fotos gestattet. Dabei war nicht zu ahnen, in welchen Zusammenhang sie kommen. Offensichtlich ist ihr Kleidungsstil traditionell, und sie unterstützen meine satirische Kritik. Mich veranlasst das bildliche Beziehungsgefüge zur folgenden Collage mit den von Instagram zum Teilen angebotenen Fotos und dem Aloisius.

Fast hätte ich es vergessen. Natürlich unterstütze ich nicht nur die Werbung für das staatliche Wirtschaftsunternehmen Hofbräuhaus, sondern auch die Werbung für die vom Hofbräuhaus so bezeichnete Influencerin Victoria mit ihren sehenswerten, sensationellen Fotos. Man fragt sich, ob die Zukunft der Damenwelt im Hofbräuhaus so ausschaut. War die Heidi nur der Anfang?
Jede Bauertochter aus dem mittleren Westen der USA oder dem fernen Osten Asiens ist attraktiver als eine solche Gestalt – abgesehen natürlich von unseren einheimischen Schönheiten, die alle übertreffen. Aber sie kommen immer weniger. Und daran ist das Hofbräuhaus schuld.
Es bedankt sich bei einer solchen Fragwürdigkeit für den Besuch, statt um unsere Madl zu werben, und setzt uns so einen künstlichen Schmarrn vor. Das ist für traditionelle Bayern nicht hinnehmbar. Stammgäste, die beim Besuch der Dame anwesend waren, erlebten sie als schiach und unnatürlich. Mit ihrem Foto will niemand etwas zu tun haben.
Eine solche Internetwerbung beleidigt die vielen weiblichen Gäste, weil alle Kriterien der Heidi-Kritik erfüllt werden. Niemand dankt den tausenden, wirklich schönen Besucherinnen. Niemand braucht sich wundern, dass wegen solcher Gäste und Veranstaltungen immer weniger Einheimische kommen.
Der Ausverkauf vom Hofbräuhaus geht weiter. Sachlich begründete und satirisch unterhaltende Kritik am staatlichen Wirtschaftsunternehmen und am privaten Betrieb ist für die positive Weiterentwicklung notwendig.
Weder Heidi Klum noch die vom Hofbräuhaus so bezeichnete Influencerin Victoria können für sich in Anspruch nehmen, Münchner Kindl zu sein. Beide versuchen nur, eine billige Kopie der Original-Heidi darzustellen. Dazu braucht es natürlich Attribute, z. B. die Kleidung.
„Ein Heidikostüm ist ein bayerisch-inspiriertes Outfit, das oft als Dirndl im Stil von Heidi gestaltet ist und eine rot-weiße Farbkombination mit einer Corsage und einer weißen Bluse beinhaltet. Solche Kostüme sind beliebt für Karneval, Motto-Partys und das Oktoberfest und werden oft durch Accessoires wie Zöpfe, Wimpern und einen Petticoat ergänzt, um einen vollständigen Look zu kreieren.
Merkmale eines Heidikostüms
Stil und Accessoires
Bemerkenswert sind die Wörter bayerisch-inspiriert, Kostüm, Karneval, Party, Look, imitieren, sexy. Bezeichnungen wie Original, Tradition und Tracht verwendet die künstliche Intelligenz nicht. Manchmal scheint sie gar nicht so dumm zu sein. Mit natürlicher Intelligenz fragt man sich.
Aus altbayerischer Sicht handelt es sich bei beiden Weibern, dem Nicht-Münchner-Kindl und der Kleider-Vorführ-Heidi, sowie bei den sie bewerbenden Personen um Preißn – egal, welche Herkunft sie haben.
Lieber Sepp,
wie immer sprechen mir deine „spitzzüngingen“ und doch so wahren Kommentare aus dem HERZen.
Was glaubst du , warum ich nie mehr in die Schwemm komme, obwohl das ja noch vor ein paar Jahren ein „Zweitwohnsitz“ für mich war? Ich unterstütze weder den schlechten Service, das mittlerweile auch nicht mehr gute Essens-Angebot und solche XYZ_Promi-Auftritte nicht, auch wenn es mit leid tut, nicht mehr bei eurem Stammtisch mitdabeizusein.
schöne Feiertage und alles Gute für 2026; man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, dass sich dort noch was ändert
viele Grüße
Moni
Liebe Monika,
vielen Dank für Deine Bestätigung des Beitrags und die Bewertung der Entwicklungen. Das Wegbleiben löst aber die Probleme nicht, sondern verstärkt sie. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr wiederkommt. Deine Kritik ist berechtigt. Das Hofbräuhaus ist kein Angebot für Münchner mehr. Einheimische werden vertrieben. Dürfen wir uns das aber gefallen lassen? Wir haben Verantwortung für die Jugend und die Heimat.
Ich wünsche Euch auch frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr, in dem wir uns hoffentlich wiedersehen.
Herzliche Grüße
Sepp
Herrliches Lesevergnügen! Der Autor hat wirklich die Nerven der Bayern getroffen. Die Kritik am Heidifest war so ehrlich, wie ein Bierkühlschrank im August. Man kann den Verfasser nur dazu anregen, bei der nächsten Wiesn sein eigenes Traditionszelt aufzumachen und die Obermüller Musikanten mit einem bayerischen Lied zu begleiten – vielleicht „Ach, die Wiesn, die is gschwind und gschwind? Und wer weiß, vielleicht gibts ja bald wieder ein richtiges Volksfest im Hofbräuhaus, ohne Partytanz und mit echten Bayern. Aber bis dahin: „Gscheite Maße halt! vòng quay
Ich danke für den anonymen Kommentar mit zwei Monaten Verspätung, weil ich ihn erst heute im Papierkorb gefunden habe. Der Google Übersetzer hat mir den Namen vòng quay lựa chọn aus dem Vietnamesischen als Auswahlrad übersetzt. Das und einen Teil des Inhalts verstehe ich nicht ganz – die Kritik und die Wünsche sind berechtigt.
Herrlicher Text, voller bayerischer Leidenschaft und scharfer Kritik am Hofbräuhaus! Man spürt förmlich den Ärger, die Wut und die tief sitzende Verletzung über den Ausverkauf. Die Beschreibung des Heidifests als Müllparty und das bayerische Fest als Kasperletheater ist ein Meisterstück volksnahen Spottes. Der Kampf gegen Schlager und Partyseuche, die Zensur und der mangelnde Respekt vor Tradition – das sind Kernaussagen, die mit viel Witz und Satire präsentiert werden. Ein lesenswertes Plädoyer für bayerische Traditionen! Grow a Garden plant list
Der anonyme Kommentar wurde nach zwei Monaten aus dem Papierkorb befreit. Ich danke für die Bestätigung meiner Kritik und das Verständnis für die Satire. Die Bezeichnung „Plädoyer für bayerische Traditionen“ gefällt mir besonders. Sachlich könnte man sich schon gegen den Ausverkauf wehren, aber dann würde so ein Beitrag noch weniger gelesen.
Lieber Josef,
ich habe zu deinen Fragen bezüglich der fehlenden Vielfalt bei den Kapellen im Hofbräuhaus Antworten gesucht und bin – wen wundert’s – nur auf eine plausible Antwort gekommen:
Am Geld liegt’s!
Geld 1: Wenn die Tanngrindler Musikanten im HB spielen, kostet das Geld. Die Tanngrindler müssen von Hemau, Lkr. Regensburg nach München fahren, ca. 2 Stunden und – logisch – wieder nach Hause, macht 4 Stunden. Dazu kommen Minimum 30 Minuten bis zur Abfahrt in Hemau und auch nach der Rückkehr von München. Das sind schon 5 Stunden. 1 Stunde kommt noch dazu, denn wenn man um 18 Uhr zu spielen anfangen soll, sollte man um 17 Uhr zumindest anwesend sein, um sich vorzubereiten (richtig platzieren, einspielen, Programm, technische und organisatorische Fragen mit dem Veranstalter klären). Also sind wir bei 6 Stunden. Nun noch die 5,5 Stunden Musik auf der Bühne, sind in der Summe Minimum 11,5 Stunden Gesamtzeitaufwand für den Auftritt im Hofbräuhaus.
Bei einer – angenommen sehr guten (!) – Gage von 40 Euro pro Stunde (und einer Besetzung mit 6 Musikanten beträgt die Gesamtgage 40 x 6 x 5,5 = 1320,- Euro für das Hofbräuhaus.
Die Musiker müssen davon noch die Fahrtkosten abziehen, nicht aber für das Bayern-Ticket der Bahn, weil in der Nacht kein ÖPNV nach Hemau besteht.
Rechnet man für die Fahrtkosten 120 Euro, bleiben 1200 Euro, also pro Mann 200 Euro.
Das macht bei 11,5 Stunden einen Stundenlohn von 17,40 Euro, die noch nicht versteuert sind. Nacht-/Schichtzuschlag gibt es nicht!
Kosten für Kleidung, Instrumente, Instrumentenpflege, Noten, der Aufwand für Üben, Verwaltung usw. sind noch nicht mit eingerechnet.
Obermüller-Musikanten sind also im Vorteil.
Geld 2: Es ist Tatsache, dass Live-Musikanten heute nicht mehr so gefragt sind wie früher. In vielen Bereichen haben DJs – meist mit unterdurchschnittlicher musikalischer Kompetenz – die musikalische Gestaltung übernommen: Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Betriebsfeiern, Hintergrundmusik in Bar und Hotel usw.
Musikanten dagegen buhlen um Auftritte bei Veranstaltungen mit Live-Musikern. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Musiker, die bei einem Veranstalter gut im Rennen sind, dort wieder vermehrt selbst auftreten, um die andernorts fehlenden Auftrittsmöglichkeiten zu kompensieren. Und wie du schreibst, weiß man nicht, wer mit wem zusammenspielt, wird Obermüller seine Mitmusiker aus einem Pool von Musikern zusammenstellen, die gerade Zeit haben und ein paar Euro, z.B. zum Musikstudium, dazuverdienen wollen. Ich habe mich beim letzten Besuch überzeugen können, dass die Musiker wirklich gut sind und spontan sehr gut zusammenspielen können, bei der Auswahl des Repertoires aber den kleinsten gemeinsamen Nenner wählen.
Der Aufwand für die Obermüller Musikanten ist geringer, bzw. den Musikern bleibt mehr als bei einer Gruppe aus Tirol oder vom Tangrintel. (Anm: Das Gebiet um Hemau wird als Tangrintel, – mit ‚tel‘ bezeichnet, warum sich die Tangrinndler Musikanten mit ’nndler‘ schreiben, weiß ich nicht.)
Es ist also wie immer, dass das Geld eine große Rolle spielt.
Ich freue mich, wenn wir uns wieder im Hofbräuhaus treffen.
Rudi
Lieber Rudi,
vielen Dank für Deinen umfangreichen Kommentar zur Einleitung meines Beitrags, der sich vorrangig mit einem Höhepunkt der dekadent-kommerziellen Entwicklung eines staatlichen Wirtschaftsunternehmens befasst. Selbstverständlich verursachen heimatliche Live-Qualitäten kultureller und traditioneller Natur mehr Kosten als Musik-Konserven, wie beim Heidifest. Es freut mich, dass wir uns durch die musikalische Spielfreude bei Live-Veranstaltungen kennen, die ich gerne fotografiere.
Zu Geld 1: Die Leistung aller Musikanten bei geringem Lohn verdient höchstes Lob. Das Hofbräuhaus hat mit Sicherheit wegen der hohen Gästezahlen keine Geldsorgen. Warum bei den Kapellen gespart wird, ist unverständlich. Wer verdient mehr, wenn er die Musikanten beschränkt?
Zu Geld 2: Die tägliche Live-Musik mit Volksfeststimmung ist einer der großen Besuchsgründe und Vorzüge des Hofbräuhauses. Das aufzugeben oder zu kürzen würde den finanziellen Erfolg beeinträchtigen. Wer verdient mehr, wenn er die Musikanten beschränkt?
Der oder die Verantwortlichen für die Fragen schaden dem staatlichen Wirtschaftsunternehmen, dem privaten Betrieb, dem Personal, den Gästen und sich selbst wegen ihrer Habgier. Sie erkennen es aber nicht. Deshalb ist die öffentliche Kritik so wichtig. Höchstwahrscheinlich war diese Erkenntnis die göttliche Botschaft des Münchners im Himmel. Bekanntlich ist sie nie bei den Empfängern angekommen.
Ich freue mich, Dich im Hofbräuhaus wiederzutreffen.
Herzliche Grüße
Josef
Oh man, Dein Beitrag passt wie die Faust auf das Auge. Ich sage dazu nur „Gier frisst Hirn“.
Liebe Grüße Lothar und Rotraud
Vielen Dank für Euren trefflichen Kommentar zu einer bedenklichen Angelegenheit. Es freut mich sehr, dass er öffentlich ist, von langjährigen Stammgästen kommt und nur drei Worte braucht. Der Ausverkauf vom Hofgierhaus wäre auch ein guter Titel gewesen. Herzliche Grüße, Sepp