Altbayerische Onlineschau zwischen Gaudi und Grant

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Inhalt
Die Hilfen des Münchner Himmelsengels beschränken sich natürlich nicht nur auf die Vergangenheit und das private Umfeld, sondern schließen meine Wirtshausbesuche ein. Wer den vorherigen Beitrag nicht kennt, dem sei er für das Verständnis des vorliegenden empfohlen. Insbesondere für die Fragen nach der Heiligkeit des Münchners im Himmel.
Im Hofbräuhaus soll er ja noch immer sitzen, der wiedergeborene Dienstmann Alois Hingerl. Weil ich auch gerne dort bin, beschreibe ich hier, wie der Engel Aloisius im berühmtesten Weltwirtshaus hilft.
Eigentlich sollte er göttliche Botschaften überbringen. Irgendwie hat er also etwas mit der Taube und dem Posthorn auf dem Titelbild zu tun. Oder hat sich die Taube in der Schwemme nur verirrt und ist gar keine Brieftaube, sondern der Heilige Geist?
Meine Aloisius-Figuren und sogar das Pappmaché-Monster erfreuen Touristen im Hofbräuhaus. Sie lassen sich die Geschichte erzählen oder wollen alles über den Engel erfahren.
Das veranlasst mich natürlich, die Tivolifoto-Visitenkarte zu übergeben. Sofort wird der QR-Code gescannt. Ich benenne ihnen einen entsprechenden Beitrag und schon ist man beim Zeichentrickfilm – Wunder der Technik.

Der Zeichentrick von 1964 kann mit den heutigen Animationen nicht mithalten, aber das heimatliche Video kommt immer noch gut an.
Meine Figuren-Geschenke stärken die Lebensfreude der Tischgemeinschaft und haben schon zu manchen Freibier-Maßen geführt.
Die Aloisius-Geschenke sind ein fünfteiliges Figuren-Set der Firma Sparfroh. Damit will ich Hofbräuhaus-Gästen eine Freude machen. Oft unterstützen die Figuren meine Frage, ob ich jemanden fotografieren und die Bilder im Internet veröffentlichen darf. Danach werden sie zum Geschenk für das Sich-fotografieren-lassen.
Die Reaktionen bei den Figurengeschenken geben mir Einblicke in die Persönlichkeit und die Stimmungslage der Beschenkten, weil die Figuren eine Reihe von Charaktereigenschaften ausdrücken: frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen, genießen.
Die häufigste Reaktion auf das Geschenk ist die Freude darüber, die etwa durch die Bewunderung der Schönheit ausgedrückt wird. Ein weiteres Erlebnis ist das umgehende Fotografieren mit dem Handy mit unterschiedlicher, spielender Anordnung der Figuren.







Eine Kellnerin im Hofbräuhaus schätzte das Geschenk nicht, weil sie die Figur an eine Touristin weiterverschenkte. Leider kannte sie die Geschichte nicht und hielt den Aloisius für unsinniges Plastikspielzeug. Die Unkenntnis ist beim Personal im Hofbräuhaus weitverbreitet, obwohl es ständig unter dem Pappmacheé-Monster-Aloisius durchlaufen muss.
Paula, eine Tischbekanntschaft und Studentin der Veterinärmedizin, imitierte Südbairisch (Tirolerisch) so glaubhaft, dass man nicht über ihre gespielte Herkunft zweifelte. Bezeichnenderweise wählte sie unter den Figuren den Zweifler aus. Immer tragen die Geschenke zu einer gelungenen Tischgemeinschaft im Hofbräuhaus bei.
Ein schönes Beispiel für die Wirkung des Aloisius war die Tischgemeinschaft mit zwei asiatischen Touristinnen und die spätere E-Mail mit Fotoanhang und dem Betreff: Back in Japan – Thank You Again!
Hinweis:
Teilweise haben die nachfolgenden Fotos Handy-Qualität.


Dear Josef,
I made it back to Japan safely today🇯🇵
I’m sending you a photo from the day we met!
Thank you so much for treating me to the beer. I’ve really come to love German beer✨ Hofbräuhaus was actually my very first experience with German beer!🍺
Thanks to you and everyone I met, my trip in Munich got off to such a fun and wonderful start💓
After that, I visited Viktualienmarkt, the beer garden in the Englischer Garten, and Neuschwanstein Castle 🏰
Everywhere I went was truly beautiful🌿
I definitely want to come back to Germany again someday!☺️💫
Warm regards,
Natsumi
Dear Natsumi,
Thank you for the e-mail, the photos and greetings from Japan.
I am pleased that you liked it in the Hofbräuhaus.
If you come back and write to me, I will be happy to invite you again.
I wish you and your girlfriend all the best for your life.
Kind regards
Josef
Natürlich hat mich die Mail mit den Fotos sehr gefreut. Offensichtlich habe ich aber übersehen, die Japanerinnen darauf hinzuweisen, dass sie sich in Bayern befanden, nicht in Germany. In der Regel präzisiere ich diesen Sachverhalt im Tischgespräch. Bei der E-Mail-Antwort wollte ich mich aber dazu nicht äußern. Im Beitrag ist mir die Bemerkung sehr wichtig, um auf meine Tivoligeschichte Freiheit für Bayern – politisches Manifest und Volksmusik hinzuweisen.

Damen, die für die Geselligkeit und Gemütlichkeit im Hofbräuhaus besonders aufgeschlossen sind, wählen unter den Figurengeschenken den Genießer oder den Frohlocker.
Der Zweifler, der Protestler und der Botschafter werden erst im zweiten Durchgang ausgesucht.




Wertvolles Hilfsmittel für das Aloisius-Spiel ist die Schnittmaß. Ein halber Liter Bier wird mit viel Schaum in einen Maßkrug gezapft.
Schnittmaßen sind Sensationen zum Genießen und Fotografieren, nicht nur für Touristinnen.

Gerne verschenke ich etwas an mir unbekannte Kinder aus dem persönlichen Umfeld, weil häufig Geschichten über sie am Stammtisch erzählt werden. Kindern in sich dazusetzenden Familien am Hofbräuhaustisch übergebe ich spontan ebenfalls einen Aloisius.
Meist suche ich ihn aus dem Figuren-Set aus, manchmal lasse ich ihn jedoch auch auswählen. Am beliebtesten ist der sitzende Frohlocker mit der Harfe – was der unbeschwerten Kinderseele entspricht.
Verweise ich auf das Pappmaché-Monster an der Decke, lassen die Kleinen den Aloisius spielerisch durch die Luft schweben.
Das dauert aber nicht lange. Kinder im Hofbräuhaus werden nämlich oft mit Spielen auf den kleinen Kastln ruhiggestellt. Dann ist das Spiel mit dem Aloisius nicht interessant.
Ein Dankeschön für das Figuren-Geschenk darf man von Eltern und Kindern nicht mehr erwarten. Wenigstens zeigen sie eine anfängliche Freude.
Wer sich für die Aloisius-Zeichnung der Marie interessiert, wird mit diesem Link fündig.

Wenn ich den Stammtisch im Hofbräuhaus besuche, kaufe ich Paprika-Speck beim Wöhrmüller in der Metzgerzeile des Viktualienmarkts. Die dortige Verkäuferin gefällt mir wegen ihrer besonderen Freundlichkeit. Aus heiterem Himmel habe ich ihr schon mein Glücksbringer-Fotobuch geschenkt. Wir kennen uns nur als Verkäuferin und Kunde, tauschen aber meist ein paar Worte über das Befinden und den Alltag aus.
Sie kennt meine Sorge, dass der Speck nicht zu fett ist, damit er nicht vom Stammtisch verschmäht wird. Dem Radl Woife ist es schon einmal passiert, dass er ein ganzes Stück Wammerl halbierte und einen sehr hohen Fettanteil feststellte. Davor bin ich größtenteils verschont, weil die Metzgerei ganze und halbe Stücke anbietet.


Fachkundig hilft mir die Verkäuferin bei der Auswahl einer Hälfte. Einmal schien ihr kein Stück geeignet. Entschlossen nahm sie einen ganzen Speck, schnitt ihn auseinander und zeigte mir freudestrahlend zwei besonders magere Hälften. Ich kaufte natürlich beide und erntete großes Lob vom Stammtisch.
Bei der Erzählung des Glücksfalls kam mir der Aloisius in den Sinn. Einen solchen stellte ich der Verkäuferin beim nächsten Einkauf auf den Tresen. Es war der Sitzende mit der Harfe. „Mei is der süß!“, war die spontane Reaktion. In den folgenden Wochen schenkte ich der freundlichen Dame die weiteren Figuren des Sets. Seitdem hilft der Aloisius dem Stammtisch und mir bei der Auswahl des Paprika-Specks.
Wer die Kellnerin Xu (徐), Aussprache [ksu] oder [schu], sieht, denkt nicht gleich an ein Münchner Kindl. Ein solches fand ich aber, als sie einen Nachbartisch bediente. Ich hatte es von einem Christstollen gelöst, den mir eine Stammtischschwester letztes Weihnachten geschenkt hatte. Dann war es in meiner Fototasche aufbewahrt, vergessen und wiederentdeckt, um es selbstverständlich sofort zu verschenken.
Auf mein Winken hin kam Xu und begrüßte mich wie immer sehr freundlich. Über das spontane Geschenk freute sie sich und fragte, was ich noch in der Tasche habe – vielleicht eine Million. Ich öffnete die Fototasche, und wir sahen die Kamera, das Brotzeit-Wammerl und die Aloisius-Figuren. Der Anblick verleitete mich zum weiteren Geschenk. Sie suchte sich den Frohlocker mit der Harfe aus und gab mir spontan ein Wangenbusserl.
Einige Minuten später kam Xu wieder an den Tisch und berichtete, dass eine Kollegin neidisch wegen der Geschenke sei. Das ließ ich natürlich nicht zu und bot an, auszurichten, dass sie herkommen soll. Ich übergab ihr den Zweifler, und ihr Neid war sichtlich in große Freude umgewandelt. Aloisius hatte geholfen.
Bevor ich ging, winkte ich Xu erneut, um ihr den Botschafter zu schenken. Sie sollte ihren Aloisius durch das Geschenk an die neue, mir unbekannte Kellnerin nicht entwertet sehen. Jetzt gab es immerhin ein Luftbusserl.
Nachdem ich Xu meine vorliegende Geschichte und das Foto gezeigt und sie gebeten hatte, die Veröffentlichung zu erlauben, wurde ich erneut zum stolzen Besitzer eines Luftbusserls.


Gäste im Hofbräuhaus sind in der Regel Kastlmenschen, weil sie alles und jeden mit den kleinen Kastln fotografieren. Unbedingt bleiben sie bei ihrem Durchgang vor der Musikkapelle stehen, erheben die Kastl und huldigen ihrer Gottheit. Wenn sie sich für weitere Fotos oder eine Filmsequenz umdrehen, entdecken sie meine Aloisius-Figuren unter dem Bayern-Banner. Manche sind sogar so höflich und fragen, ob sie das Ensemble fotografieren dürfen. Auf jeden Fall zaubert ihnen der Aloisius ein Lächeln ins Gesicht. Bei den erfreuten Kastlmenschen handelt es sich oft um fernöstliche Damen mit verengten Augen und um Kinder. Zeigen sie besonderes Interesse, beglückt sie der Aloisius, indem er in ihren Besitz übergeht.
Aloisius verleitet täglich Tausende Touristen, mit ihren Kastln bewaffnet, durchs Hofbräuhaus zu prozessieren und in einen Fotorausch zu verfallen. Tivolifoto hat berichtet: Hofbräuhaus im Fotorausch. Häufig kommt die Prozession sogar ins Stocken, weil die meisten Pilger einen Fotostopp vor der Musikbühne einlegen. Ich habe auch Freude am Fotografieren und Herzeigen im Internet. Es gibt aber Menschen, die mir das nicht gönnen.
Was machen Sie da? fragte jemand, während ich eine Kellnerin bei der Arbeit fotografierte. Ich dachte mir, so eine Frage ist ja wohl das Gescheiteste, wenn man sieht, was ich gerade mache. Selbstverständlich hatte ich die attraktive Angestellte vorher gefragt, ob ihr das Fotografieren recht sei, und ihr meine Gründe, Umstände und Absichten dazu erklärt. Sie war also einverstanden, dass ich Fotos mache und im Internet veröffentliche. Außerdem weiß ich, dass Angestellte im Hofbräuhaus vertraglich zugestimmt hatten, sich von Gästen fotografieren zu lassen.
Trotzdem kam der Oberkellner grußlos an den Tisch und stellte mir die intelligente Frage. Wichtig war ihm, mir zu erklären, dass alles im Hofbräuhaus geschützt sei. Ich erwiderte, keine kommerziellen Interessen zu haben, keine Persönlichkeits- oder Markenrechte zu verletzen und frei im Internet zu veröffentlichen. Schließlich seien das Fotografieren im Hofbräuhaus und das Veröffentlichen im Internet ein Gewohnheitsrecht, das alle Gäste nutzen. Andere, ebenfalls fotografierende Gäste, hatte der Oberkellner nicht belehrt.
Vermutlich beabsichtigte er, Stammgäste zu vertreiben. Offensichtlich sind ihm meine Fotos und Texte ein Dorn im Auge, sonst würde oder müsste er alle Gäste beim Fotografieren fragen, was sie da machen. Alle müssten darauf hingewiesen werden, dass alles im Hofbräuhaus geschützt ist und sie eine Genehmigung brauchen. Das wäre ein eigener Vollzeitarbeitsplatz.
Aber vielleicht hatte er einfach nur keine positive Haltung oder musste sich über etwas anderes ärgern. Allerdings weiß er, dass ich schon lange im Hofbräuhaus fotografiere, und niemand hat sich bisher aufgeregt. Ich habe sogar schon die Betriebsleiter und den Brauereidirektor einvernehmlich fotografiert und veröffentlicht.
Auf meine Rechtfertigung entgegnete der Oberkellner, dass er mit vielem, was ich im Internet schreibe, nicht einverstanden sei, dies aber vor anderen Gästen nicht ausbreiten wolle. Solche Andeutungen sind unfair, wenn sie nicht ausgeführt und begründet werden. Meine Antwort verwies auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung. Der wichtige Oberangestellte entfernte sich grußlos.
Einerseits freute mich die Auszeichnung, dass ein Oberkellner meine Geschichten liest. Andererseits wunderte ich mich, was dieser alles zu seinen Aufgaben zählt. Tischnachbarn meinten, er sei mit seinen Aufgaben überfordert, das Fotografieren gehe ihn nichts an und er solle sich nicht so wichtig nehmen. Ich schützte ihn, weil er bestimmt vermutet hatte, dass ich aus gewerblichen Gründen fotografierte. Nachträglich betrachtet war das aber nicht möglich. Er hatte mich nämlich schon seit Jahren beim Fotografieren gesehen.
Das Tischgespräch wendete sich zum Thema Fotografieren im Hofbräuhaus. Wir stellten einvernehmlich fest, dass wir uns darüber freuen, fotografiert zu werden, und diese Freiheit auch selbst nutzen. Wir bieten den Touristen das Fotografiert-Werden an, lassen uns fotografieren und fotografieren selbst, wenn niemand etwas einwendet.
Schließlich werden heimatliches Trachtengwand und gute Laune gerne hergezeigt. Das Hofbräuhaus ist ein Ort der Lebensfreude, den wir uns von niemandem vermiesen lassen. Der Abend nahm einen vergnüglichen Verlauf, ohne weitere Annäherungen des Oberpersonals.



Die Genehmigungspflicht für gewerbliche Fotografen ist verständlich. Ich bin aber nur ein privater Fotoamateur, der sich an das Recht hält und viel Arbeit und Geld für seine Beschäftigung aufwendet. Meine Fotos sind ein Geschenk an die Öffentlichkeit. Ich berufe mich nicht auf das Urheberrecht und erkläre die Gemeinfreiheit aller Fotos und Texte auf jeder Seite meines Internetangebots.
Dort befindet sich vermutlich die größte öffentliche Fotosammlung zum Hofbräuhaus. Ich stelle sie der Allgemeinheit ohne Urheberrecht zur freien Verfügung – auch dem Hofbräuhaus und der Brauerei Staatliches Hofbräuhaus für Werbe- und Dokumentationszwecke. Das bin ich schließlich dem Aloisius und meinem Stammwirtshaus schuldig. Im Englischen Garten wird er zum Patron der Radler. Im Hofbräuhaus hilft er den Fotografen und wird zum unübersehbaren Fotomotiv – egal, ob er als Pappmaché-Monster gefällt oder nicht.
Beim Aufschreiben der Geschichte fragte ich mich, warum mir der Aloisius nicht sofort geholfen hatte. Er hätte doch als Überbringer göttlicher Ratschläge den Oberkellner belehren können. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war die Ausnahme von der Regel: Aloisius hat geholfen. Eine Regel ohne Ausnahme ist nämlich keine gescheite Regel und taugt überhaupt nichts.
Hinweis: Das sensationelle Aloisius-Spiel hat am 25. Februar 2026 einen eigenen Tivolifoto-Beitrag bekommen. Die Inhalte im vorliegenden Beitrag werden nicht gelöscht, sondern belegen die Weiterentwicklung im Internetangebot. Wie die Suchmaschinen mit der teilweisen Wiederholung von Inhalten umgehen, ist mir wurscht. Die Gäste von Tivolifoto möchte ich aber mit diesem Link darauf hinweisen.

Selber bin ich ja gar nicht so gescheit, aber der Waidler Toni hat mich gefragt, ob ich den Aloisius dabeihabe. Uns gegenüber saß ein undefinierbares junges Paar. Vielleicht hatte er eine Touristin aufgerissen und wollte sie von ihrem Glück überzeugen. Am Tischende befand sich ein koreanisches Paar, das sehr auf Abstand bedacht war. Zu später Stunde kam der Toni noch vorbei, was mich freute, weil wir meist eine Gaudi haben.
Ich fragte den Aufreißer und sein Opfer, ob sie den Aloisius kennen, und zeigte auf das an die Decke gehängte Pappmaché-Monster. Er nickte wissend, die Begleiterin wurde neugierig. Meine Hand griff in die Fototasche und legte das Plastiktüterl mit dem Figuren-Set auf den Tisch. Die Asiaten blickten gespannt zu uns herüber. Mit Gesten bat ich sie, heranzurutschen. Sie näherten sich erst zur Hälfte und nach der weiteren Bitte gänzlich.
Jetzt leerte ich das Tüterl auf den Tisch. Fünfmal purzelte der Aloisius heraus. Die Damen freuten sich, die Herren wirkten distanziert. Mir kam die Idee, das Opfer zu bitten, die fünf Figuren in der richtigen Reihenfolge aufzustellen. Der einzige Hinweis war, dass es sich um den Münchner im Himmel handelte. Redlich mühte sich die junge Dame, eine Handlungsfolge herzustellen, wurde aber immer von mir enttäuscht. Die Hilfen der Koreanerin nahm sie an.

Mit großem mimischen und gestischen Aufwand bedauerte ich die Erfolglosigkeit der beiden Gäste und spielte die einzelnen Figuren mit Gesicht und Händen nach: frohlocken, zweifeln, protestieren, überbringen und genießen – aber in falscher Reihenfolge. Die richtige Anordnung wollte den Damen nicht gelingen.
Der Waidler Toni erbarmte sich und bat mich, die Geschichte in englischer Sprache zu erzählen. Das war mir nämlich schon einmal gelungen, obwohl ich nicht gerne Englisch spreche. Wieder nahm ich Hände, Gesicht und meinen eingeschränkten Englisch-Wortschatz zu Hilfe und bewirkte ein gemeinsames Verstehen. Dass dabei viel gelacht wurde, muss ich wohl nicht erwähnen.
Jetzt war die Reihenfolge der Figuren eindeutig und das Aloisius-Spiel aus. So ein richtiges Spiel braucht aber ein schönes Nachspiel. Zuerst bat ich das Opfer, sich einen Lieblings-Aloisius auszusuchen. Sie wählte den Genießer. Die Koreanerin griff zum Frohlocker. Großzügig erklärte ich, dass die beiden Figuren soeben in ihren Besitz übergegangen sind.
Die Damen waren hocherfreut und freuten sich noch mehr, als die beiden Herren ihnen jeweils eine weitere Figur schenken durften. Die fünfte Figur blieb für Toni übrig. Der Münchner im Himmel hatte uns allen eine große Freude, eine Gaudi ohne viele Worte und eine münchnerische Wirtshausgemeinschaft geschenkt.
Die beiden Herren wollten Toni und mich zu einer Maß Bier einladen. Wir mussten aber ablehnen, weil sich der Hofbräuhaus-Abend dem Ende zuneigte. Zeit für einen kleinen Ratsch blieb aber noch. Es stellte sich heraus, dass das Opfer eine ukrainische Geigerin war, die seit fünf Jahren in einer Beziehung mit dem vermeintlichen Aufreißer lebte. Die Koreaner waren kein Touristen-Paar, sondern Gäste eines wissenschaftlichen Universitäts-Kongresses. Ohne Zweifel war die Geschichte ein wahres Wunder des Aloisius.
Anschließend bekam mein Aloisius-Spiel zahlreiche Varianten, die mir spontan einfielen, z. B. bat ich Gäste, mir eine Geschichte zu ihrer Figurenfolge zu erzählen. Oder die Figuren wurden in ungewöhnlichen Positionen und an außerordentlichen Orten angeordnet und dann fotografiert. Es folgten verrückte Selfies mit dem Aloisius. Immer hatten wir eine Gaudi. Die größte Freude war das Verschenken und das Geschenktbekommen des Figuren-Sets.
Das Aloisius-Spiel kann auch abgebrochen werden, z. B., wenn ich bemerke, dass Teilnehmer aufbrechen wollen. In diesem Fall verschenke nicht alle Figuren. Bevorzugt werden der Frohlocker und der Genießer gewählt. Dann warte ich auf neue Tischgäste und verschenke die weiteren drei Figuren. So hat es sich ereignet mit einer Mutter und Tochter aus den USA, einem deutschen Tischgast und zwei Münchner Arbeitskolleginnen des Trompeters.
Ein Höhepunkt des Aloisius-Spiels war die Tischgemeinschaft mit einem Waidler, der sich als Musikant aus Schönberg im Bayerischen Wald vorstellte. Eigentlich dachte ich, dass der Aloisius heute frei habe, weil mir keine geeigneten Teilnehmer aufgefallen waren.
Dann setzte sich eine junge Dame an den Nachbartisch, die mir schon mehrfach wegen ihrer Platzsuche aufgefallen war. Wir luden sie an unseren Tisch ein und stellten uns vor. Sie war eine 30-jährige allein reisende Finanzangestellte aus Uruguay. Kurz darauf fragte eine dreiköpfige junge Familie aus China nach dem Dazusetzen. Die Teilnehmerzahl von fünf Personen war wegen der fünf Figuren ideal.
Ich bat die beiden Damen und das Mädchen, sich für das Spiel zusammenzusetzen. Der Vater, der Waidler und ich waren nur Zuschauer. Wie immer löste das Purzeln der fünf Figuren auf den Tisch Erstaunen und Freude aus. Die drei Damen stellten die Figuren auf. Ich bat sie, das Set in einer Handlungsfolge anzuordnen und uns eine Geschichte zu erzählen. Ihre haarsträubenden Ergebnisse kann ich nicht wiedergeben. Es kam auch zu Sprachschwierigkeiten.

Den Waidler musste ich zurückhalten, weil er sich in die Geschichten einmischen wollte, die richtige aber nicht genau kannte. Mit meinen Hilfen durch mimische und gestische Unterstützung gelang den Damen die tatsächliche Reihenfolge. Alle waren begeistert über das Spiel und die freundschaftliche Tischgemeinschaft. Die Figuren wurden aber nur zaghaft als Geschenke angenommen, weil mich die Damen bedauerten, dass ich dann nicht erneut spielen kann. Ich gab aber zu, die Gaudi öfter anzubieten und weitere Figuren-Sets zum Verschenken zu besitzen.


Jetzt habe ich einige wichtige Hilfsmittel für das Spiel bisher nicht erwähnt. Das erste ist der Zeitpunkt. Am besten eignet sich die große Musikpause um 21:00 Uhr. Mit Musik ist nämlich die Verständigung erschwert. Das kann aber auch das Spiel fördern.
Wenn man neue Gäste an den Tisch einlädt, gehört es sich, ihnen etwas anzubieten. Man muss sie sozusagen anfüttern – bairisch: afuadan. So wie meine Mutter die Hühner angefüttert hat, fange ich die Mäuse mit Speck.
Dazu zücke ich mein Brotzeitbrettl und ein Taschenmesser. Die Teilnehmer wählen eines von zwei Rankerln des Paprika-Specks. Ich schneide und verteile. Das gewürzte Wammerl erzeugt Durst.
Deshalb lade ich die im Regelfall teilnehmenden Damen zu einer Schnittmaß ein, wobei ich aber betone, dass sie nicht ausgetrunken werden muss. Den Kellner bitte ich, den halben Liter Bier in einem Maßkrug hoch aufzuschäumen. Was zu großem Erstaunen und zum sofortigen Fotografieren veranlasst.
Nach den Selfies und Gruppenfotos mit den Maßkrügen wird zwischendurch immer fleißig geprostet, was mit den großen Krügen auch großen Spaß macht. Erfolge oder Misserfolge beim Spiel werden geprostet und begossen. Für mich beinhaltet das Aloisius-Spiel eine großartige Möglichkeit, mit einfachen, heimatlichen Mitteln Völkerverständigung und Lebensfreude zu bewirken.

Der Münchner im Himmel ist bestes altbayerisches und humorvolles Kulturgut, das immer neue Varianten bekommt. Zwischendurch werden natürlich häufig die Handys eingesetzt, um Personen und Spielszenen festzuhalten. Die Spielteilnehmer platzieren die Figuren an möglichen und unmöglichen Orten und in ebensolchen Positionen.
Der Biergenuss steigert die Mitteilungsfreude, Tischgemeinschaft und Gaudi. Die fünf Figuren betreffen Grundelemente des menschlichen Ausdrucks: frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen, genießen.
Diese lassen sich ohne Worte, nur mit Mimik und Gestik, darbieten. Anfänglich wird die Unterschiedlichkeit der Figuren nicht wahrgenommen, dann wächst sie zu einer großartigen Geschichte zusammen.
Den ganzen Abend hielt ich erfolglose Ausschau nach einem Touristenpaar, das ich mit dem Aloisius-Spiel erfreuen kann. Nicht ganz so lange saß ein fesches, junggebliebenes, einheimisches Paar in meinem Blickfeld am Nachbartisch – sie blond und schlank im Trachtenjanker, er kerzengerade und hochgewachsen, ebenfalls im Janker. Beide vermittelten den Eindruck von filmreifem alten Adel.
Die Musik begann schon mit der letzten halben Stunde. Da lud ich sie mutig an unseren Tisch mit vier niederbayerischen Bürgerlichen ein. Der historisch und adelstechnisch gebildete Stefan bestätigte, dass die Dame mindestens wie eine Gräfin ausschaute. Ich schätze das Paar höheradeliger ein.
Bei den ersten Worten erkannten wir, dass die beiden aus dem fast bayerischen, südöstlichen Nachbarland kamen, mit dem wir die versteckte Preußenliebe teilen – sie aus Graz, er aus Tirol. Leider erfüllten sie unsere filmgeprägten, hochadeligen Klischees nicht und waren nur auf der Durchreise wegen bürgerlicher Tätigkeiten. Zumindest hatten sie für den Folgetag Karten für die Salzburger Festspiele, bei denen es ja von adeliger Prominenz nur so wimmelt.
Nach unserem kurzen Bekanntmachen ließ ich den fünffachen Aloisius auf den Tisch purzeln. Sofort begann die Gräfin mit der Aufrichtung. Ich erklärte, dass es beim Spiel um die richtige Reihenfolge gehe. Der Graf griff ein und irrte sich nur bei einer Position. Ich musste Stefan zurückhalten, weil er als erstmaliger Spielteilnehmer gleich die Geschichte erzählen wollte. Offensichtlich war sie dem Grafen ebenfalls bekannt. Er korrigierte seinen Fehler.

So schnell gab ich aber nicht auf und bedeckte die Figuren, umstürzend und verschiebend, mit den Händen. Die Gräfin sollte sie wieder ordnen, was ihr auf Anhieb gelang. Sie kannte zwar die Geschichte nicht, hatte sich aber die Anordnung gemerkt.
Endlich konnte Stefan mit der Erzählung beginnen. Toni hielt sich zurück. Schließlich hatte er das Originalspiel mit asiatischen Touristinnen schon mehrfach erlebt. Der Waidler Franz beglückte die Gräfin mit einer schneidigen Tanzeinlage vor der Kapelle. Ich übergab wie üblich die Visitenkarte von Tivolifoto und berichtete von meiner Absicht, das Erlebte aufzuschreiben. Alle fünf Spielteilnehmer wählten ein Figurengeschenk aus. Gräfin und Graf nahmen natürlich den Frohlocker und den Genießer.
Der Abend hatte einen schönen Abschluss gefunden. Am nächsten Morgen ließ ich ihn auf der Suche nach einem Titel Revue passieren. Die Filmklischees kamen mir in den Sinn. Und was sind wohl die berühmtesten Verfilmungen mit dem österreichischen und bayerischen Adel?
Gräfin und Graf erinnerten mich an Sissi und Franz wegen der drei Filmklassiker:

Gerne besuche ich die Musikantentreffen im Bräustüberl des Hofbräuhauses: Musikantentreff und Junge Musikanten. Meist ist ein Platz am Stammtisch des Vereins für Volkslied und Volksmusik e. V. (VVV) möglich.
In Gesellschaft von vier gstandenen Münchner Damen ließ ich den Aloisius wieder purzeln. Zwei begannen sofort, die Figuren aufzurichten und zu spielen. Ich vermutete umfangreiche Vorkenntnisse.
Die richtige Reihenfolge wollte aber einfach nicht gelingen. Der Herr neben mir fragte erstaunt, ob die Figuren nicht alle gleich ausschauen. Schnell bemerkte er seinen Irrtum.
Die Position des Genießers wurde an den Anfang und die des Frohlockers an das Ende gesellt. Meine Benennung der Eigenschaften war hilfreich für den Tausch. Dann veränderten die zwei Damen die restlichen drei so lange, bis die Handlung stimmte.
Ich zerstörte die Ordnung und schob die Figuren zu der Nachbardame. Ob sie die Geschichte genau kannte, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte sie sich die Positionen gemerkt und das Spiel war schnell beendet. Trotzdem hatten alle eine Freude.
Nur die Herren am weiteren Teil des langen Tisches waren etwas desinteressiert gewesen. Ich kündigte an, das Spiel beim nächsten Stammtisch mit den Herren zu wiederholen. Die Damen vermuteten jetzt schon eine Blamage. Wie üblich freuten sich die vier Damen sehr über die Figurengeschenke. Die Reihenfolge der Auswahl war auch wie gewohnt: Zuerst der Genießer und der Frohlocker. Übrig blieb der Zweifler für eine fünfte Dame, die bei den Herren saß.
Da meldete sich der mir benachbarte Herr und bewies uns mit dem Handy, dass der Aloisius sein Avatar sei. Daraufhin schenkte ihm die fünfte Dame den Zweifler. Der Herr war aber nicht zufrieden, weil sein Avatar den Maßkrug- oder Genießer-Aloisius zeigte. Seine neue Besitzerin erbarmte sich und tauschte.
Eigentlich rege ich mich ja nicht auf, aber die anderen regen mich auf. Ich kann also praktisch nichts dafür, weil die anderen schuld sind.
Das geht schon beim Pappmaché-Monster im Hofbräuhaus los. Betritt man die heiligen Hallen und schreitet durch die hohe Schwemme, wird der an der Decke erhängte Aloisius zwangsläufig erblickt.
Zugegebenermaßen gibt es Gäste, die sich über ihn freuen – wahrscheinlich aus Schadenfreude, weil jemand aufgehängt worden ist. Bei den vorherigen, historischen Deckenleuchten im denkmalwürdigen Palastgewölbe war ohnehin eine zu viel. Schließlich gibt es noch etliche andere, die übrig geblieben sind.
Nimmt man Platz, wird man nicht gleich bedient. Es folgt eine Bedenkzeit für den Gast und den Kellner, damit sich beide auf ihre neue Beziehung einstimmen können. Der Zeitraum kann aber auch in der tatsächlich hohen Arbeitsbelastung bedingt sein. Es gibt Kellner, die einen neuen Gast begrüßen und auf das baldige Kommen hinweisen. Andere sind mit sich selbst oder mit anderen Gästen beschäftigt.
Wieder andere gewähren Gästen ausreichend Gelegenheit, die neue Umgebung zu bewundern. Es soll schon vorgekommen sein, dass Gäste andere Plätze aufgesucht oder das Haus verlassen haben, weil sie zu lange warten mussten. In diesem Fall sind sie aber auch selbst schuld.
Im Regelfall grüßen die Kellner und bieten ihre Dienste so bald wie möglich an. Bei Ausnahmen hilft der Aloisius beim Aufregen. Ohne Aufregungen gilt der Grundsatz: Gar nix zum Aufregn is a ned sche. Tatsächlich ist es sogar ungesund, weil man dann etwas in sich hineinfrisst, das einen auffrisst. Der Groll muss raus. Schimpfen ist sinnvoll. Bayern und Münchner haben dazu den Grant erfunden.
Erkenntnisse über das Aufregen: Wird man alt, gibt es drei gute Gründe fürs Aufregen:
Am besten gefällt mir „Aufreng zwengs der Gaudi“. Wenn man sich nicht aufregen kann, ist es nicht schön.
In den letzten Geschichten aus dem Hofbräuhaus habe ich noch gefragt: „Kann das Hofbräuhaus 2023 nicht mehr als die Ludwig-Thoma-Geschichte von 1911 und eine Karikatur von 1962 immer wieder auszuschlachten?“
2025 schreibe ich eine Fortsetzung der Thoma-Geschichte. Das passiert aber nicht freiwillig. Ich werde nämlich dazu gezwungen, weil der Münchner im Himmel vom Hofbräuhaus immer noch hingerichtet, genauer gesagt aufgehängt worden ist.
Wer hingerichtet wird, kann auch weggerichtet werden. In Bayern gibt es dazu die schöne Maibaum-Tradition. Lange muss das Stangerl bewacht werden, damit es aufgerichtet und nicht weggerichtet wird.
Andauernd passieren aber solche vorübergehende Gaudi-Enteignungen mit anschließender trinkfreudiger Auslösung auf dem Land. Der lokale Ruhm ist den Burschen sicher. Wegen der Berühmtheit des Hofbräuhauses wäre er weltweit gewiss.
Vielleicht findet sich ein Burschenverein, der den Aloisius mit einem Maibaum verwechselt. Das Prinzip dahinter hat sogar Fernsehqualität mit der Sendung: Verstehen Sie Spaß?
Man müsste nur als professionelles Handwerksteam auftreten und dem nächtlichen Reinigungspersonal den offiziellen Auftrag glaubhaft machen. Der Transport wäre nicht schwierig. Bier für die Auslösung gibt es im Hofbräuhaus genügend.
Gründe für meine Abneigung der Hinrichtung: Der Münchner im Himmel ist im Hofbräuhaus kein Engel mehr, sondern wie vorher ein Dienstmann. Als solcher fliegt er nicht, sondern sitzt in der Schwemme. Er hat kein geisterhaftes Nachthemd und keine Flügel. Das ist Geschichtsverfälschung. Ein Geisterbahnmonster beleidigt den Autor mit Pappmaché oder einem mir nicht bekannten Kunststoffmaterial.
Für Figuren wird im traditionellen Bayern Holz bevorzugt und keine Filmkulissen aus Kunststoff, die dämlich aus der Wäsche schauen. Das war eine Schnapsidee in einem Bierpalast. Hinzu kommt die Verschandelung der Deckenbemalung, die mit ihrem Zeitgeist der 1960er Jahre schon Denkmalcharakter hat.
Die Frage, ob das Monster brennt, ist nicht zu beantworten. Bestimmt findet der Brandschutz etwas gegen das Material.
Die Wegrichtung des Aloisius wäre für den Bierpalast nur vorteilhaft, ihre Hinrichtung ist beschämend.
Die Anordnung des Figuren-Sets belegt den Irrtum. Zuerst kommt der vierteilige Engel, der natürlich fliegen kann.




Nachdem der Engel abgeflogen war, ging er als Dienstmann ins Hofbräuhaus. Dort stand oder saß er, aber er flog nicht herum und nicht hinein. Mit dem aufgehängten Aloisius hat das Hofbräuhaus als Wirtschaftsunternehmen des Freistaats entweder geschlampt oder sich geirrt. Man kann den Hingerichteten natürlich auch im weitesten Sinn auffassen.

Der Hersteller der Figuren hat wenigstens die Geschichte gelesen oder den Film angeschaut. Und was macht das Hofbräuhaus?




Irgendwo muss er ja noch sitzen, der Aloisius im Hofbräuhaus. Das erhängte Pappmaché-Monster mit der Anmutungsqualität einer Geisterbahnfigur ist doch kein würdiger Repräsentant. Ein solcher muss aber bestimmt in der Schwemme hocken. Manchmal hocke ich in der Schwemme und denke an ihn. Das Schlusszitat aus der Überarbeitung des Textes von Ludwig Thoma (1867–1921) durch Adolf Gondrell (1902–1954) kommt mir in den Sinn.
„Des war Aloisius sehr froh. Und er bekam auch gleich einen Ratschluss und flog ab. Allein, nach seiner alten Gewohnheit ging er mit dem Brief zuerst ins Hofbräuhaus, und bestellte sich bei der Kellnerin, der Kati a Mass, und noch eine, und noch eine, und noch eine … und da sitzt er heut noch. … und so wartet die bayerische Staatsregierung bis heute auf die göttlichen Eingebungen.“
Auch ich bestelle mir „a Mass, und noch eine, und noch eine, und noch eine …“. Insgesamt trinke ich aber nur zwei Maß: die erste und die letzte. Danach gibt es vielleicht und ausnahmsweise noch eine Schnittmaß. Im Himmel war ich auch schon, aber in einem irdischen, Ratschlüsse habe ich viele, die ich sogar aufschreibe, und die bayerische Staatsregierung wartet immer noch auf göttliche Eingebungen.
Kann es nicht sein, dass ich …
Jetzt höre ich aber auf, sonst erklärt mich noch ein Psychiater für verrückt und ich lande in der Anstalt. Aber dasitzen im Hofbräuhaus tut der Aloisius noch immer. Andere Umstände der Geschichte treffen auch zu.
Die Wahrnehmung von Wirklichkeit steht immer an der Stufe zur Fantasie. Da kommt man schon auf eigenartige Gedanken. Vielleicht gibt es die Wiedergeburt wirklich.
Andererseits können Erfindungen von Autoren nicht wiedergeboren werden. So etwas nennt man eher Abschreiben oder Plagiat. Das wiederum soll bei regierenden Politikern beliebt sein. Ich bin froh, meine Aloisius-Geschichten tatsächlich erlebt zu haben.
Bei aller Verehrung und Liebe zum Aloisius darf nicht vergessen werden, dass er eigentlich ein Gschroamei ist. So schlimm kann es doch im Himmel nicht sein.
Der Rote-Radler-Engel hat natürlich viele Gemeinsamkeiten mit den gegenwärtig extremen politischen Schreihälsen und Kriegstreibern. Das einvernehmliche Ende wird aber durch die Lebensfreude und das Bier im Hofbräuhaus bestimmt.
Das Aloisius-Spiel
Hintergründe, Erfahrungen, Varianten und Bedingungen zum Aloisius-Spiel im Hofbräuhaus werden mit Beispielen und Fotos vorgestellt. Es gilt, die fünf Figuren gemäß der Geschichte des Münchners im Himmel anzuordnen. Dabei erlebt man Geselligkeit, bayerischen Humor und Gemeinschaft mit Touristen im Wirtshaus.
Aloisius hat geholfen
Der Titel verweist auf die Volksfrömmigkeit in Altbayern. In zahlreichen Kapellen und Kirchen finden sich Votivtafeln mit Inschriften, dass ein Heiliger geholfen hat. Natürlich kann ich den Aloisius nicht heiligsprechen, außerdem gibt es schon einen Heiligen mit diesem Namen. Mein Aloisius hat trotzdem geholfen.
Aloisius hilft im Hofbräuhaus
Die Hilfen des Münchners im Himmel zeigen sich im Hofbräuhaus. Der Engel Aloisius erfreut Gäste und Personal, bewirkt aber auch Kritik. Ein Figuren-Set drückt frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen und genießen aus. Es veranlasst zum Spielen und Schenken. Die Geschichten verstehen sich als Satire und Gaudi.
Wer ist der Aloisius?
Natürlich ist er vergilbt, weil er schon 114 Jahre auf dem Buckel hat. Seine Botschaft ist allerdings aktueller denn je. Er bleibt ein patriotischer Münchner Grantler, den Bayern dringend braucht. Sonst schwimmen der Freistaat und das bayerische Volk mit seinen drei Stämmen trotz der Verfassung von 1949 den deutschen Bach hinunter. Das kann doch nicht im himmlischen Interesse sein.
Der Schmierfink vom Hofbräuhaus
Auffälligkeiten bei den Angeboten und beim Personal des Hofbräuhauses werden mit sachlichen und satirischen Mitteln beschrieben und kritisiert. Begründete Alternativen zeigen sich aus der Sicht eines regelmäßigen Gastes. Hinzu kommt eine Zusammenfassung aller Beiträge von Tivolifoto zum Hofbräuhaus mit verlinkten Titeln, Titelbildern und Sammlungen.
Aloisius hilft im Hofbräuhaus
Die Hilfen des Münchners im Himmel zeigen sich im Hofbräuhaus. Der Engel Aloisius erfreut Gäste und Personal, bewirkt aber auch Kritik. Ein Figuren-Set drückt frohlocken, zweifeln, schimpfen, überbringen und genießen aus. Es veranlasst zum Spielen und Schenken. Die Geschichten verstehen sich als Satire und Gaudi.
Bayern und Preißn im Hofbräuhaus
Ein Bayer ist man laut der Verfassung des Freistaats Bayern von 1946: „Die Staatsangehörigkeit wird erworben durch Geburt, Legitimation, Eheschließung und Einbürgerung.“ Preißn ist das bayerische Wort für Nord- oder Ostdeutsche und Menschen aus der allgemeinen, nicht bayerischen Fremde, z. B. Tourismusgäste oder Fachkräfte mit Migrationshintergrund, aber nur bei missfallendem Verhalten.
Das Neuste aus dem Hofbräuhaus
Mein Neustes ist zwar ein Superlativ, aber vieles versteht sich als nicht so neu, z. B. Maßkrugklopfer, Lärmstörer, Banksteiger, Habgierkellner, Fotorauschige, Schreibrausch und Kastlmenschen. Bislang hat jedoch niemand über solche Neuigkeiten geschrieben. Die Geschichten aus dem berühmt-berüchtigten Weltwirtshaus werden mit acht Episoden in der vierten Folge fortgesetzt.
Das Letzte aus dem Hofbräuhaus
Die dritte Folge der Geschichten aus dem Hofbräuhaus betrifft Aufgebote, Beiträge, Geheimnisse, Platzversitzer, Tischgemeinschaften, Sauereien, Schweinswürstl und Geschenke. So eine bunte Mischung kann nur unter der ernsthaften Bezeichnung „Das Letzte“ zusammengefasst werden. Am Anfang steht das letzte Aufgebot, das Ende fragt, ob es das Ganze wirklich braucht.
Von Hirschen und anderen im Hofbräuhaus
Alle sagen zwar Stammtisch zu ihm, wollen aber gar keinen solchen. Einen freien Platz will aber jeder. Das geht nur, wenn sich jemand darum kümmert. Wer das übernimmt, wird unfreiwillig zum Platzhirsch. Über ihn und andere sind einige neue Geschichten aus dem Hofbräuhaus entstanden, z. B. über Maßkrugwanderer, Oberschlaukellner, Trachtenpreißn und Mausdoudschmatza.
Woast as scho ausm Hofbräuhaus
Mit dieser Feststellung wird ein wenig über das Hofbräuhaus geratscht. D’Leut wern praktisch ausgricht und a weng auffegschossen. Der Beitrag hat neun Abteilungen der sachlichen, kritischen und heiteren Art. Hauptsächlich geht es um den Vergleich meines Erlebens in der Zeit vor und nach der Pandemie. Außerdem erfährt man, was ein Gifthaferl und ein Gscheidhaferl ist. Ich warne vor dem Umfang der Ratscherei, aber sie gehört einfach zum Wirtshaus dazu.
Lieber Sepp,
deine Aloisius-Geschichten waren köstlich zu lesen.
Ich überlege, ob man den Frohlocker – zumindest temporär mit Klettband o.ä. – beim nächsten Musikantentreff auf meinem Akkordeon befestigen kann.
Gruß Rudi
Lieber Rudi,
ich danke für die Bewertung der Köstlichkeit.
Deine Überlegungen werden bestimmt erfolgreich sein, so wie Deine Musik.
Herzliche Grüße
Sepp
Dass ich das alles von dir, lieber Josef, noch lesen und miterleben darf, macht mich glücklich.
Ich zolle dir meinen Respekt, mach weiter so!!!
Karl-Heinz aus Thailand und Kenner der Szenen
Vielen Dank für das große Lob und herzliche Grüße nach Thailand