Zu WordPress.com

Wenn man im Internet Beiträge zu Themen des persönlichen oder allgemeinen Interesses veröffentlichen möchte, dann gibt es eine Vielzahl von Anbietern, deren Mittel und Methoden verwendbar sind. Ich entschied mich durch Zufälle und Anregungen für WordPress.com. Die Freiheiten eines selbst gehosteten WordPress.org-Angebots brauche ich nicht, weil ich keine wirtschaftlichen Interessen habe. Außerdem ist mir Werbung und sind mir werbefinanzierte Angebote zuwider. Bei WordPress.com kann man sich freikaufen. Tivolifoto wird deshalb, solange ich dies selbst bestimmen kann, keine Werbung beinhalten. Es gefällt mir, dass die Internet-Adresse tivolifoto.wordpress.com nie abläuft. Bedingung ist natürlich, dass das Internet und die Firma Automattic Inc. in Kalifornien nicht ablaufen. Für jeweils ein Jahr kaufe ich mir die werbefreie Adresse tivolifoto.com. Ich gehe davon aus, dass ich dieses Angebot in jährlichen Abständen verlängern werde. Zum Verstehen der vielen Möglichkeiten bei WordPress.com verwandte ich kein Lehrbuch oder keine Anleitung, sondern nur die meist englischsprachigen Online-Hilfen sowie die Methode Versuch und Irrtum.

Als Anbieter von Beiträgen bei WordPress.com ist man Kunde einer Firma und Teil einer Gemeinschaft. Das hat Vorteile und kann Nachteile beinhalten, weil man sich von einem Unternehmen abhängig macht und in Beziehung zu anderen Teilnehmenden steht. Es freut mich, dass mein Angebot über die Suchmaschinen, die Gefällt-mir-Bekundungen und die Kommentarfunktion immer mehr wahrgenommen wird. Ich lerne auch viele andere Beiträge kennen. Außerdem kann ich mein Angebot inhaltlich und umfänglich weiterentwickeln. Ergebnis ist eine zunehmende Anzahl von Seitenaufrufen.

Immer mehr nehme ich Beiträge von anderen WordPress.com-Anwendern gezielt wahr, bewerte sie und orientiere mich vielleicht sogar unbewusst an ihnen. WordPress macht hierzu das Angebot eines Readers, für den man sich anmelden muss. Man kann damit Angebote von WordPress.com oder andere Internet-Seiten mit RSS-Feed abonnieren. Der Reader ist mir mittlerweile wichtiger als die Möglichkeit, Lesezeichen oder Favoriten festzulegen und bei neuen Beiträgen mit E-Mails benachrichtigt zu werden. Er beruht auf der Möglichkeit, Schlagwörter oder Internet-Adressen festzulegen, bei denen man über neue Artikel informiert werden möchte.

Als Fotoamateur beabsichtige ich mein Angebot herzuzeigen und Anregungen zu bekommen. Dazu wähle ich im Reader Schlagwörter mit lokalen, regionalen, zeitlichen und jahreszeitlichen Bezügen. Bei diesen Begriffen erwarte ich entsprechende Text- und Bildaussagen. Gerne lese ich Beiträge über fotografische Themen mit entsprechenden Schlagwörtern im Reader von WordPress.com. Neue Artikel tauchen dabei aber auch auf, weil unzutreffende und irreführende Schlagwörter vergeben werden. Man kann sehr einfach solche Angebote blockieren. Damit entfernt man aber von einer Adresse Angebotenes dauerhaft aus dem Reader.

Es gefällt mir, dass man beim Veröffentlichen von WordPress-Artikeln und beim Verschlagworten fast unbegrenzte Freiheiten hat. Wenn aber Anwender von WordPress.com mehrere an einem bestimmten Ort gemachte Fotos mit diesem Begriff verschlagworten und als einzelne Artikel innerhalb eines kurzen Zeitraums veröffentlichen, dann wird der Reader unbrauchbar. Mehrere Bilder zur selben Zeit mit gleichen Schlagwörtern könnte man in einem Artikel zusammenzufassen, dann hätten Leser die Freiheit des Aufrufs. Sie werden im Reader nicht gezwungen den Bildschirminhalt meterweit nach unten zu verschieben.

Da WordPress.com im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten im Internet für mich mehr eine freie Geistmaschine ist, finde ich Vieles, das mir gefällt und mich zum Handeln anregt. Ich nehme aber auch Sprachlosigkeit und Unsinn wahr. Wenn jemand ein Foto mit dem Schlagwort Foto veröffentlich, ist das verständlich. Bei Fotos würde ich mehrere Bilder erwarten. Mit dem Schlagwort Fotografie verbinde ich handwerkliche oder künstlerische Ansprüche. Alle drei Begriffe sind mit den Buchstaben ph möglich. Dies entspricht aber einer veralteten oder anderssprachigen Schreibweise. Wenn jemand etwas Gemaltes oder Gezeichnetes verschlagwortet, dann gibt es angemessenere Bezeichnungen als Foto. Mit diesem Begriff verbinde ich den Anspruch, dem Original möglichst nahe zu kommen. So beziehen sich für mich zum Beispiel die Techniken Instagram und HDR eher mit den Begriffen Zeitgeist, Software oder Bildbearbeitung.

Häufig wahrzunehmen und scheinbar modern ist die Verwendung von Anglizismen. Fotoaufnahmen beim deutschsprachigen WordPress.com werden natürlich erheblich aufgewertet, wenn sie bei einem Shooting entstanden sind und wenn sie beispielsweise People, Street oder Food zeigen. Außerdem zeugt es von außergewöhnlich hoher Bildung der anbietenden Personen, wenn sie englische Wörter für deutsche verwenden, die es gibt und die genau zutreffend wären.

WordPress.com bietet Möglichkeiten, die das Herzeigen vergleichbar unterhaltsam wie das Fotografieren machen. Da ich den Reader täglich verwende, erkenne ich einiges, das man kritisieren kann, z. B. dass Dienste oder Waren mit Gewinnabsicht angeboten und somit beworben werden. Gelegentlich fällt es mir auf, wenn jemand wahrscheinlich mit einer Verkaufsabsicht das Datum der Veröffentlichung mehrfach ändert um seine Schlagwörter öfter als einmal im Reader zu platzieren.

Es gibt Angebote bei WordPress.com, die nur zum Ziel haben auf Verkaufsprodukte oder einen Online-Shop des Anbieters hinzuweisen, z. B. von Amateurfotografen, die etwas verkaufen wollen, oder Berufsfotografen, die ihre Dienste mit einem kostenfreien Blog bei WordPress.com anbieten und bewerben. Die Übergänge zwischen erlaubter und unerlaubter Werbung sind fließend. Im Zweifelsfall kann man sich beraten lassen. WordPress.com untersagt beispielsweise Bannerwerbung und sogenannte Affiliate-Links. Einzelne Hinweise und Links auf Fototechnik und Fotoprodukte sind aber erlaubt, wenn sie seriös sind.

Angebote, mit denen jemand auf seine Fotodienste hinweisen oder auf Produkte in einem verlinkten, externen Online-Shop aufmerksam machen will, erkennt man oft daran, dass sich ein Wasserzeichen in den Fotos mit einem großen Copyright sowie dem Namen von Urheberschaft oder Internetseite befindet. Vielfach sind die Bildgrößen dann sehr klein, damit Fotos nicht weiterverwendet werden können. Besagte Angebote, bemerkt man auch ohne Erfahrung in der Regel schnell. Missbrauch mit Schlagwörtern oder mit mehreren Einzelfotos, die als Artikel in kurzem Zeitabstand veröffentlicht werden, nimmt man nur bei Verwendung des Readers war. Als ärgerlich empfinde ich den Missbrauch der Schlagwörter Bayern, München und Fotobuch.

Manchmal fällt es mir einfach unangenehm auf, dass an jeder Ecke im Internet jemand etwas verkaufen will. Werbung und Verkaufsangebote sind für mich verstehbar, sollten aber an Orten stattfinden, die ich meiden kann. Selbstverständlich werbe ich auch für mein freies und privates Angebot, indem ich bei anderen Mitgliedern von WordPress.com kommentiere und mein Gefallen bekunde. Ich verbinde aber keine wirtschaftlichen Interessen damit, sondern möchte einfach nur unterhalten und erfreuen – mich und die Gäste von Tivolifoto.