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Über die Tivoligeschichten

Siehe auch Tivoligeschichten

Hintergründe

Weil ich in München am Tivoli wohne, nenne ich mein Internetangebot Tivolifoto. Wenn ich Geschichten schreibe, dann heißen sie für mich natürlich Tivoligeschichten, obwohl sie mit dem heutigen Tivoli in München und dem gleichnamigen, früheren Schwabinger Ortsteil wenig zu tun haben. Von 1830 bis 1923 war Zum Tivoli eine Gastwirtschaft mit Garten, die 1924 abgerissen wurde.

Wirtshäuser und Biergärten sind oft Erfahrungswelten meiner Tivoligeschichten, die ich meist wirklich erlebt habe. Manchmal entstehen sie am Computerschreibtisch, gelegentlich aber auch am Wirtshaus-, Wirtsgarten- oder Biergartentisch in meinem Notizbuch. Diese Aussage ist natürlich Schmarrn. Es ist viel dramatischer. Die Erlebnisse zu den Geschichten sind in meinem Kopf. Sie lassen mich nicht mehr los, bis ich sie aufgeschrieben habe.

Sprüche

Zum Schreiben eignen sich Wirtshäuser und Biergärten weniger als zum Reden. weil das Schweigen in Gesellschaft eher befremdlich wirkt. Dabei gilt der Spruch nicht mehr, dass Reden Silber und Schweigen Gold sei.

Mein Gesprächsverhalten ist aber mehr zurückhaltend. Mit dem Internetangebot hat sich das Schreiben zur bevorzugten Ausdrucksform entwickelt. Somit müsste es für mich heißen: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold. Das ist zwar mir eingefallen, wird aber leider an anderen Stellen schon vielfach verwendet. Also musste ich mir etwas Neues überlegen. Mit ein bisschen Nachdenken kam ich auf:

Reden vergeht, Schreiben besteht

Bei der Überprüfung meines Spruchs in Suchmaschinen stellte ich fest, dass mein Denkergebnis bislang in dieser Form nicht im Internet zu finden ist. Die Anlehnung an „Liebe vergeht, Hektar besteht“ gebe ich zu. Künftig könnte ich aber alle verklagen, die diesen neuen Spruch von mir ohne Verweis auf den Urheber verwenden so wie die Erben von Karl Valentin.

Zum Nachdenken über Sprüche mit Schreiben hatte ich angefangen, weil mir bewusst wurde, dass Schreiben viel mit Mut zu tun hat. Ausreden wie „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ sind nicht möglich.

Als weitere Formulierung mit meinem Urheberrecht muss ich den ehemaligen Teil des Untertitels für mein Internetangebot beanspruchen:

Zwischen Gaudi und Grant

Damit ist doch eigentlich schon vieles über meine Tivoligeschichten gesagt und geschrieben.

Vorgeschichte

Hätte mir jemand im Lebensverlauf vor meinem Internetangebot gesagt, dass ich irgendwann freiwillig Geschichten verfassen werde, dann hätte ich den betreffenden Verstand infrage gestellt. Für mich war das Schreiben schon immer eine Anstrengung gewesen, die man im Verlauf der kindlichen oder jugendlichen Schulzeit ausgetrieben bekommt. Meine Aufsätze sind grundsätzlich dunkelrot und mit entsprechenden Noten zurückgekommen. Ich habe dies als Schicksal hingenommen, weil mir die Ursachen nicht verständlich gemacht worden sind. So geht es wahrscheinlich heute immer noch vielen Schülern.

Gründe

Nach erfolgreicher, akademischer Bildung kommt man im beruflichen Leben nicht mehr um sprachliche Richtigkeit herum. Deshalb musste ich mir aneignen, was die schulische Bildung nicht vermocht hatte. Berufliche, sachliche Texte haben aber eigene Bedingungen, Notwendigkeiten oder Zwänge.

Persönliche Geschichten gibt jeder gerne in Gesprächen wieder. Der Schritt, meine Tivoligeschichten aufzuschreiben, entwickelte sich mit dem Fotoangebot im Internet. Ich erkannte, dass mir das Herzeigen von Fotos zu wenig ist. Texte zu den Zusammenhängen und Hintergründen wurden mir wichtig. Dabei bemerkte ich, dass ich vieles erlebe, das mit Fotos nicht mitgeteilt werden kann.

Motivation

Mein schriftliches Mitteilungsbedürfnis hat aber vielfältige Ursachen. Ich erlebe weibliche und männliche Gesprächsteilnehmer häufig als Ratschn und Schmatza – in der Extremform als Totschwätzer oder als Mausdoutschmatza, bei deren Tod man s`Mei extra daschlong muas. Dann entwickle ich eine Neigung zur Zurückhaltung. Nichtssagende Geschwätzigkeit ist für mich Zeitdiebstahl. Alle kennen das, wenn sie beispielsweise Erlebtes als Wiederholung oder die Handlung von Romanen und Spielfilmen erzählt bekommen. Höflichkeit in Gesprächen gebietet, diese Form der Machtausübung teilweise zuzulassen.

Bei Geschriebenem hat ein Leser die Freiheit des Abbruchs. Mit dem Schreiben kann man Bemerkenswertes, Kritik oder Humor mitteilen, ohne Zwang auszuüben. Zudem bekomme ich als Schreibender durch die Mitteilung an Lesende die Möglichkeit der Entlastung von Problemen. In Partnerschaften wird dies oft mündlich betrieben. Ich mache dies einfach schriftlich, weil ich alleinstehend bin.

Mein Gesprächsverhalten ist manchmal eher zurückhalten oder vielleicht sogar ein wenig bequem und passiv. Dann verweise ich auf die Möglichkeit, hier alles zu erlesen, weil ich gerade nicht sprechen will. Aus diesen vielfältigen Gründen fing ich an, Erlebtes in Tivoligeschichten festzuhalten.

Inhalte

Meine Tivoligeschichten sind im Verlauf des Angebots zunehmend kritisch geworden. Die Kritik betrifft das politische und persönliche Umfeld von den Vorgaben der Europäischen Union bis zu den Angeboten der nächstgelegenen Wirtshäuser und Biergärten. Dabei will ich in den Texten sachlich bleiben, nutze aber heitere Sichtweisen. Ich bitte die Gäste von Tivolifoto um Verständnis, dass ich mittlerweile nicht nur Unterhaltungstexte veröffentlichen musste, sondern auch Texte, die kritisieren und protestieren.

Mein persönlicher Protest richtet sich gezwungenermaßen auf alle Beschränkungen meiner Freiheit. Eigentlich bedauere ich die Notwendigkeit, in meinen Internetbeiträgen nicht nur unterhalten zu können, sondern auch protestieren zu müssen.

Aufbau

Im Lauf der Zeit entwickelte ich ein Ordnungssystem für die Texte. Mit dem Bereich Aus der  Vorstadt waren Beiträge zum örtlichen Bezug vor der Haustür, im Wohnviertel gemeint. Anfänglich erwiesen sich die Begriffe Stenz und Grantler als sinnvoll, weil ich alles zusammenfassen konnte, was mir gefällt oder missfällt. Django ist eine Kunstfigur, die sich über jede Systematik hinwegsetzen darf. Bei der Zuordnung von Geschichten gab es natürlich Überschneidungen. Gelegentlich fasste ich Texte zu einem persönlichen Buchbeitrag zusammen. Meine Fotobücher waren und sind für mich bislang aber die normale Entwicklung.

Anfang 2020 wurde ich mit dem alten Ordnungssystem unzufrieden und gestaltete den Beitrag Tivoligeschichten formal und inhaltlich um. Seitdem haben meine Tivoligeschichten neue Beitragsbilder, eigene Textauszüge oder Inhaltsinformationen und die folgende Anordnung.

Ich verzichte auf weitere inhaltliche und formale Klassifizierungen. Diese wären mir bekannt, sind aber nicht notwendig und würden nur Freiheiten beschränken.

Probleme

Gelegentlich bekomme ich ein Problem. Bei manchen Sätzen, Satzteilen, Satzfolgen oder Übergängen bemerke ich nachträglich, dass sie umständlich konstruiert wirken können. Ursachen sind vielleicht die vielfältigen Möglichkeiten der Veränderung oder Erweiterung von Texten am Bildschirm. Außerdem neige ich dazu Wörter in Textabschnitten zu wiederholen. Diese Selbsterkenntnis soll vermitteln, dass ich daran arbeite.

Lesen am Bildschirm

Mit den Tivoligeschichten wollte ich niemand zum Lesen am Bildschirm zwingen. Wer sich dafür interessierte, sollte auch die Möglichkeit haben, vom Papier zu lesen. Deshalb bot ich Geschichten mit dem PDF-Symbol zum Download und zum Ausdruck an. Dieses Angebot bezog sich aber nur auf Texte, die ich nicht mehr weiterentwickelte.

Beim Formatieren der Texte versuchte ich, mich mit Spaltensatz und Schriftgröße auf ein oder zwei DIN-A4-Seiten zu beschränken. Der Anspruch, Geschichten und Texte mit geringem Umfang zu verfassen, ist häufig schwieriger als das Gegenteil. Außerdem bewirken lange Texte eine größere Anstrengung oder vielleicht sogar die Ablehnung beim Leser. Wie beim Schreiben haben viele Menschen durch die schulische Bildung eine Abneigung gegenüber dem Lesen entwickelt.

Formale Entwicklungen

In den Anfängen von Tivolifoto befanden sich immer einige Tivoligeschichten als gedruckte PDF-Texte in meiner Fototasche. Diese verschenkte ich gerne, wenn sich in Gesprächen ein natürlicher inhaltlicher Bezug ergeben hatte. Meist wurden die Geschichten dann nicht in der Tischgesellschaft gelesen, sondern auf dem Heimweg in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Wohnung. Immer bekam ich eine positive Rückmeldung beim Wiedersehen sowie die Bitte nach neuen Geschichten und die Ermunterung weiterzumachen.

Seit 2020 verfasse ich Tivoligeschichten nicht nur als Seiten im Content-Management-System WordPress, sondern auch als Beiträge im Newsfeed von Tivolifoto also in der Hauptseite mit chronologischer Anordnung. Dies zeigt, dass mir Texte wichtiger geworden sind als am 2011er Anfang meines Internetangebots.

Der Eintrag von Tivoligeschichten erfolgt 2022 sogar im Hauptmenü. Dann öffnen sich die fünf Gliederungspunkte mit jeder einzelnen Geschichte. Alle Tivoligeschichten sind somit einfach abzurufen. Ich verzichte zunehmend auf die zusätzliche PDF-Formatierung und weise in Gesprächen auf die einfache Möglichkeit hin, meine Geschichten mit Mobilgeräten zu lesen. Heute übergebe ich nur mehr meine Visitenkarte von Tivolifoto mit dem QR-Code für den einfachen Aufruf.

Ausblick

Ich weiß nicht, wohin mein Weg geht. Das ist auch gar nicht so wichtig. Wenn es mich drückt, schreibe ich eine Geschichte, arbeite an einem Fotobuch, mache etwas anderes oder gar nichts. Alles ergibt für mich Sinn und gehört zusammen. So kann ich beispielsweise Humor oder Kritik mehr mit Texten vermitteln, Schönheit dagegen eher mit Bildern. Manchmal ist es aber auch ganz anders. Außerdem möchte ich mich bewusst von Dampfplauderern abgrenzen, die sich nur im gesprochenen Wort festlegen. Wörter und Bilder gehören für unterhaltsame und nachvollziehbare Aussagen zusammen. Ich wünsche gute Unterhaltung mit meinen Tivoligeschichten.

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